Sonntag , 4. Dezember 2022
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SVG Lüneburg - Friedrichshafen
So jubelte die SVG beim letzten Aufeinandertreffen - in der Bundesliga feierten die Lüneburger einen 3:2-Sieg gegen Friedrichshafen. (Foto: be)

Der Ticker zum Finale: SVG Lüneburg – VfB Friedsrichshafen

Zum dritten Mal greifen die Volleyballer der SVG Lüneburg nach dem DVV-Pokal. Zum dritten Mal heißt der Gegner VfB Friedrichshafen. 0:3 gingen die Vergleiche 2015 und 2019 aus. Diesmal will die SVG mehr - nicht nur einen Satz gewinnen, sondern gleich das Finale. Live vor Ort in Mannheim tickert LZ-Sportredakteur Andreas Safft mit. 

Es hat leider wieder nicht gereicht. Die SVG Lüneburg unterliegt dem VfB Friedrichshafen mit 1:3 (20:25, 25:17, 24:26, 23:25). Das Team von Chefcoach Stefan Hübner biss sich nach schwachem Beginn in die Partie, verspielte aber im vierten Durchgang eine klare Führung.

Satz 4 - 23:25

23:25 - aber der zweite sitzt. Vicentin greift an, vom Lüneburger Block aus springt der Ball ins Aus. Und alle Friedrichshafener springen aufs Parkett. Schade, SVG!

23:24 - Eshenko wehrt den ersten Matchball mit einem gefühlvollen Ball ab.

22:23 - Solbrig schlägt ins Aus auf, Cacic antwortet mit einem Service ins Netz.

19:21 - Nath schlägt den Ball klar ins Aus. Plötzlich könnte es ganz schnell vorbei sein.

19:19 - willkommen in der Crunch Time. Die Jungs vom Bodensee haben sich wieder rangekämpft. Hier darf kein Team auch nur eine Minute lockerlassen.

17:12 - es gibt keine leichten Punkte mehr. Dann sorgt Ewert halt für die schweren. Nach eigener Annahme und perfektem Zuspiel von Worsley kommt Ewert durch die Mitte zu einem ganz wertvollen Punkt. Es riecht nach fünf Sätzen.

16:12 - Monsterblock von van de Kamp. Aber hat er das Netz berührt? Nein - es bleibt beim Punkt, den der Niederländer frenetisch feiert.

13:12 - nach einem Ass von Maase und einem erfolgreichen Block sind die Häfler wieder dran. Fast zwei Stunden wird schon gespielt - und noch immer ist kein Sieger in Sicht.

11:6 - nach Blocks steht es mittlerweile 10:8 für die SVG. Das kann am Ende der Schlüssel zum Sieg werden.

6:4 - der lange Ballwechsel mit wahnsinnigen Rettungstaten auf beiden Seiten war einer für die Galerie. Cacic macht den Punkt für den VfB.

5:2 - noch ein Block, noch ein Break. Und die frühe Auszeit des VfB.

3:1 - weiter geht's. Mit dem ersten Break der SVG.

Nun läuft wieder die Kinder-, äh, Zuschaueranimation. "Put your hands in the air!" Von wegen. Wie soll ich dann diese Sätze schreiben?

Satz 3 - 24:26

24:26 - bitter! Nath bleibt im Block hängen, Friedrichshafen geht mit 2:1 in Führung. Aber noch ist nichts verloren, die SVG agiert auf Augenhöhe. Und dramatische Fünfsatzsiege gab es in der Vereinshistorie schon zur Genüge. Warum nicht auch einmal in einem Pokalfinale?

24:24 - Ewert rettet die SVG in die Verlängerung.

24:23 - aber wieder eine Challenge! Wer bekommt den Satzball? "Lüneburg", brüllt der Block rechts. Vergebens. Friedrichshafen bekommt den Punkt.

