Sonntag , 4. Dezember 2022
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Philip Grittner
Philip Grittner hütet in den Playoffs das Adendorfer Gehäuse, da Stamm-Goalie Ando Bierzahn verletzt ist. (Foto: be)

Das Beste zum Schluss für den AEC

Der Adendorfer EC braucht schon einen sensationellen Abend, um gegen die Harzer Falken in den Playoffs der Eishockey-Regionalliga bestehen zu können. In einer Kategorie liegt Adendorf aber vor Braunlage.

Adendorf. Playoffs – das ist für Eishockey-Fans wie Weihnachten und Ostern an einem Tag. Der Adendorfer EC erlebt an diesem Wochenende erstmals seit vier Jahren wieder dieses Feiertags-Gefühl. Im Playoff-Halbfinale der Regionalliga Nord treffen die Heidschnucken auf die Harzer Falken. Spiel eins steigt in Braunlage am Freitag (20 Uhr), das Rückspiel am Sonntag (19 Uhr) beim AEC.

Sollte angesichts des Modus „Best of 3“ noch ein drittes Spiel nötig sein, wären die Falken am 18. März noch einmal der Gastgeber. Höchstwahrscheinlich endet die Saison für den AEC aber am Sonntag. „Braunlage hat eine Wahnsinnsmannschaft, die im Mittelfeld der Oberliga mithalten könnte“, schätzt Adendorf Geschäftsführer Finn Sonntag.

21 Siege in den letzten 22 Spielen

Die Falken haben an ihrem Auftaktwochenende 1:4 gegen Sande verloren, in den 22 folgenden Spielen aber 21 Mal drei Punkte geholt – also auch in allen vier Vergleichen gegen den AEC. Vor allem zu Hause sahen die Adendorfer keine Sonne gegen die Harzer, verkauften sich auswärts bisher deutlich besser.

Sollte es übrigens nach 60 Minuten remis stehen, gibt es nicht wie in der Hauptrunde fünf Minuten extra und dann gleich Penalyschießen. Das Spiel wird vielmehr so lange um jeweils 20 Minuten verlängert, bis ein Tor gefallen ist. Das kann dauern: Das längste DEL-Spiel zwischen Köln und Mannheim endete 2008 erst nach 168 Spielminuten weit nach Mitternacht.

So lange wollen die Braunlager Knipser sicher nicht auf dem Eis stehen. Krienke (81 Punkte), Kolupaylo und Nagy (je 72) führen die Liga-Scorerliste mit großem Vorsprung an, Schnell (33) ist der zweitgefährlichste Defensivmann – hinter dem Adendorfer Cypas (42).

AEC in der Zuschauergunst die Nummer 1

In einer Kategorie liegt der AEC aber in der Liga vorn, und das macht Sonntag stolz. 569 Zuschauer begrüßten die Adendorfer im Schnitt zu den bisherigen Heimspielen – und das in einer Saison, in der lange Zeit maximal 500 Fans zugelassen waren. „Damit sind wir auch die Nummer 1 im Lüneburger Sport“, betont Sonntag. Die SVG lag in der Vorrunde bei einem Schnitt von 505 Besuchern, der LSK bei 338.

Dennoch werden die Adendorfer die Serie mit einem Minus abschließen, „allerdings nicht mit tiefroten Zahlen“, so Sonntag. Zwei Heimspielausfälle sowie die coronabedingten Mehrausgaben schlagen da voll durch. Doch der Geschäftsführer freut sich, „dass wir nach zwei Jahren ohne Eishockey endlich wieder eine Saison durchspielen konnten – und das sogar mit Playoffs.“

Knieverletzung sorgt für einen Towartwechsel

Der Saisonabschluss gerät für Philip Grittner zum Debüt. Erstmals darf der 23-jährige Torwart in der Regionalliga von Beginn an ran, da die etatmäßige Nummer 1 Ando Bierzahn sich das Knie verdreht hat. Grittner wurde zuvor zweimal eingewechselt – gegen Harsefeld sowie beim 3:11 gegen die Falken, bei dem er in 30 Minuten nur noch vier Gegentreffer kassierte. Er weiß also ganz genau, was auf ihn zukommt. „Philip ist jung, talentiert und hat den richtigen Körper für einen Torwart“, sagt Sonntag über den Goalie, der es im Inlinehockey bis in die Nationalmannschaft geschafft hatte.

Kapitän Vadim Kulabuchov beschäftigt natürlich besonders der Krieg in der Ukraine, drei Tage war er Richtung Heimat unterwegs. Doch seit Dienstag ist er wieder voll im Training.

An einem Aufstieg in die Oberliga hat übrigens kein Team der Regionalliga Nord Interesse, sogar der AEC wurde als Playoff-Teilnehmer gefragt. Da auch kein Ost-Team aufsteigen will, wird der Meister der Regionalliga West wohl automatisch den Aufstieg feiern dürfen.

Am Donnerstag werden Karten auch von 18 bis 20 Uhr in der Eishalle angeboten. Die Abendkasse wird am Sonntag um 18 Uhr geöffnet. Es gilt die 3G-Regel (geimpft, genesen oder aktuell getestet), FFP2-Masken müssen in der Halle, außer auf dem Sitzplatz, überall getragen werden.

Von Andreas Safft

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