Freitag , 2. Dezember 2022
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Das Team der SVG Lüneburg mit den scheidenden Michel Schlien (Nr. 14) und Tyler Koslowsky (r.) verabschiedete sich gebührend von ihren Fans. Foto: be

Toller Fight der SVG nicht belohnt

Emotionaler Abend für die SVG Lüneburg: Nach einem dramatischen Spiel scheidet der Volleyball-Bundesligist im Playoff-Viertelfinale gegen Frankfurt aus. Danach fließen Abschiedstränen.

Lüneburg. Sie haben noch einmal alles versucht, haben sich voll reingehängt. Doch am Ende hat es nicht gereicht. Die Volleyballer der SVG Lüneburg sind durch ein 1:3 (23:25, 25:22, 24:26, 23:25) gegen die United Volleys Frankfurt im Playoff-Viertelfinale ausgeschieden. Es war ein dramatisches Spiel vor 650 Zuschauern, das die SVG auch hätte gewinnen können. Doch am Ende war es wie so oft in dieser Saison, fehlte den LüneHünen in den entscheidenden Momenten die Kaltschnäuzigkeit.

Doch es es gibt es auch eine positive Nachricht für die SVG: Zuspieler Joe Worsley, auch gestern wieder einer der Besten, hat seinen Vertrag in Lüneburg um ein Jahr verlängert.

Joe Worsley verlängert seinen Vertrag

Beide Teams waren sofort gut im Spiel, zeigten sich bei Aufschlag und Annahme stabil. Lüneburgs Top-Scorer Jordan Ewert kam nach Startschwierigkeiten gut auf Touren, punktete konstant. Bei einer 17:14-Führung sah es so aus, als könnte die SVG diesen Satz dominieren. Doch Frankfurt blieb dran, gewann eine Mega-Rallye zum 17:17-Ausgleich und war fortan wieder im Spiel.

Schließlich nutzten die Hessen ihren ersten Satzball durch einen Ex-SVG-Spieler: Viktor Lindberg schlug den Block geschickt an – 25:23. Diesen Satz hätten die Lüneburger nicht verlieren müssen.

Ex-Lüneburger Viktor Lindberg mit starkem Spiel

Allerdings war von hängenden Köpfen bei den Gastgebern keine Spur. Die LüneHünen waren nun entschlossener und effektiver im Angriff. Auch Mittelblocker Pearson Eshenko wurde jetzt sicherer. 19:14 führte das Team von Trainer Stefan Hübner. Alles klar also? Nein, denn Frankfurt kämpfte sich durch Lindberg und den jetzt stärker werdenden Diagonalangreifer Daniel Malescha wieder heran.

Beim 21:21 sah es so aus, als würde auch dieser Durchgang noch kippen. Doch Auke van de Kamp und Ewert bescherten der SVG mit ihren Punkten den Satzgewinn (25:22).

Einen hochkarätigen Fight lieferen sich beide Teams dann im dritten Satz. Der niederländische Außenangreifer Auke van de Kamp zeigte lange Angriffsschläge vom feinsten. 15:13, 18:16, 20:18 – wieder sah es gut aus für die Lüneburger, zumal der Block der Gäste nicht stattfand. Ein Ass des starken Aufschlägers Joe Worsley zum 24:23 ließ die LKH-Arena erzittern.

Vergebener Satzball im dritten Durchgang

Doch die Lüneburger ließen den Satzball liegen. Stattdessen nutzte Frankfurt dann nach Lindberg-Aufschlag seine erste Chance zum 24:26. Das zeigte die Wirkung. Am Anfang des vierten Durchgangs stand die SVG neben sich, lag 5:10 zurück. Doch diese Mannschaft, das wurde einmal mehr deutlich, zerreißt sich, gibt nie auf. Plötzlich stand es 10:10. Doch Frankfurt war an diesem Abend abgezockter, nutzte seinen zweiten Matchball durch den überragenden Lindberg zum 25:23.

Und dann wurde es emotional. Die SVG verabschiedete mit Michel Schlien und Tyler Koslowsky seine dienstältesten Spieler. „TK“ verabschiedete sich mit Tränen in den Augen von den Fans, die ihm dutzendfach „Danke, Tyler“ skandierten und ihm auf die Schulter klopften.

Tränen bei Tyler Koslowsky

Chefcoach Stefan Hübner saß nach der Partie einige Minuten auf seinem Stuhl, musste erstmal runterkommen. „Schade, dass uns Corona gerade zum Saisonende so erwischt hat. Das hat einen bitteren Beigeschmack. Aber wir können es nicht beeinflussen“, sagte er, „ich bin stolz darauf, dass einige Spieler so gut durchgehalten haben. Sie haben alles rausgehauen, was sie noch im Tank hatten.“

Knackpunkt war für ihn der dritte Satz. „Da haben wir eigentlich gut gespielt, aber dann zwei, drei unglückliche Annahmen gehabt.“ Mangelnde Kaltschnäuzigkeit – vor diesem Hintergrund war dieses Viertelfinale ein Spiegelbild der SVG-Saison.

SVG: Ewert, Worsley, Schlien, Eshenko, Peemüller, van de Kamp - Koslowsky. Eingewechselt: Solbrig, Stöhr, Nath.

Von Matthias Sobottka

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