20:21 - und so schnell geht es wieder zurück. Ewert schlägt ins Aus. Challenge - und Friedrichshafen behält den Punkt. Hübner bittet seine Mannen zu sich.

19:18 - so schnell geht das. Ein Block der SVG, ein verzogener Angriff des Gegners - und schon sieht die Welt wieder ganz anders aus. Der Lüneblock eskaliert, doch die Friedrichshafener Trommler sind längst noch nicht müde.

16:18 - ein Schlag von Nath geht knapp ins Aus, doch Hübner will eine Blockberührung des Gegners gesehen haben. Die Challenge entscheidet. Kein Tusch. Knapper Vorteil also für die Häfler nach diesem Break.

15:15 - Super-Block von Eshenko! Und damit geht es jetzt in eine ganz entscheidende Phase des Endspiels. Das Momentum spricht im Augenblick jedenfalls für die SVG.

7:11 - Friedrichshafens Diagonalangreifer Hirsch punktet weiter kräftig. Gegen seinen Hammer ist Eshenko machtlos.

6:9 - wichtiger Punkt von Ewert nach einer Rallye. Sonst wäre der VfB schon wieder zu weit weg gewesen.

4:7 - im Lüneburger Block wurde gerade auch eine HSV-Fahne sichtbar. Die Jungs wollen offenbar an diesem Wochenende wenigstens einen Sieg sehen, hehe.

1:3 - der Satz beginnt gleich mit einem Break für die Gäste. Die SVG wechselt weiterhin nicht. Warum auch nach dem überzeugenden zweiten Durchgang?

Ach, warum muss beim Volleyball immer so viel Brimblorium ums Spiel gemacht werden? Jetzt wird das Applaus-O-Meter wieder bis zum Anschlag hochgejagt, als wenn die Anhänger beider Seiten nicht schon freiwillig genug Krach machen würden.

Satz 2 - 25:17

25:17 - Eshenkov macht den Deckel drauf. Wir werden also mindestens zwei weitere Sätze sehen. 3425 Zuschauer sind offiziell dabei. Allerdings haben sich die Bereiche, aus denen die Frauenteams angefeuert worden sind, doch deutlich geleert.

21:16 - Ewert macht's. Der Außenangreifer ist mittlerweile eindeutig on fire.

19:15 - eieiei, wieder schlägt Cacic auf, und wieder kommt die SVG ins Schwitzen. Damit das Polster nicht weiter schmilzt, bittet Hübner zur Auszeit.

18:10 - sieben Sätze hat die SVG in ihrer Geschichte bisher in einem Pokalfinale gespielt und verloren. Im achten Versuch riecht es jetzt aber mittlerweile stark nach dem ersten Gewinn.

15:9 - eine Kopie des ersten Durchgangs, nur mit vertauschten Rollen. Die SVG blockt jetzt bärenstark, der VfB nimmt schon die zweite Auszeit. Dessen Coach Lebedew wirkt auf dem großen Videowürfel nicht mehr amüsiert.

11:7 - wieder ein wichtiger Blockpunkt für die SVG, die den Gegner sofort mit einer Auszeit beantwortet. Und gleich noch ein Block zum 12:7. Schlägt die SVG den VfB mit dessen stärkster Waffe? Jetzt ist jedenfalls richtig Leben im Lüneblock.

3:1 - die SVG beginnt unverändert und freut sich über den ersten Blockpunkt sowie das erste Break in diesem Satz.

Satz 1 - 20:25

20:25 - da ist es passiert. Cacics Aufschlagserie zum 14:6 ließ sich nicht mehr ausbügeln. Die SVG arbeitete sich am Block des Gegners oft vergeblich ab. Die Angriffsquote (39 Prozent) ist daher mau, vor allem auf Ewert (erst 3 Punkte) hat sich der VfB sehr gut eingestellt. Der Rekord-Pokalsieger schlägt auch besser auf, führt in der Statistik der Asse 3:0.

