Samstag , 3. Dezember 2022
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Handball, HV Lüneburg, Oberlliga, Jorid Zandre
Jorid Zander (am Ball), hier ein Archivfoto gegen den TV Hannover, zeigte in List eine starke Vorstellung für den HV Lüneburg, trug sechs Tore zum 28:23-Sieg bei. Foto: be

HV Lüneburg meldet sich stark zurück

So richtig wussten die Oberliga-Handballerinnen des HV Lüneburg nicht, wo sie leistungsmäßig nach sechs Wochen Wettkampfause stehen. Doch das Team zeigte in List eine überzeugende Vorstellung und gewann vor allem dank einer bestimmten Fähigkeit.

Hannover/Lüneburg. Das war ein souveräner und starker Start in das neue Jahr für den HV Lüneburg: Die Oberliga-Handballerinnen siegten bei Germania List 28:23 (13:12) und schraubten ihr Punktekonto auf 15:5. Entscheidend war, dass die Lüneburgerinnen in der Schlussphase deutlich mehr zuzusetzen hatten.

Nach sechs Wochen Wettkampfpause war sich das Team von Trainer Torsten Doberass nicht sicher, wo es leistungsmäßig steht. Entsprechend verunsichert gingen die Gäste ins Spiel, leisteten sich zunächst eine Reihe von Ballverlusten, die List nutzte. So führten die Gastgeberinnen nach zehn Minuten mit 6:3.

Umstellung auf 6:0-Deckung zahlt sich aus

HVL-Coach Doberass reagierte, stellte auf eine defensive 6:0-Deckung um, "weil bei denen aus dem Rückraum nicht viel kam". Jula Steinbach, Pia Söker und Anne-Christine Miniers bildeten einen starken, für List kaum überwindbaren Mittelblock. Mit dieser Maßnahme beruhigte der HVL das Spiel und fand zurück in die Spur.

Bis zur Halbzeit hatten die Lüneburgerinnen den Rückstand egalisiert, lagen mit 13:12 vorn. "Ich habe der Mannschaft in der Halbzeit gesagt, dass sich das Spiel in den letzten zehn, 15 Minuten entscheiden wird und sie darauf eingeschworen", erklärt Doberass.

Pia Söker führt umsichtig Regie

So kam es schließlich auch. List nahm zunächst die Außen Ouisal Draoui und Denise Wollny geschickt aus dem Spiel. Das wog umso schwerer, als auch Rika Spiller nach ihrer Mittelfuß-Operation noch nicht wieder einsatzfähig war. Aber dank der starken Deckungsleistung und der umsichtigen Regie von Pia Söker als Ballverteilerin sowie der Treffsicherheit von Jorid Zander im linken Rückraum blieb der HVL immer auf Augenhöhe.

Anne-Christine Miniers nutzte immer wieder Eins-gegen-Eins-Situationen zu Toren und wenn die Außen isoliert waren, schickte Doberass oft eine zweite Kreisläuferin auf die Platte, um den Rhythmus des Gegners zu stören.

Entscheidung fällt in der Schlussphase

Das alles ging bis zur Crunch Time auf. Zwischen der 45. und 48. Minute verschaffte sich der HVL dann den entscheidenden Vorteil. Draoui, Zander und Miniers machten aus einem 20:20 eine 23:20-Führung für die Lüneburgerinnen. List reagierte mit einer Auszeit, schaffte es aber nicht mehr, diesen Rückstand aufzuholen. Dafür fehlte dem Team schlicht die Kraft.

"Wir hatten dann mehr Reserven, haben munter durchgewechselt. Diese Möglichkeit hatte der Gegner nicht", sagte Doberass. Noch einmal gelang dem HVL dann mit Tempogegenstößen ein 3:0-Lauf von 25:22 auf 28:22. Damit war die Partie endgültig entschieden.

Doberass lobt Reifeprozess

"Wir werden in einer knappen Schlussphase nicht mehr nervös und wollen die Dinge nicht mehr übers Knie brechen. Da hat die Mannschaft einen starken Reifeprozess hinter sich, und das setzen die Spielerinnen auch super um", lobte Doberass.

HVL: Gans, Hedemann (n.e.) – Draoui (7/5), Zander (6), Steinbach (6), Wollny (5), Miniers (4), Söker, Glas, Wagner, Horrey, Spiller (n.e.)

Von Matthias Sobottka

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