Sonntag , 4. Dezember 2022
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AEC
Mit großem Einsatz verteidigte der AEC - wie hier Domantas Cypas und der starke Torwart Philip Grittner. (Foto: be)

AEC darf stolz auf sich sein

Nach einem 2:4 gegen Braunlage ist die Saison vorbei. Doch die Adendorfer machen dem Top-Favoriten das Leben sehr schwer.

Adendorf. Es roch bis tief ins letzte Drittel nach einer Sensation. Letztlich aber unterlag Eishockey-Regionalligist Adendorfer EC auch im zweiten Playoff-Halbfinale gegen die Harzer Falken mit 2:4 (1:0, 1:1, 0:3). Die Saison ist vorbei – aber nach der vielleicht stärksten Leistung dieses Winters darf der AEC stolz in die Sommerpause gehen.

Mehr als zwei Drittel auf der Siegerstraße

„Das Team hat sich zum Ende der Vorrunde in den vielen Spielen gefunden“, analysierte Trainer Matthias Hofmann stolz. „Und das hat man auch in den Spielen gegen Braunlage gesehen.“ Das erste und zweite Drittel fand er einfach nur „sehr gut“ – erst gegen Ende ging dem AEC die Kraft aus.

Für die Playoffs hatten einige Fans extra Transparente vorbereitet. Die Falken sollten fliegen, extra viel Glück wurde Goalie Grittner gewünscht. Beim Einlaufen kam nicht wie gewohnt ein Adendorfer nach dem anderen aufs Eis, sondern alle auf einmal. Geschlossenheit wollten die Adendorfer zeigen – und das gelang ihnen auch nach dem Eröffnungsbully.

Keine Sonne sah der AEC am Freitag in Braunlage im ersten Drittel, lag nach einer halben Minute schon hinten. Diesmal hatte Hajsman nach nur 33 Sekunden das 1:0 auf der Kelle. Nicht zufällig, sondern hervorragend herausgespielt.

Kosianski sorgt für die verdiente Führung

Und so sollte es weitergehen. Cypas, Baumgardt, Kosianski und Hausloh scheiterten jeweils an Braunlages Torwart Dupuis. Der Vorrunden-Primus leistete sich erstaunliche Patzer in der Abwehr, wirkte nervös. Komplett fehlerfrei agierte auch die AEC-Defensive nicht, Grittner bestand die wenigen Bewährungsproben aber glänzend. Kosianski sorgte letztlich aus der Drehung heraus für die Führung, sein Schuss aus kurzer Distanz passte aber haargenau in den Winkel.

Auch nach dem ersten Seitenwechsel ließ der AEC die Harzer nicht ins Spiel kommen und nutzte gleich die erste Konfusion der Gäste aus. Hajsman traf zum 2:0 (22.). Die Reaktion der Gäste? Keine. Die Adendorfer wirkten spritziger und körperlich präsenter, verdienten sich die Führung von Minute zu Minute mehr.

Selbst die erste Unterzahl überstand der AEC ohne große Probleme. Vier Sekunden vor Schluss kassierte das Team von Trainer Matthias Hofmann aber ein klassisches Kabinentor durch Arnold, den bis dahin noch agilsten Gästespieler.

Nagy bringt mit einem Check Gift ins Spiel

Hajsman hätte den alten Abstand wieder herstellen können, scheiterte aber nach einer herrlichen Doppelpass freistehend an Dupuis. Fast im Gegenzug glich Pipp aus (45.) – alles war wieder offen. Bis dahin war es friedlich wie beim Kinder-Volleyball, nun wurde es giftig. Trauriger Tiefpunkt: Nagy kassierte eine Matchstrafe nach einem Check gegen den Kopf von Kosianski (52.), der nach kurzer Behandlungspause aber wieder aus der Kabine kam.

Braunlage überstand die fünfminütige Überzahl und schlug dann eiskalt zu: per Distanzschuss durch Goalgetter Krienke, der zuvor kaum aufgefallen war (58.). Der legte noch ein Empty-net-Goal 20 Sekunden vor Schluss nach. Die Partie - und damit die Saison - war gelaufen.

Ob Hofmann als Trainer weitermacht, lässt er noch offen: „Ich muss erst einmal komplett runterfahren.“

Im zweiten Halbfinale ist noch alles offen: Salzgitter hat durch ein 5:2 gegen Sande ein drittes Spiel erzwungen.

Tore: 1:0 Kosianski (17., Cypas, Hajsman), 2:0 Hajsman (22., Drozd, Cypas), 2:1 Arnold (40.), 2:2 Pipp (55.), 2:3 Krienke (58.), 2:4 Krienke (60., 5-6).

Schiedsrichter: Apel/Edler. Zuschauer: 598. Strafen: AEC 4 Min., Falken 2 + 5 + Matchstrafe Nagy (52.).

Von Andreas Safft

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