Dienstag , 6. Dezember 2022
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Lea Kötter (links) von der Lüneburger DLRG holte mit ihrer Teamkollegin Magda Benzmüller die Goldmedaille bei der EM in Spanien. Foto: privat

Trocken zur Goldmedaille bei der EM der Rettungsschwimmer

Für ihren Junioren-Europameistertitel musste sich Lea Kötter von der DLRG Lüneburg nicht mal nass machen.

Lüneburg. Erst bei der Siegerehrung, als die deutsche Nationalhymne für sie und ihre Teampartnerin ertönte, realisierte Lea Kötter, was da passiert war: Die 17-Jährige holte Gold bei ihrer ersten Europameisterschaft. „Der Moment war sehr schön und ich hab’s genossen“, erzählt die Rettungsschwimmerin der Lüneburger DLRG. Es blieb nicht ihr einziger Podest-Platz: Am Ende der Junioren-EM in Castellón de la Plana an der Ostküste Spaniens erkämpfte sie noch Bronze mit der deutschen Staffel. Ein versöhnlicher Abschluss, nachdem sie in fünf Disziplinen auf dem undankbaren vierten Platz gelandet war.

Gleich fünfmal auf dem undankbaren vierten Platz

Für ihre Goldmedaille blieb Lea Kötter sogar trocken: Im „Line Throw“, das zeitlich auf nur 45 Sekunden begrenzt ist, musste sie vom Hallen-Beckenrand ein Seilende über zwölf Meter zu Teamkollegin Magda Benzmüller (Trier) werfen, die als „Verunglückte“ im Wasser wartete. „Das muss so gezielt passieren, damit sich das Seil nicht verheddert oder verknotet“, erklärt die frischgebackene Junioren-Europameisterin.

In Spanien gelang ihr ein Idealwurf, und sie zog ihre Partnerin blitzschnell als Erste am Seil ins Ziel und zum Titel. „National wird die Disziplin selten ausgetragen, aber ich hatte sie immer wieder im Training geübt. Man muss vor allem Nerven bewahren, weil es eben nicht immer auf Anhieb funktioniert.“

Eigentlich aber hatte die 17-Jährige eine Medaille in ihrer Ocean-Paradedisziplin „Surf Ski Race“, dem Rettungs-Ski-Rennen, angepeilt. Hier wurde sie Vierte. „Das war sehr ärgerlich, weil ich am Start nicht gut in den Ski reingekommen bin. Von der Schnelligkeit her hätte ich mitgehalten.“ Die Rettungsschwimmer müssen dabei aus knietiefem Wasser in ein kajakähnliches Rettungsboot springen und über rund 700 Meter Gas geben. „Aber das unruhige Mittelmeer ist dann doch etwas anderes als die Ilmenau“, gibt Lea Kötter zu bedenken. „Da sind die Spanier, Italiener oder Franzosen im Vorteil, weil sie immer im offenen Meer trainieren. Aber ich habe mich gut rangekämpft.“

Wettkämpfe am Strand bei 40 Grad

Deutlich besser gelang ihr der Start im Rettungs-Ski in der sogenannten „Taplin-Staffel“, bei der vier Rettungssportler eines Teams in den Disziplinen Brandungsschwimmen, Laufen, Rettungsboard- und eben Rettungsski um den Titel kämpften. „Die Bronze-Medaille war ein toller Abschluss“, freut sich Lea.

Zehn Wettkämpfe in sieben Tagen, dazu viele Qualifizierungsläufe – das Programm hatte es bei der Junioren-EM in sich. Dazu kamen auch Mitte September noch Temperaturen um die 40 Grad. „Wir hatten nochmal richtig Sommer und bei den Sprint-Disziplinen am Strand war es schon ordentlich heiß.“.

Die Corona-Regeln waren streng. Alle zwei Tage mussten sich die Athletinnen und Athleten testen, Zuschauer waren nicht erlaubt, auch am Strand gab es strikte Kontrollen.

Anreise per Bus statt mit dem Flieger

„Wir wollten eigentlich nach Spanien fliegen, sind dann aber lieber mit dem Mannschaftsbus angereist“, so Lea. 20 Stunden hin, 26 Stunden zurück. Das hat seine Nachwirkungen: „Anfang der Woche war ich richtig müde“, versichert die Schülerin des Gymnasiums Oedeme, die am Morgen nach der Ankunft trotzdem pünktlich um 8 Uhr im Unterricht saß. „Ich habe ja schon genug verpasst.“

Auch beim Training war sie bereits wieder, lässt es vorerst aber ruhiger angehen. „Erstmal werden mir jetzt die Weisheitszähne gezogen“, verrät Lea Kötter. Danach steigt sie mit neuem Trainingsplan wieder ein und hat ein festes Ziel im Kopf: „Im nächsten Jahr ist die Junioren-WM in Italien und ich werde alles geben, um wieder nominiert zu werden.“

Von Kathrin Bensemann

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