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Nationalspieler Tim Stöhr ist der letzte Neuzugang für die kommende Saison bei Volleyball-Bundesligist SVG Lüneburg. Foto: imago

Vielseitigkeit macht Stöhr besonders stark

Der Kader von Volleyball-Bundesligist SVG Lüneburg ist komplett. Mit Nationalspieler Tim Stöhr aus Bühl kommt ein Mann, der in vielerlei Hinsicht wertvoll für die SVG werden kann.

Lüneburg. Früher als je zuvor seit dem Bundesliga-Aufstieg 2014 ist der Kader von Volleyball-Bundesligist SVG Lüneburg jetzt komplett. Tim Stöhr heißt der fünfte und letzte Zugang dieses Sommers, und in diesem Fall trifft die bekannte Redewendung „last but not least“ absolut zu. Denn der 24-Jährige, der von den Bisons Bühl kommt, ist alles andere als ein unbeschriebenes Blatt und passt bestens ins Profil eines LüneHünen.

Tim Stöhr ist für die noch offene vierte Stelle im Außenangriff eingeplant, hat aber neben schon einigen Jahren Bundesliga-Erfahrung darüber hinaus Vorzüge, die ihn für Chefcoach Stefan Hübner besonders interessant gemacht haben.

2,04-m-Mann universell einsetzbar

„Er ist universell einsetzbar, sogar diagonal, hat vor allem aber auch schon Libero gespielt“, verweist der auf die Vielseitigkeit des 2,04-Meter-Mannes. Er könnte im Notfall auch Libero Tyler Koslowsky problemlos vertreten. Der Kanadier ist bisher noch nie wegen Krankheit oder Verletzung ausgefallen. Ungewöhnlich genug in bisher vier Jahren und ein großer Glücksfall.

Künftig würde es nun weit mehr als eine Notlösung geben. Denn Stöhr hat es als Libero sogar zum Nationalspieler gebracht. In Bühl half er mehrmals auf dieser Position aufgrund von Verletzungsproblemen aus, in der zweiten Saisonhälfte 2018/19 sogar so überzeugend, dass er für die Spielzeit danach einziger Libero im Kader war und im Sommer 2019 von Bundestrainer Andrea Giani zu einem Lehrgang eingeladen wurde.

Auch dort überzeugte der 2,04-Meter-Mann, zur Europameisterschaft nahm Giani dann aber nur Stamm-Libero Julian Zenger mit.

Lieber im Angriff punkten als nur Libero spielen

Stöhr blieb im Fokus, war für die Olympia-Qualifikation im Januar 2020 in Berlin lange ein Kandidat, wovor sich der Bundestrainer kurzfristig entschloss, als Zengers Konkurrent noch Routinier Markus Steuerwald zu einem Comeback zu überreden. Stöhr gab schließlich im Sommer 2020 in zwei Testspielen gegen Polen seinen Einstand auf dem Feld und blieb dann beim Neuaufbau nach verpasstem Tokio-Ticket als zweiter Libero auf der Longlist des Verbandes, obwohl er in Bühl inzwischen erneut die Position gewechselt hatte.

„Als Außenangreifer macht es mir einfach viel mehr Spaß. Als Libero habe ich mich, vor allem im Training, oft nicht ausgelastet gefühlt. Da fehlen mir die Sprünge – und ich will punkten“, erklärt der Rechtshänder. Er nahm bewusst in Kauf, seine Chancen im Nationalteam zu schmälern, denn auf Außen ist die Konkurrenz zu groß.

Große Ziele auch im Nationalteam

„Den Bundestrainer habe ich vorher darüber informiert, das war für ihn kein Problem. Er ist offenbar ein Fan von mir“, erzählt Stöhr grinsend und ergänzt: „Jetzt in der Nations League wäre ich wohl dabei gewesen. Aber zum Ende der Saison habe ich mir einen Bänderriss zugezogen. Mal sehen, eine Europameisterschaft kommt ja im September auch noch...“

„Seine Karriere ist ein Hin und Her, aber die Vielseitigkeit kann für uns auch mal wichtig werden. Er macht vieles gut, es fehlt aber das eine, überragende Element – kein Wunder bei dem oftmaligen Positionswechsel. Wichtig war für mich, dass Tim weiter große Ambitionen hat und sich noch entwickeln will. Die Möglichkeit hat er bei uns, hier ist er Außen eingeplant“, sagt SVG-Chefcoach Stefan Hübner erwartungsfroh.

Stöhr ist für ihn einer von vier Spielern auf der Außenposition – einer mit vorzüglichen Werten in der Annahme, der aber auch zweistellig punkten kann und sich im Angriff noch weiter verbessern will.

Von Holger Remus

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