Sonntag , 4. Dezember 2022
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Fabian Schönke zeigte in Kienbaum ein gutes Rennen, wurde Sechster. (Foto: Nils Arnecke)

Kein EM-Ticket für Triathlon-Talente

Fabian Schönke vom RSC Lüneburg ist mit Rang sechs dennoch zufrieden, seine Vereinskollegin und Freundin Franka Rust muss beim Laufen aufgeben

Lüneburg. Wer in einem EM-Qualifikationsrennen der besten zehn Junioren Deutschlands Sechster wird, hat allen Grund, sich zu freuen – auch, wenn nur die ersten beiden Triathleten das begehrte Ticket sicher haben: „Die Konkurrenz war wie erwartet stark, ich bin total zufrieden“, fasst Fabian Schönke (17) vom RSC Lüneburg seinen Wettkampf im brandenburgischen Kienbaum knapp zusammen. Enttäuschung dagegen bei Freundin und Vereinskollegin Franka Rust (18), die nach 2019 gern ein zweites Mal bei den Junioren-Europameisterschaften gestartet wäre. Sie musste auf der Laufstrecke aufgeben. „Meine Beine wollten mich einfach nicht mehr tragen.“

750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen standen beim Entscheid im Bundesleistungszentrum Kienbaum an. Fabian Schönke kam mit zehn Sekunden Rückstand auf die Gruppe vor ihm aus dem Wasser, 40 waren es auf die Spitze. „Da machen sich die fehlenden Schwimmeinheiten bemerkbar, am Ende fehlte die Kraft“, so Fabian, der bisher für das Training im Wasser nach Hannover fahren musste.

Fehlende Schwimmeinheiten als Problem

Die verlorene Zeit aber holte der 17-Jährige auf dem Rennrad schnell auf. „Ich konnte direkt an die Gruppe ranfahren, und da der Abstand zur Konkurrenz hinter uns komfortabel war, lief es sogar recht entspannt.“ Die Entscheidung um die Plätze musste auf der Laufstrecke fallen – und Fabian direkt einen Sprint hinlegen, nachdem er in der Wechselzone wichtige Sekunden verloren hatte. „Die waren so schnell losgerannt, da musste ich erstmal hinterher, das habe ich dann in den Beinen gemerkt und am Ende nur noch einen vor mir einsammeln können.“

Er bleibt realistisch: „Es wäre vielleicht um ein, zwei weitere Plätze gegangen, die Spitze war nicht einzuholen.“ Sieger wurde Henry Graf aus Darmstadt.

„Es gibt noch andere Chancen für mich, aber natürlich bin ich enttäuscht, alles andere wäre ja auch komisch“, beschreibt Franka Rust ihre Gefühle nach dem Qualifikations-Wettbewerb um die begehrten Tickets für die EM in Kitzbühel. „Das Schwimmen lief eigentlich solide, ich hatte 35, 40 Sekunden Rückstand auf die Spitze.“ Die wollte die 18-Jährige dann auf ihren Paradedisziplinen Rad und Laufen wett machen. „Vielleicht habe ich auf der ersten Radrunde überzockt, auf jeden Fall war das Radfahren schon nicht so stark, und beim Laufen ging dann nichts mehr.“

Nun wollen sie bei den „Finals“ in zwei Wochen in Berlin starten. Fabian für sein Bundesligateam aus Potsdam, Franka hängt in der Warteschleife: „Ich hoffe, ich kriege übers Kontingent noch einen Startplatz.“

Von Kathrin Bensemann

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