Sonntag , 4. Dezember 2022
Anzeige
Barbara Hirsekorn
In ihrer Zeit als Stipendiatin im Roten Hahn malte Barbara Hirsekorn viele Lüneburg-Aquarelle. (Foto: oc)

Aquarelle von Barbara Hirsekorn in Lüneburg

Als Stipendiatin der Treuhandstiftung Uwe Lüders kam die Malerin Barbara Hirsekorn nach Lüneburg. Mit dem Skizzenblock entdeckte die Kielerin die Stadt und übertrug die Motive in Aquarellbilder. Jetzt zeigt sie eine Auswahl ihrer Lüneburg-Bilder in der Galerie des Cafés im Glockenhof. Die malerische Reise führt aber auch nach Lübeck und an die Nordsee.

Lüneburg. 25 Jahre strich Barbara Hirsekorn die Bratsche im Kieler Opernorchester. Dann wechselte sie ihr Arbeitsgerät. Der Beruf als Streicherin wurde Hobby. Das Hobby des Malens wurde Beruf. Barbara Hirsekorn hatte sich in Kursen und Workshops gründlich als Aquarellmalerin geschult. Vor zwei Jahren nahm sie in Lüneburg das dreimonatige Uwe-Lüders-Kunststipendium wahr, in der Stipendiatenwohnung im Roten Hahn. Was sie am Morgen mit dem Skizzenbuch entdeckte und nachmittags malte, das ist jetzt in einer Auswahl in der Galerie des Cafés im Glockenhof in der ersten Etage zu sehen.

Eigenwillige Perspektiven

Die Stadt erscheint auf den Bildern sonnig, luftig, lebenswert. Es sind überwiegend vertraute Orte, die Barbara Hirsekorn ansteuert, von Stint bis Rathaus. Dabei sucht und findet sie oft eigenwillige Perspektiven. Die Farben sind transparent, eher verhalten, aber stets sorgfältig aufeinander abgestimmt. Immer stehen sie im Schatten des Lichts. Die Architekturen lösen sich vom Realistischen ab ins Idealtypische.

Radelnde, flanierende, im Café pausierende Menschen sind zu sehen. Sie bleiben angedeutet, schemenhaft, Menschen wie du und ich, wie die Malerin und die Betrachter ihrer Bilder. Es geht Barbara Hirsekorn inerster Linie immer um Atmosphäre, um eine positive, lebensbejahende Atmosphäre.

Nicht nur Lüneburg dient ihr als Motiv

Lüneburg-Bilder dominieren die Ausstellung, aber die in Kiel lebende Malerin zeigt zugleich einen thematischen Querschnitt ihres Schaffens. Manchmal führt die Hängung der Bilder nahtlos von Lüneburg nach Lübeck. Dazu kommen Stillleben, viele Bilder von Wasser und Nordsee sowie schließlich überraschende und starkfarbige Großformate wie aus dem Maschinenraum.

Mit Anke Gruss und Julia Pasinski, zwei weiteren Lüders-Stipendiatinnen, bildet Barbara Hirsekorn die Künstlerinnengruppe Roter Hahn. Das Trio stellte über Monate gemeinsam in Tetenbüll auf der Halbinsel Eiderstedt aus. NunBarbara Hirsekorn pur – solo am Ort des Stipendiums. Die Ausstellung „Lüneburger Arbeiten und neue Aquarelle“ sind bis zum 28. April zu sehen. Am Sonnabend, 9. April, ist die Malerin von 14 bis 18 Uhr persönlich in der Galerie anzutreffen.

Von Hans-Martin Koch

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.