Samstag , 3. Dezember 2022
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Golf
Beim Golfen lassen sich Abstandregeln leichter einhalten als zum Beispiel beim Fußball. Daher haben die ersten Clubs die 2G-Regel schnell auch auf ihrer Anlage gekippt. (Foto: AdobeStock)

2G – Abwarten heißt die Devise im Sport

Nur einige Golfclubs kippen die 2G-Regel nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg sofort. Die beiden Lüneburger Großvereine verfolgen eine andere Strategie.

Lüneburg. Wer in Niedersachsen draußen auf einer Anlage Sport treiben will, der musste als Erwachsener bisher vollständig geimpft oder genesen sein. Diese Regelung hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg jetzt außer Kraft gesetzt. „Die umfassende Untersagung ... erweise sich als unangemessen“, heißt es in der Urteilsbegründung. Theoretisch könnten die hiesigen Sportvereine also ab sofort ihre Stadien und Plätze auch für Ungeimpfte wieder öffnen. Praktisch sind allerdings noch einige grundsätzliche Fragen offen – viele Vereine warten noch ab, ob und wie das Land mit einer neuen Verordnung reagiert.

Geklagt hatte eine Golferin aus Niedersachsen, die nicht geimpft ist und trotzdem die Anlage ihres Vereins nutzen wollte. Besonders auf den hiesigen Golf-Anlagen wurden daher die Konsequenzen aus diesem Richterspruch sofort besprochen und umgesetzt. Auf der Golfanlage Schloss Lüdersburg wurden am Mittwoch die 2G-Hinweisschilder entfernt.

Nicht-Geimpfte haben Druck gemacht

Das Golfresort Adendorf weist auf seiner Homepage darauf hin, „dass Menschen ohne Impf- oder Genesenennachweis Sport draußen unter Einhaltung der Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte/Nicht-Genesene treiben dürfen“. Aus mehreren Clubs war zu hören, dass Nicht-Geimpfte auf ein schnelles Kippen der 2G-Regel vor Ort gedrängt, zum Teil mit Nicht-Zahlung der Beiträge gedroht hatten.

„Wir ermöglichen Ungeimpften ab sofort wieder das Spielen“, erklärt Nils Seib, Vorstand Marketing im Golf-Club St. Dionys. Mitglieder wie auch Gäste werden im Buchungssystem automatisch auf die neuen Regeln hingewiesen. Ob ein Besucher, der die 2G-Regel nicht erfüllt, aber auch das Clubhaus betreten darf, um zum Beispiel Greenfee-Gebühren zu bezahlen, bezweifelt er: „Wir hoffen, dass dies in der nächsten Verordnung klar geregelt wird.“ Die ist für den 6. Februar angekündigt.

Infektionsrisiko nicht überall gleich

Das OVG unterscheidet zwischen Individualsportart wie Golf und einer Mannschaftssportart wie Fußball, die „die Einhaltung eines Abstandsgebots oder einer Maskenpflicht vernünftigerweise nicht erwarten lasse“. Ausdrücklich empfiehlt das Gericht dem Land, neue Maßnahmen anzuordnen, dabei aber das unterschiedliche Infektionsrisiko zu beachten.

„Ich erwarte, dass dies zeitnah geschieht“, meint Jörn Lucas, Geschäftsführer des MTV Treubund. „Ich erwarte dabei eine differenzierte und konkrete Regelung, die es Betreibern ermöglicht, den Betrieb gut zu regeln.“ Der MTV Treubund will seine vereinsinternen Regelungen auf einer Präsidiumssitzung in der nächsten Woche überprüfen und „aufgrund der dann hoffentlich vorliegenden neuen Corona-Verordnung neu fassen“, sagt Lucas.

Großvereine belassen vorerst alles beim Alten

Bis dahin bleibt es bei der bisherigen Regelung von 2G plus in den Sporthallen und auf den vereinseigenen Sportplätzen. Ähnlich verfährt der VfL Lüneburg. Vereinschef Uwe Walther will beobachten, wie das Land auf das OVG-Urteil reagiert, und dann nach Absprache mit dem Präsidium mögliche Lockerungen beschließen: „Aber immer unter der Maßgabe der Risikominimierung.“

Die Vereine können also ihre Plätze für Ungeimpfte öffnen – oder vorerst alles so lassen. „Nach unseren Erfahrungen sind viele eher vorsichtig“, weiß Susanne Pöss, Geschäftsführerin des Kreissportbunds Lüneburg (KSB). Zudem findet, abgesehen vom Fußballtraining, zurzeit kaum eine Sportart draußen auf dem Platz statt.

Von Andreas Safft

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