Montag , 5. Dezember 2022
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Sie hat allen Grund, sich zu freuen: Bei Temperaturen um 30 Grad rannte Svea Timm bei der DM der U 23 über 5000 Meter auf Platz 8. (Foto: Lasse Meyer)

Die letzten Runden bei der DM tun richtig weh

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Aber Svea Timm belohnt sich mit Platz acht und persönlicher Bestleistung über 5000 Meter in Koblenz

Lüneburg. Im Sport kann eine Außenseiterrolle durchaus Vorteile haben. So zumindest hat es Svea Timm bei den deutschen Meisterschaften der U23 in Koblenz erlebt. „Ich war so gut wie gar nicht aufgeregt, habe mir gedacht, ich laufe einfach mit und versuche, mein Bestes zu geben.“ Das tat sie: Bei ihrer DM-Premiere über 5000 Meter pulverisierte die Athletin der Lüneburger SV bei Temperaturen um 30 Grad ihre Bestzeit um fast 15 Sekunden. In 17:16;89 Minuten lief sie als Achte über die Ziellinie. „Ich freue mich riesig und wusste, dass ich die Zeit laufen kann.“

Sie wollte beweisen, zurecht an der Startlinie zu stehen

Das wollte Svea Timm nicht nur sich selbst beweisen. Denn: Die 20-Jährige war die DM-Norm von 17:20 Minuten vorab noch nicht gelaufen (LZ berichtete) und trotzdem mit ihrer Bestzeit von 17:30 Minuten aus 2020 nachnominiert worden. „Da haben sich vielleicht einige gefragt, warum ich trotz der Diskrepanz dabei bin. Deshalb war es mir wichtig, unbedingt in Koblenz die Normzeit zu brechen und zu zeigen, dass ich zu Recht dort gestartet bin.“

Die 20-Jährige, die für die Lüneburger SV läuft, aber aus Jork kommt und inzwischen in Kiel Geografie studiert, war als einzige Starterin aus dem Niedersächsischen Leichtathletikverband über 5000 Meter dabei. Erst eine Woche zuvor war sie über diese Distanz in Göttingen zum Landesmeistertitel in 17:37;96 Minuten gelaufen. „Die Starterinnen in Koblenz kannte ich nur von den Namen her, einige sind schon international gelaufen“, erzählt Svea Timm.

Die Devise war: Nur nicht überrunden lassen

Bloß nicht überrundet zu werden, war ihre Devise. „Nach dem Startschuss war ich froh, dass sie ein Tempo angegangen sind, das ich ganz gut mitlaufen konnte. Aber ich wusste, dass da eine Tempoverschärfung kommen würde.“ Sie lief mutig in der Verfolgergruppe mit, von der sich die spätere deutsche Meisterin Blanka Dörfel (SCC Berlin/16:20;38) und die Zweitplatzierte Emma Heckel (LG Regensburg/16:25;17) schon früh gelöst hatten.

Svea Timm von der LSV, hier zwischen Denise Moser und Pauline Kayser, lief ein mutiges Rennen bei der U23-DM. Foto: Torben Flatemersch

Aber Svea Timm wusste: „Sobald die in meiner Gruppe richtig antreten, komme ich nicht hinterher.“ Das passierte nach 3000 Metern – und die LSVer­in musste sich allein durchbeißen. „Die letzten drei Runden taten so richtig weh, aber ich habe auch gemerkt, dass ich noch einige Meter wieder ranlaufen konnte, das hat mich motiviert.“ Und so lief sie den letzten Kilometer noch in einem starken Schnitt von 3:30 Minuten.

Abklatschen im Ziel mit der Konkurrenz war noch drin, ansonsten sei die Situation bei einer deutschen Meisterschaft schon wesentlich angespannter als etwa bei Wettkämpfen auf Landesebene. „Da ist vorher nicht viel mit reden, und die meisten würdigen einen keines Blickes“, hat Svea Timm beobachtet, die in Koblenz ihre Eltern zur Unterstützung dabei hatte.

Nächste Ziele stehen schon fest

Die nächsten Ziele hat sich die Studentin bereits gesteckt. Gerne würde sie die 3000 Meter unter zehn Minuten schaffen und über 5000 an die 17 Minuten heranlaufen. „Das traue ich mir zu.“ Einen Termin für letztere Distanz hat sie bereits im Visier: die Norddeutschen Meisterschaften der Frauen, Männer sowie der U 18 am 12. September in Bremen. Dann allerdings wird sie keine Außenseiterrolle haben, sondern als Mit-Favoritin in den Wettkampf gehen. „Und damit werde ich auch wieder richtig aufgeregt sein.“

Von Kathrin Bensemann

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