Donnerstag , 1. Dezember 2022
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Lokalmatador Demian Raab schaffte es bis ins Halbfinale der Lüneburg Open, musste sich dort knapp dem Turnierzweiten Frederico Moreno geschlagen geben. (Foto: be)

Hochklassiges Tennis bei Lüneburg Open des THC

Shaline Pipa und Niels Visker siegen bei den Lüneburg Open, Lokalmatador Demian Raab wird erst im Halbfinale gestoppt

Lüneburg. Das Damen-Finale war gestern keine fünf Minuten zu Ende, da versprach Shaline Pipa bereits übers Mikrofon, auch im kommenden Jahr wieder bei den Lüneburg Open zu starten: „Ich muss ja jetzt meinen Titel verteidigen.“ Den sicherte sich die 22-jährige Tennisspielerin des TV Visbek beim hochkarätigen Traditionsturnier des THC Lüneburg souverän mit 6:1 und 6:0 gegen Jana Bögner (THC von Horn und Hamm e.V.).

„Ich glaub‘, das war das schnellste Finale überhaupt, sie hat das einfach super gemacht“, attestierte die 17-jährige Zweitplatzierte der Turniersiegerin, die auf Platz 58 der Deutschen Rangliste steht und an Top 1 gesetzt war. Die 22-Jährige übte auf dem Platz mächtig Druck aus. „Ich wollte es meiner Gegnerin so schwer wie möglich machen, und das ist mir heute zu 99 Prozent geglückt“, freute sich Shaline Pipa. Sie lobte die gute Organisation beim THC. „Toll, dass es im Finale einen Schiedsrichter gab, so konnten wir Spieler uns voll und ganz auf unser Spiel konzentrieren.“

Herren machen es deutlich spannender als die Frauen

Viel Zeit, sich von den drei Wettkampftagen in Lüneburg zu erholen, hat sie nicht. Bereits am Freitag ist das Tennis-Ass schon wieder beim Auswärtspunktspiel ihres Vereins in der 2. Bundesliga gefragt. „Dafür nehme ich aus dem Sieg hier ordentlich Selbstvertrauen mit.“ Und immerhin 900 Euro Siegprämie.

Die erspielte sich bei den Männern der Niederländer Niels Visker vom Oldenburger TeV. Auch er war an eins gesetzt. Im Gegensatz zu den Frauen aber machten er und sein Finalgegner Frederico Moreno es deutlich spannender. Nach einem Rückstand von 5:7 und 0:3 kämpfte sich der Argentinier, der für den THC Hanau aufschlägt, im zweiten Satz beherzt auf ein 4:5 zurück und wehrte einen ersten Matchball Viskers ab.

Frederico Moreno gibt sich im 2. Satz nicht auf

Dann kam richtig Dynamik ins Spiel und es folgte ein hochkarätiger Schlagabtausch am Netz, den viele Zuschauer auf der Tennisanlage im Kurpark gebannt verfolgten. Die Entscheidung über den zweiten Satz musste im Tiebreak fallen – und da hatte Niels Visker die stärkeren Nerven und entschied das Spiel mit 7:6 für sich.

„Ich musste hart für den Sieg arbeiten“, resümierte der Turniersieger. Der 20-Jährige übernachtete nicht etwa im Hotel, sondern hatte mit seiner Freundin das Zelt am Reihersee in Brietlingen aufgeschlagen. Nach einer längeren Verletzung nutzte Visker die Lüneburg Open, um seine Fitness zu checken. „Aber es sieht wohl ganz gut aus.“

Demian Raab mit starken Heimauftritt

Fast noch hätte es ein Lokalmatador ins Finale geschafft: Demian Raab, der seine Tennisjugend beim THC Lüneburg verbrachte, scheiterte erst im Halbfinale am Turnierzweiten Moreno – und das mit 6:7 und 5:7 nur knapp. „Das war richtig eng, aber ich war von den zwei Spielen am Vortag einfach zu müde“, ärgerte sich der 28-Jährige, freute sich aber zugleich, endlich wieder in der Heimat gespielt zu haben. „Ich habe seit 14 Jahren nicht mehr hier aufgeschlagen.“

Wegen einer Hüftverletzung hatte Raab seine Tenniskarriere 2016 an den Nagel hängen müssen, spielt aber weiterhin für den Hamburger Club an der Alster. Mit seinem Team ist er aus der 2. Bundesliga abgestiegen, nun wollen sie in der Regionalliga alles geben. „Aber“, verrät er, „langfristig könnte ich mir vorstellen, wieder für den THC zu spielen.“

Amelie von Münch wird Zweite der U 14 beim Salzcup

Parallel zu den Lüneburg Open fand der Salzcup des THC für die Jugend statt. Für den Verein kämpfte sich hier einzig und allein Amelie von Münch ins Finale. Die erst Elfjährige spielte in der höherklassigen U 14 souverän mit, musste sich am Ende nur Viktoria Fojcik vom Oldenburger TeV geschlagen geben. „Damit bin ich sehr zufrieden.“

Von Kathrin Bensemann

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