Montag , 5. Dezember 2022
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Wer entscheidet das Stadt-Derby? Janice Tischmann, Anne-Marie Voß-Franck, Tjorven Göb und Anna-Lena Müller (v.l.) vom VfL sind genauso motiviert wie Sina Kerstens, Christin Ratzlaff, Annika Bolbrügge und Ronja Kruse von Eintracht III. Sonntag um 17 Uhr ist Anpfiff auf der Hasenburg. (Foto: t&w)

SV Eintracht III und VfL Lüneburg gehen mit Vollgas ins Derby

Blau oder Grün? Wer regiert die Stadt? Die Fußballerinnen mussten ewig auf ihr Duell in der Frauen-Bezirksliga warten. Am Sonntag ist es endlich soweit.

Lüneburg. Sie spielen bereits die dritte Saison zusammen in der Frauen-Bezirksliga, wegen der vielen Corona-Unterbrechungen aber treffen die Fußballerinnen von SV Eintracht III und VfL Lüneburg erst jetzt aufeinander. Umso heißer sind sie aufs Duell am Sonntag um 17 Uhr auf der Hasenburg. „Als der Spielplan rauskam, haben wir sofort geguckt, wann das Derby steigt und dick im Kalender markiert. Das ist nochmal eine ganz andere Motivation und bei uns das Spiel mit den meisten Zusagen“, verrät Sina Kerstens, eine der vier Eintracht-Kapitäninnen.

Die beiden Mannschaften sind die einzigen hiesigen Teams in der Bezirksliga und auch in der Tabelle Nachbarinnen. Der VfL grüßt mit 22 Punkten vom zweiten Platz, hat lediglich ein schlechteres Torverhältnis als Spitzenreiter SV Böhme. Beide trennten sich zuletzt 1:1-Unentschieden. Die Eintracht lauert auf Rang drei mit 19 Punkten. Es geht also für beide Lüneburger Teams darum, sich weiter oben festzubeißen.

Dem VfL liegt der Platz auf der Hasenburg

„Da gibt es nur ein Gas, und das ist Vollgas. Wir wollen drei Punkte, wissen aber, dass das nicht einfach wird. Der Platz bei Eintracht liegt uns“, glaubt VfL-Kapitänin Janice Tischmann, deren Team nach der Quotientenregel in der Saison 19/20 bereits Bezirksmeister wurde. Die Spielerinnen entschieden sich gegen den Aufstieg. „Wir haben ja schon Landesliga gespielt, sind dann wieder runter und wollten uns erstmal wieder orientieren“, erklärt die Innenverteidigerin.

Nachdem ihre Mannschaft Trainer Dirk Mohwinkel vergangene Saison an die Landesliga-Frauen von Eintracht verlor, sprang kurzerhand Matthias Merz als Coach ein. Sie mussten den ehemaligen VfL-Fußball-Boss, der nach einem Herzinfarkt kürzertritt, nicht lange überreden. „Er holt das Beste aus uns heraus, und wir sind ganz pflegeleicht“, so Janice Tischmann. Tore jedenfalls fallen massenhaft, 50 schossen die VfL-Frauen in den bisherigen acht Saisonspielen, allein 20mal netzte Isabell Schneider ein.

Große Leistungsunterschiede bei den Bezirksliga-Teams

Hohe Siege aber, das fällt auf, gibt es in der Frauen-Bezirksliga Ost reichlich. „Die Leistungen klaffen extrem auseinander. Viele Teams haben Spielerinnen in der Coronazeit verloren, dafür rücken dann junge nach, das merkt man. Auch bei den Torhüterinnen gibt es große Unterschiede“, berichten Janice Tischmann und Tjorven Göb vom VfL.

Die Eintracht, die ein Torverhältnis von 38:6 aufweist, ist vorbereitet auf den Druck der Stadtrivalinnen in Richtung Tor. „Die große Offensive müssen wir verhindern, wir wollen früh stören. Es wird körperbetont werden und sich nichts geschenkt. Und die drei Punkte, die bleiben hier“, gibt sich SVE-Stürmerin Christin Ratzlaff kämpferisch.

Nicht nur sie setzt auf die eingeschworene Gemeinschaft innerhalb ihrer Mannschaft. „Man nennt uns auch Team Harmonie“, setzt Annika Bolbrügge hinzu, „da läuft der Rest von allein.“

Von Kathrin Bensemann

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