15:20 - Hübner nimmt die Challenge. Langes Hin und Her, doch der SVG-Ball hatte definitiv die Antenne berührt. Der erste Satz, er entschwindet immer mehr.

14:18 - die bisher spektakulärste Rallye, die Friedrichshafen mit dem vierten Blockpunkt beendet. Block-Statistik für die SVG: null.

12:15 - die Lüneburger Annahme steht jetzt besser. Nun versucht es der VfB mit einer Auszeit. Die Häfler wollten es zuletzt manchmal schon zu schön machen, hämmerten den einen oder anderen Ball ohne Not ins Aus.

6:13 - Cacic schlägt unglaublich stark für den VfB auf. Hübner nimmt die zweite Auszeit. Der folgt allerdings gleich ein Cacic-Ass. 6:14!

6:11 - höchste Zeit für die erste SVG-Auszeit, sonst ist dieser Satz ganz schnell weg.

5:8 - heute gibt es keine technische Auszeit nach dem 8. und 16. Punkt, sondern die Challenge für die Trainer, wenn sie denn eine Schiedsrichter-Entscheidung anzweifeln wollen. Oder wenn sie einfach nur mal den Rhythmus des Gegners stören wollen.

4:7 - nun liegt Friedrichshafen schon mit zwei Breaks vorn. Es ruckelt und zuckelt noch ein wenig bei der SVG.

Die Starting Six der SVG bietet keine Überraschung: Worsley, Ewert, Eshenko, Nath, van de Kamp, Solbrig. Zusammen mit Koslowsky spielte diese Sechs neulich in der Zwischenrunde beim 3:1 gegen Herrsching praktisch durch.

Wichtiger als jedes Ergebnis heute - die Solidarität mit der Ukraine. Das Finale beginnt mit einer Schweigeminute und der Aufforderung: "Stop the war."

Vor dem Spiel

16.40: Einmal noch lästern, bevor es ernst wird. Die musikalische Beschallung ist übel, schwankt zwischen Eurotrash, Stimmungsstücken aus dem Karneval und Dorfdisco-Rummsmucke. Ich dachte eigentlich, dass es nach dem ESC-Vorentscheid vom Freitag nicht mehr schlimmer werden kann. Irrtum. Nun aber zu etwas komplett anderem, dem FINALE!

16.36: Die Fans der Häfler haben zwar die deutlich kürzere Anfahrt, aber viel mehr als 200 haben sich nicht nach Mannheim verirrt. In der Statistik der bisherigen Pokalsiege mag Friedrichshafen mit 16:0 führen, in Sachen Stimmung im Fanblock führt bisher aber die SVG.

16.33: Da haben wir "Libero" Pompe doch beim Aufwärmen glatt bei einem Angriffsschlag erwischt.

16.25: Friedrichshafen hat nur zwölf Mann dabei, da zum Beispiel Winter-Neuzugang Nikola Pekovic nicht spielberechtigt ist. Das findet die SVG sicher okay so, denn der Serbe sorgte mitentscheidend für den frühen K.o. der SVG im CEV-Pokal gegen Ribnica Kraljevo. Apropos CEV-Pokal: Der Sieger des heutigen Endspiels hat sich bereits einen Europacup-Platz in der kommenden Saison gesichert.

16.20: Widmen wir uns kurz den bisherigen Vergleichen in dieser Saison. Friedrichshafen gewann zum Saisonauftakt beim Debüt in Neu-Ulm souverän mit 3:0 gegen eine damals indisponierte SVG. Die Revanche war gleichzeitig das erste Lüneburger Spiel in der neuen Arena - 3:2 gewann die SVG das deutlich hochklassigere Duell.

16.15: Vierzehn Mann machen sich warm. Neben Pompe, der ein Libero-Trikot mit der Nummer 17 trägt, stehen auch Youngster Theo Mohwinkel aus der Zweiten und der eigentlich verletzte Jannik Pörner auf der Spielerliste.

