Sonntag , 4. Dezember 2022
Anzeige
Nicolai Hauslo
Nicolai Hauslo (vorn), eigentlich gelernter Verteidiger, ist beim AEC mittlerweile in den Sturm gerückt. (Foto: be)

Eishockey geht auch etwas entspannter

Der Deutsch-Norweger Nicolai Hauslo fühlt sich beim Adendorfer EC wohl – erst recht nach dem Trainerwechsel. Nun warten Timmendorf und die Weserstars auf den Eishockey-Regionalligisten.

Adendorf. Mit fünf Jahren haben Nicolai Hauslo und seine Familie Berlin verlassen, um nach Norwegen in die Heimat seines Vaters zu ziehen. Mit 22 Jahren ist er jetzt nach Deutschland zurückgekehrt. Nicht in die Hauptstadt, sondern zum Eishockey-Regionalligisten Adendorfer EC. Doch Sehnsucht nach der Metropole hat er definitiv nicht: „Für mich ist Adendorf von der Größe her ideal. Wenn alle Seiten zufrieden sind, komme ich gern in der nächsten Saison zurück.“

Erst einmal stehen aber zwei besondere Spiele für ihn an – an eines erinnert sich Hauslo besonders gern, an das andere nicht. Am Freitag (20 Uhr) sind die Heidschnucken zu Gast beim EC Timmendorfer Strand, beim 4:3 im Hinspiel gelang ihm sein erster Treffer. 24 Stunden später empfängt der AEC die Weserstars Bremen, gegen die er im Hinspiel nach 5:0-Führung noch mit 6:8 verlor.

Beim AEC ist mehr los als in der 1. norwegischen Liga

Der damalige Trainer Andris Bartkevics stolperte unter anderem über diese Niederlage. Hauslo findet, dass unter Nachfolger Matthias Hofmann die Stimmung eindeutig besser geworden ist. „Wenn man mal einen Fehler macht“, sagt er, „muss man nicht gleich Angst haben, angeschrien zu werden.“

Das passt zu seinem skandinavischen Gemüt. „In Norwegen sind die Leute etwas entspannter. Sie nehmen die Sachen einfach, wie sie kommen.“ Deutlich ruhiger geht es dort auch in den Eishockey-Hallen zu. Hauslo spielte vor der Corona-Pause in der dritten Liga für Ski IL, „aber selbst in der ersten norwegischen Liga ist nicht so viel los in der Halle wie in Adendorf“. Und dass er eine Wohnung sowie die Ausrüstung zur Verfügung gestellt bekommt, hätte er auch nicht unbedingt erwartet: „Das ist alles sehr professionell hier.“

Fußball war nicht so sehr der Hit

Hauslos Vater ist Norweger und hatte in Karlsruhe studiert, seine Mutter ist Deutsche. Er selbst kickte zunächst, „das war aber kein Hit“. Deutlich mehr Spaß machte ihm aber Eishockey. Schon in Norwegen spielte er je nach Bedarf mal in der Defensive, mal vorn. Beim AEC begann er als Verteidiger, nach dem Ausfall von Denny Böttger und der Beförderung von Matthias Hofmann zum Trainer war die Not im Sturm aber groß. „Verbesserungsmöglichkeiten gibt es immer“, kommentiert er seine Leistung zurückhaltend.

Von daher war es für Hauslo auch kein Problem, dass er ebenso wie Tufan Salfeld zuletzt in der heißen Phase der Partie gegen Sande draußen blieb, „wir sind ja noch jung“. Umso mehr ärgerte er sich darüber, dass der AEC trotz einer großartigen Leistung 14 Sekunden vor Schluss den Ausgleich kassierte und nach Verlängerung verlor. „Sicher war das ein gutes Spiel von uns“, sagt er, „aber noch lieber als das Lob wären mit drei Punkte gewesen“.

Sechs würde er am liebsten an diesem Wochenende holen. „Gegen Bremen haben wir etwas gutzumachen“, weiß der Deutsch-Norweger nach dem dramatischen Einbruch im ersten Vergleich ganz genau. Aber zu viel Druck machen möchte er sich nicht. Mit dieser Einstellung ist ja ganz Adendorf zuletzt besser gefahren.

Von Andreas Safft

AEC künftig ohne Strasser

Zwei Schlüsselspiele innerhalb von 24 Stunden

Timmendorf und die Weserstars, die nächsten Adendorfer Gegner, sind neben dem HSV die Hauptkonkurrenten des AEC um einen Playoff-Platz. Fürs Halbfinale gesetzt sind sicher Sande und die Harzer Falken. Bleiben noch zwei Plätze, um die sich vier Teams balgen. Von einem „Zwölf-Punkte-Wochenende“ spricht daher schon der AEC-Geschäftsführer.

Sechs Punkte fuhren die Bremer am vergangenen Wochenende ein, haben ihren schwachen Saisonstart längst vergessen lassen. Ein starkes Debüt gab der Kanadier Jacob Kelly, der zuvor für Harsefeld gestürmt hatte. Der Kader des AEC hingegen schrumpft weiter: Tim Strasser verlässt den Verein, um woanders mehr Spielpraxis sammeln zu können.

Karten gibt es online im AEC-Ticketshop, auf eventim.de, sowie bei der LZ-Veranstaltungskasse – falls noch Resttickets vorhanden sind, auch an der Abendkasse (Infos kurzfristig auf der AEC-Facebookseite). Es gilt die 2G-Regel ohne zusätzliche Testpflicht für Geimpfte und Genesene, dafür muss eine FFP2-Maske durchgehend getragen werden.

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.