Sonntag , 4. Dezember 2022
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Dalton Solbrig
SVG-Mittelblocker Dalton Solbrig (r.) überzeugt auch immer wieder im Angriff. (Foto: be)

Solbrig kämpft um jeden einzelnen Punkt für die SVG

Dalton Solbrig hat sich nach langer Verletzung ins Lüneburger Volleyball-Team zurückgekämpft. Er überzeugt mit variablem Spiel und vielseitigen Interessen, weil Fernsehen allein ihn nicht glücklich macht.

Lüneburg. Lange konnte er bei der SVG Lüneburg nicht zeigen, was er drauf hat. In der vergangenen Saison stoppte ihn eine Knöchelverletzung, die operiert werden musste. Dalton Solbrig verpasste fast die gesamte Serie des Volleyball-Bundesligisten. Phasenweise agierte er sogar als Co-Trainer. In dieser Saison aber ist der 25-jährige US-Amerikaner auf dem Feld am Start. Und das sehr gut. Am Sonnabend (20 Uhr, LKH-Arena) steht das nächste Kräftemessen mit den Volleys Herrsching an.

Der Knöchel schmerzt immer noch

„Ich bin sehr froh, dass ich jetzt spielen kann“, sagt Solbrig, „der Knöchel schmerzt noch ab und zu ein wenig. Aber das beeinträchtigt mich nicht. Ich kann normal trainieren und spielen.“ In den vergangenen Wochen zeigte der 1,99-m-Mann seinen Wert für die SVG, wurde zu einer echten Alternative auf der Mittelblocker-Position neben den etablierten Pearson Eshenko und Michel Schlien.

Sein bestes Spiel machte er im Pokal-Halbfinale gegen Herrsching (3:2), wo er, wie in andern Partien auch, vor allem im Angriff überzeugte. „Ich bin sehr zufrieden mit meiner Entwicklung jetzt nach der Verletzung. So langsam komme ich wieder zurück auf das Level, das ich mir vorstelle“, sagt Solbrig.

Ein Satz taucht immer wieder auf

Auch die Entwicklung des Teams sieht er positiv: „Klar, der Start war schwierig. Aber wir haben unsere Identität gefunden. Und die zeichnet sich durch einen Satz aus, den sich gute Teams immer wieder sagen: ‚Wir haben noch nicht unseren besten Volleyball gespielt‘. Das heißt, wir können uns immer weiter verbessern. Daran arbeiten wir. Kämpfen um jeden einzelnen Punkt – das ist unser Credo.“

Der aus dem US-Bundesstaat Illinois stammende Solbrig ist ein Mann vielseitiger Interessen. So ist er studierter Meeresbiologe, machte seinen Abschluss an der University of Hawaii.

Er müsste mal wieder Klavier spielen

Aber warum verlässt man freiwillig einen Ort wie Hawaii? Solbrig lacht und sagt: „Das werde ich immer wieder gefragt. Nun, ich wollte einfach meine Karriere als Profi-Volleyballer forcieren. Aber es stimmt schon: Hawaii ist traumhaft schön. Es ist mein zweites Zuhause. Ich verbringe jeden Urlaub dort.“

Zudem spielt Dalton Solbrig Klavier. „Ich müsste mal wieder üben. Das habe ich schleifen lassen“, erzählt er und liefert eine einleuchtende Erklärung für dieses Interesse: „Ich wollte einfach neben dem Volleyball nicht nur Videospiele spielen oder Fernsehen gucken.“

Auf die finalen Wochen der Saison blickt Dalton Solbrig mit Vorfreude: „Ich hoffe, wir erreichen rechtzeitig zum Pokal-Endspiel und zu den Playoffs unseren Leistungshöhepunkt.“

Herrsching sitzt der SVG im Nacken

Eine Hoffnung, die er mit seinem Trainer Stefan Hübner teilt. Zuletzt lief es in Herrsching gar nicht gut – 0:3. Die personellen Probleme waren eine Erklärung, aber Hübner war trotzdem alles andere als amüsiert: „Die Art und Weise war nicht in Ordnung. Einige Spieler waren nicht voll da, wir haben viele einfache Fehler gemacht.“

Die SVG will unbedingt den ersten Platz der Zwischenrunde 5 bis 8 halten. Dafür muss nun ein Sieg her. Denn bei einer weiteren Niederlage ohne Punkt würde Herrsching Rang eins übernehmen.

Immerhin sieht es personell wieder besser aus. Bis auf Jannik Pörner sind alle an Bord. „Was die angeschlagenen Spieler angeht, bin ich zuverlässig“, so Hübner, „das entwickelt sich in die richtige Richtung.“

Von Matthias Sobottka

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