16.05: Die Lüneburger packen jetzt ihre Faszienrolle aus. Was Jordan Ewert da mit seiner Muskulatur veranstaltet, würde ich nach drei Sekunden schreiend beenden müssen. Und wenn ich da richtig hinschaue, wärmt sich auch Teammanager Matthias Pompe da auf.

15.58: Stuttgart gewinnt doch mit 3:1. Das Männerfinale soll jetzt um 16.50 Uhr und damit fast pünktlich beginnen. Beide Teams betreten schon das Feld, während sich die Stuttgarterinnen und auch ein bisschen die Wiesbadenerinnen von ihren Fans feiern lassen.

15.45: Der Lüneblock ist mit zirka 150 Leutchen gefüllt und freut sich zusammen mit dem restlichen Publikum über attraktive Ballwechsel. Stuttgart ist eigentlich klarer Favorit, doch Wiesbaden hält gut mit und kämpft gerade um den 2:2-Satzausgleich. Wenn das Ding hier über fünf Sätze geht, könnte es mit dem Männer-Finale noch etwas länger dauern.

15.12: Fast noch länger als die Anfahrt dauerte die ganze Prozedur: 3G, 2G mit aktuellem Test für die Presseplätze, gelbes und grünes Bändchen für mich sowie rosafarbenes Bändchen für meinen Rucksack. Nun sitze ich mit ein paar Kollegen fast unterm Dach der Arena und gucke Frauen-Volleyball. Zumindest vermute ich, dass es sich hier um Frauen handelt. Muss mal gleich meine Brille herausholen:

Volleyball Stuttgart - Wiesbaden

 

12.30: Friedrichshafen nennt sich selbst die Häfler. Würde ein Team aus Wilhelms-, Bremer- oder Cuxhaven dann die Hävler heißen? Wann nennt sich die SVG Lüneburg die Burger? Ach, alles ist immer noch besser als der vollständige Name eines weiteren Bundesligisten: Netzhoppers Energiequelle Königs Wusterhausen-Bestensee. Die Brandenburger verloren übrigens im Vorjahr das Endspiel gegen die United Volleys Frankfurt.

12.15: Das gibt es hierzulande wohl nur im Volleyball: Die Frauen-Bundesliga setzt mehr Geld um und ist auch im Fernsehen präsenter als die Männer. Eigentlich wollte Sport1 heute das Frauen-Finale zwischen Stuttgart und Dresden live übertragen, doch die Sächsinnen mussten coronabedingt um eine Verlegung bitten. Nun spielt Stuttgart heute halt in Mannheim um Bundesliga-Punkte gegen Wiesbaden - und Sport1 überträgt die Viertelfinals der UK Open im Dart. Onehundredandeighty!

12.00: Da sahen die Spieler der SVG den Pokal nur aus der Ferne - 2015 bei der Finalpremiere gab es in Halle/Westfalen ein deftiges 0:3 gegen Friedrichshafen. Besonders verdrießlich schaut Jannik Pörner (2.v.l.) drein, der sein drittes Finale heute wegen anhaltender Rückenschmerzen verpasst. Zum dritten Mal auf dem Parkett dabei ist hingegen Michel Schlien.

11.45: Willkommen erst einmal - noch aus der rheinhessischen Provinz, in der ich seit Tagen Fachbegriffe büffle (warum darf ein Diagonalangreifer eigentlich auch geradeaus angreifen?) und von Stunde zu Stunde aufgeregter bin. Während SVG-Coach Stefan Hübner wahrscheinlich wie (fast) immer tiefenentspannt ist und seine Mannen irgendwo in oder nahe der SAP-Arena zu Mannheim relaxen, muss ich mich dem Ort des Geschehens per Nahverkehrszug und S-Bahn über die Weltstädte Alzey und Worms dem Geschehen noch nähern. Zweimal umsteigen - hoffentlich geht nichts schief.