Samstag , 3. Dezember 2022
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Top-Leistung im ersten Spiel: HVL-Neuzugang Pauline Wagner markiert hier eines ihrer drei Tore. Die Kreisläuferin trug maßgeblich zum 28:22-Sieg gegen Hannover-Badenstedt II bei. Links jubelt schon Svenja Glas. (Foto: be)

Alle Trümpfe des HV Lüneburg stechen

Die HVL-Handballerinnen starten nach starker 2. Halbzeit mit 28:22-Sieg über Badenstedt II in die Saison der Oberliga. Nicht nur die Neuzugänge überzeugen.

Lüneburg. Super Saisonstart für die Handballerinnen des HV Lüneburg in der Oberliga: Die Lüneburgerinnen schlugen im Sportpark Kreideberg den TV Hannover-Badenstedt II nach einer starken 2. Halbzeit mit 28:22 (9:11) und zeigten gleich mal, dass sie nicht so chancenlos sein werden wie vor zwei Spielzeiten vor der Corona-Krise.

"Das war sehr wichtig, mit so einem Erfolgserlebnis zu starten", freute sich ein zufriedener HVL-Trainer Torsten Doberass. Sein Team präsentierte sich nach wackeligem Start als starke Einheit, fast alle Spielerinnen bekam ihre Zeit auf der Platte ­– und lieferten alle ab.

Da ist zum Beispiel Juliana Fribus. Die junge Torhüterin steht für die gut funktionierende Jugendarbeit beim HVL. Sie begann in Embsen, kam über Adendorf zum HVL, wo sie zuletzt meist in der 2. Damen spielte, immer aber auch im Oberliga-Team mittrainierte. Mit Carina Gans bildet sie seit Sommer das Torhüterinnen-Duo.

Kopftreffer macht Juliana Fribus nur noch stärker

Sie machte in Halbzeit zwei ein überragendes Spiel, dabei wurde sie in der 40. Minute bei einem Wurf von Alina Könecke voll im Gesicht getroffen und musste behandelt werden. "Ich war kurz weg, hatte keine Kontrolle mehr. Aber danach war ich auf Flamme", erzählte sie direkt nach dem Spiel und zeigte auf ihre gerötete Nase. "Im Training haben Carina und ich schon gesagt, wenn man einen Ball ins Gesicht kriegt, dann hält man danach alles."

Und so war es dann auch. Die Torhüterin entschärfte in 30 Minuten zwölf Würfe der Badenstedterinnen, darunter eine spektakuläre Doppelparade in der entscheidenden Phase acht Minuten vor Schluss.

Ein weiteres Beispiel sind die beiden Neuzugänge. Als es nach 17 Minuten 2:5 aus HVL-Sicht stand, stellte Doberass auf zwei Kreisläuferinnen um und brachte Pauline Wagner. Die zeigte sofort ihre Klasse, war stets anspielbereit, sicher im Abschluss und stand auch in der Deckung stark.

Rika Spiller dreht nach der Pause so richtig auf

Zudem stellte sie in Halbzeit zwei viele Sperren für Rika Spiller, die dies auf Rechtsaußen gnadenlos ausnutzte und so den Großteil ihrer sieben Tore warf.

Eigentlich ist Rika Spiller ja auf Linksaußen gesetzt, doch nach zwei Fehlwürfen zu Beginn brachte Doberass nach 13. Minute die zweite Neue Denise Wollny. Das schmeckte Spiller gar nicht, die aber die richtige Reaktion zeigte und in Halbzeit zwei dann eben auf Rechtsaußen aufdrehte und das Spiel mit ihren Toren mit entschied.

Doch zurück zu Denise Wollny. Die Wietzendorferin traf nach ihrer Einwechselung gleich mit ihren ersten beiden Würfen, feierte ebenfalls einen gelungenen Einstand. "Dieser Start war wunderbar. Wir haben alle 100 Prozent gegeben und gewonnen. Das ist die Hauptsache." Wollny hatte sich bewusst für die Oberliga entschieden. "Der Unterschied zur Landesliga ist groß, allein die Aggressivität ist eine ganz andere."

Mannschaft funktioniert als Kollektiv glänzend

Doch nicht nur die bereits erwähnten Spielerinnen stachen für den HVL, die gesamte Mannschaft funktionierte als Kollektiv. "Es hat sich gezeigt, dass unsere Vorbereitung gut und richtig war. Die Mannschaft ist reifer geworden."

Und agiert in kniffeligen Phasen nicht mehr so hektisch. So wirft etwa Jula Steinbach nicht automatisch aus allen Lagen, sondern zeigte etwa gegen Badenstedt, wie stark sie den Block auf sich zieht, um dann die Kreisläuferinnen zu bedienen.

In der Abwehr greift Svenja Glas immer noch gut zu, lässt aber auch rechtzeitig genug los, um keine Zeitstrafe zu kassieren. Nur zwei Zwei-Minuten-Strafen zu fünf der Gäste sprechen da Bände.

Anne-Christine Miniers ragt in der Abwehr heraus

Und wenn dann eine Anne-Christine Miniers so stark verteidigt wie gegen die Hannoveranerinnen – gerade bei Tempogegenstößen stoppte sie die Gäste immer wieder großartig – dann kann der HVL Spiele gegen gleichwertige Gegnerinnen zu seinen Gunsten entscheiden.

Dass die Partie bis zur 53. Minute und dem vorentscheidenden 22:18 auf des Messers Schneide stand (in Minute 48 zeigte die Anzeigentafel 19:18), verdeutlicht, wie gut und breit der HVL-Kader in dieser Saison aufgestellt ist.

HVL: Gans, Fribus - Spiller (7), Glas (4), Wollny (4), Grote (4/2), Wagner (3), Draoui (3/1), Miniers (2), Steinbach (1), Zander, Söker, R. Horrey.

Von Ulrich Pott

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