Sonntag , 4. Dezember 2022
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Lolle Bo Sandmeister (v.l.), Svea Timm und Florian Jonas trotzten der Hitze und zeigten starke Leistungen in Göttingen. (Fotos: t&w und kab)

Landesmeisterschaften der offenen Rechnungen

Svea Timm, Florian Jonas und Yannis Günther holen Titel in der Hitze Göttingens. Lolle Bo Sandmeister sicherte sich bei ihrer Premiere gleich Silber.

Lüneburg. Es war wieder ein Wimpernschlag, der Florian Jonas vom MTV Treubund von seinem stärksten Kontrahenten Paul Ring (LG Nordheide) trennte, dieses Mal aber hatte der Lüneburger die Nase vorn: Der 15-Jährige lief bei den Landesmeisterschaften (LM) in Göttingen der Frauen, Männer und Jugend in starken 2:06,63 Minuten über 800 Meter zum Titel in der M 15. Svea Timm von der Lüneburger SV trotzte über 5.000 Meter ebenfalls der Hitze. Sie wurde in 17:37,96 Landesmeisterin bei den Frauen und stimmte sich auf die Deutschen Meisterschaften der U 23 am Wochenende in Koblenz ein. Hochspringer Yannis Günther vom TSV Adendorf sicherte sich Gold in der U 20.

Lolle Bo sprintet bei ihrer Premiere zum Vizetitel

Zehn hiesige Athletinnen und Athleten kämpften in Göttingen um gute Platzierungen – der erste große Wettkampf nach dem langen Lockdown. Und es gab weitere Podestplätze: Sprinterin Lolle Bo Sandmeister vom MTV Treubund startete bei ihrer LM-Premiere als 13-Jährige in der W 14 über 100 m und überraschte gleich mit einer neuen Bestzeit von 12,85 Sekunden und dem Vize-Landesmeistertitel.

Lea Kimpel vom TSV Adendorf lief mit Abifahrt in den Knochen über 200 m in 25,66 Sekunden zu Bronze in der U 20, über 100 m in 12,62 auf Platz fünf. Beides kann sie deutlich schneller, knackte über 100 m gerade erst in 12,17 Sekunden den Kreisrekord. Sie ist startklar für die Deutschen Jugendmeisterschaften im Juli in Rostock, für die sie sich bereits qualifiziert hat.

Vollgas auf den letzten 100 Metern

Bei der letzten LM hatte sich Florian Jonas enttäuscht Paul Ring geschlagen geben müssen, nun setzte er sich mit zwei Zehnteln hauchdünn durch. Seine Taktik: „Ich habe mich erst ins Feld eingereiht, hatte zwei Läufer vor mir und habe bei 300, 400 Metern den ersten überholt und Paul dann auf den letzten 100 Metern angegriffen.“ Es folgte ein spektakulärer Schluss-Spurt. 2:06,63 bedeuten persönliche und Landes-Bestzeit in der M 15. Die will er beim Sportfest in Adendorf pulverisieren und die Norm für die Deutschen Jugend-Meisterschaften schaffen. „Mir fehlt eine halbe Sekunde.“

Auch Svea Timm (LSV) hatte eine Rechnung offen und konnte in Göttingen Katharina Stark vom VfL Wolfsburg zehn Sekunden hinter sich lassen. „Das letzte Mal hat sie mich 200 Meter vor dem Ziel noch übersprintet“, so Svea, die auch abends um 20 Uhr noch mit 30 Grad klar kommen musste. „Auf jeder Geraden standen aber Helfer, die uns nasse Schwämme gereicht haben, so ging es tatsächlich.“

Svea Timm startet bei U  23-DM in Koblenz

Die 20-Jährige freut sich nun auf die U 23-DM in Koblenz. Zwar ist sie die Norm von 17:20 Minuten über 5.000 m noch nicht gelaufen, „aber ich wurde mit meiner Zeit von 17:30 aus dem vergangenen Jahr nachnominiert.“

Mit einer Höhe von 1,90 Metern hatte Hochspringer Yannis Günther den Landesmeister-Titel schon sicher, ließ die Latte dann für die DM-Norm auf 1,99 m legen. „Das hat leider nicht geklappt, die Höhe ist zwar da, das Tempo aber noch zu langsam, damit ich erst hinter der Latte und nicht schon über ihr aufkomme.“

Bei 1,90 Metern war klar: Yannis Günther hat den Landesmeistertitel. Foto: kab

Zu Bestzeiten über 800 Meter in der U 18 rannten Swantje Völzke (2:32,95/Platz 9) und Lisanne Boese (2:24,86) vom MTV Treubund. Lisanne belohnte sich durch ein mutiges Rennen mit Platz 5 und einem Ticket für die Norddeutschen Meisterschaften im September. Anouk Sawinski machte das Beste aus einem schwierigen Rennverlauf in der W 14, lief nach 2:36,72 ins Ziel.

Marcus May (MTV Treubund) wurde bei den Männern mit 13,74 Metern Vierter im Dreisprung und mit 6,06 Metern Sechster im Weitsprung. U 23-Juniorin Finja Anna Albrecht (TSV Adendorf) wurde im Weitsprung bei den Frauen Fünfte mit 5,24 Metern.

Von Kathrin Bensemann

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