Sonntag , 4. Dezember 2022
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Andreas Bierzahn
AEC-Torwart Andreas Bierzahn hatte alle Hände voll zu tun, hier ist er gegen Sergej Piskunov gefordert. Auch seine Vorderleute Max Petersen (rechts) und Kamil Hajsmann (vorn) kämpften aufopferungsvoll. (Foto: be)

AEC fehlen 14 Sekunden zum Sieg

Der Adendorfer EC steht in der Eishockey-Regionalliga nach einer grandiosen Leistung vor einem Dreier gegen den Spitzenreiter ECW Sande, kassiert ganz kurz vor Schluss aber den Ausgleich. Und in der Verlängerung kommt es, wie es kommen muss.

Adendorf. Was für ein fantastisches Spiel! Nur das Ergebnis stimmte am Ende nicht aus Sicht des Adendorfer EC nach einem spektakulären Eishockey-Abend. Mit 4:5 nach Verlängerung verloren die Heidschnucken gegen den ECW Sande, den Spitzenreiter der Regionalliga, der am Rande einer Niederlage stand. 14 Sekunden vor Schluss hatten sich die Jadehaie überhaupt erst mit dem Treffer zum 4:4 in die Verlängerung gerettet.

"Wir wussten, dass es zum Ende hin sehr schwierig für uns wird", bilanzierte AEC-Coach Matthias Hofmann. Er hatte zwei Reihen praktisch durchspielen lassen, Salfeld und Hauslo kamen nur kurz auf Eis. Hofmann: "Ich habe die Jungs durchgejagt, weil wir an diesem Wochenende nur ein Spiel hatten."

Anstrengendes Spiel für Bierzahn

Total verschwitzt kamen so nicht nur die Feldspieler nach dem Match aus der Kabine, sondern auch Goalie Andreas Bierzahn. "Das war das anstregendste Spiel auch für mich bisher. Am Ende wurden wir brutal ausgespielt", meinte "Ando".

Da machte sich nicht nur bemerkbar, dass Sande mit zwei Stürmern mehr angereist war. Die Gäste brachten zudem spielerische Qualität aufs Eis, wie sie wohl kein Konkurrent bieten kann. Allein die Moves von Neuzugang Dejdar, der unzählige Spiele für Bremerhaven in der DEL und DEL2 absolviert hatte, waren das Eintrittsgeld wert.

Hajsman legt zwei Tore vor

Und trotzdem hätte der AEC mit ein bisschen mehr Glück nicht nur einen, sondern alle drei Punkte einsacken können. "Wir hatten uns vorgenommen, defensiv gut zu stehen und zu kontern", erzählte Bierzahn. Eine Taktik, die zunächst voll aufging. Sande machte das Spiel, Adendorfs Hajsmann aber die beiden Tore. Der Hattrick war möglich, doch der Tscheche scheiterte mit einem Penalty an ECW-Goalie Cmutovs (29.).

Allmählich aber drückte Sande immer stärker aufs Gaspedal. Der fabelhaft aufgelegte Bierzahn und seine unermüdlich kämpfenden Vorderleute zerrissen sich schier, vor allem Hajsman und Tomecko blieben bei Kontern stets gefährlich. Das Spiel kippte aber praktisch in Zeitlupentempo, weil Sande nie aufgab, nie in Hektik verfiel, sondern einfach die Schlinge immer fester zuzog.

Sechs Minuten können fürchterlich lang sein

Auf den ersten Treffer der Gäste fand Ringe mit dem 3:1 noch die passende Antwort. Dem zweiten Sander Tor folgte das 4:2 durch Tomecko sechs Minuten vor Schluss. Doch sechs Minuten können im Eishockey fürchterlich lang sein. "Da ist uns die Luft ausgegangen", räumte Bierzahn ein.

Dem 4:3 folgte ein unerbittliches Sander Powerplay. Die letzte Minute mussten die Jadehaie in Unterzahl spielen, die sie durch die Herausnahme ihres Torwarts wieder auflösten. 14 Sekunden vor Schluss erzwang Demianiuk die Verlängerung. Die Trommler der Gäste flippten geradezu aus, während die Mehrzahl der 476 Zuschauer vor Schreck erstarrte.

Gute Werbung für das Weserstars-Spiel

"Wir hatten ja trotzdem die Chance, das Spiel zu gewinnen", wusste Hofmann. Cernych kam einmal frei zum Schuss aus der Halbdistanz, Cmutovs parierte glänzend (63.). Nur eine Minute später sorgte Jache mit seinem zweiten Treffer für das vorzeitige Ende. Das glücklichere Ende für Sande – doch der Spitzenreiter hatte sich dieses Glück mit seinem nimmermüden Einsatz verdient.

"Wer weiß, wofür dieser Punkt noch gut ist?", tröstete sich AEC-Geschäftsführer Finn Sonntag. In jedem Fall bot das Team beste Werbung fürs nächste Heimspiel am kommenden Samstag gegen die Weserstars.

Von Andreas Safft

AEC- ECW Sande 4:5 (2:0, 1:1, 1:3, 0:1) n.V.

Tore: 1:0 Hajsman (4., Cypas, Tomecko), 2:0 Hajsman (17., Cypas, Kulabuchov), 2:1 Dejdar (33.), 3:1 Ringe (34., Drozd, Kosianski), 3:2 Teljukin (47.), 4:2 Tomecko (54., Petersen, Hajsman), 4:3 Jache (56.), 4:4 Demianiuk (60., 4-5), 4:5 Jache (64.).

SR: Apel. ZS: 476. Strafen: AEC 8 Minuten, ECW 4.

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