Dienstag , 6. Dezember 2022
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Bleckede, Fußball-Kreisklasse
Riesenjubel herrschte beim VfL Bleckede, nachdem der Aufstieg in die 1. Fußball-Kreisklasse feststand. Foto und Video: Steffi Rathje

Mit Video: Aufbruchstimmung beim VfL Bleckede

Der VfL Bleckede schafft den Aufstieg in die 1. Fußball-Kreisklasse. Es ist die Bestätigung beharrlicher Arbeit, soll aber nur ein Zwischenschritt sein. Eine besondere Geschichte von der Elbe.

Bleckede. Es war wie eine Erlösung. Knapp 70 mitgereiste Fans feierten am vergangenen Sonntag überschwänglich den 6:1-Sieg des VfL Bleckede beim SV Ilmenau II und die damit verbundene Meisterschaft und Rückkehr in die 1. Kreisklasse. Trainer Marco Dierks nahm die ein oder andere Kaltgetränk-Dusche, die Fans entzündeten kleine Bengalos in den Vereinsfarben blau und gelb.

Meisterfeier bis in die frühen Morgenstunden

„Das war unglaublich. Eine ganz tolle Sache“, schwärmt Dierks, „nach dem Spiel haben wir es krachen lassen. Die Feier dauerte bis in die frühen Morgenstunden.“ Vielleicht war dieser Aufstieg so etwas wie Teil eins der Wiedergeburt des VfL Bleckede, der vor vier Jahren den bitteren Gang in die 2. Kreisklasse antreten musste und im Zuge dessen auch viele Spieler verlor.

„Die Fußball-Abteilung des VfL drohte in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden“, sagt Marco Dierks. Dieses Schicksal seines Heimatvereins, bei dem er alle Jugendklassen durchlaufen hatte, wollte der waschechte Bleckeder nicht auf sich sitzen lassen. „Ich habe das ja zu Hause hautnah mitbekommen, weil mein Bruder Jan-Luca noch in Bleckede spielte. Das hat wehgetan“, erzählt Marco Dierks.

Lange Aufbauarbeit mit viel Geduld

Er wechselte vom TuS Neetze wieder nach Bleckede und übernahm dort gemeinsam mit Waldemar Schiller das Traineramt. „Als wir begannen, waren vielleicht noch acht, neun Spieler da“, berichtet Dierks.

Doch das hielt das engagierte Duo nicht davon ab, an den VfL Bleckede und ihr Ziel zu glauben. Sie sprachen gezielt ehemalige Bleckeder bei anderen Vereinen an und hofften darauf, dass diese sich ähnlich solidarisch verhalten würden. Das Konzept ging auf. Hinzu kam dann bald auch der ein oder andere Jugendspieler. Daraus formten Dierks und Schiller ihr Team. Die erste Saison endete im Mittelfeld, danach musste der VfL die Corona-Auswirkungen akzeptieren.

Alles in blau-gelber Hand: Die Fans des VfL Bleckede feierten ihre Mannschaft sogar mit Bengalos in Vereinsfarben. Foto: Steffi Rathje

Zweimal Pech durch Corona

Denn was folgte, waren die zwei Corona-Abbruchsaisons, bei denen die Bleckeder zum Zeitpunkt des Stopps auf Platz zwei bzw. drei lagen. Es sollte irgendwie noch nicht sein. Dafür dann in dieser Saison. Bisher gewann der VfL alle Punktspiele in dieser Serie und will nun auch eine „perfect season“, also eine verlustpunktfreie Saison, spielen. Mit Jan-Luca Dierks (11 Tore), Lukas Kutzki (10), Philipp Leesch (11), Lukasz Jablonski (vier Tore in sieben Spielen) oder auch Noah Bumann (3) verfügen die Elbestädter über eine sehr gute und variable Offensive.

„Wir sind ziemlich schwer auszurechnen“, sagt Dierks. Großen Anteil am Erfolg des VfL haben auch die Obleute Andrea Voigt und Bleckedes Torwart-Denkmal Hartmut van Vügt, die dem Trainerduo organisatorisch komplett den Rücken freihalten. Beim VfL ist auf diese Weise wieder so etwas wie Aufbruchstimmung entstanden. Ausweis dessen waren auch die etwa 70 Fans, die teils im eigenen PKW, teils im Bus mit der Mannschaft den Weg zum entscheidenden Spiel in Deutsch Evern fanden.

1. Kreisklasse soll nur Zwischenstation sein

Und wie soll es nun weitergehen? Marco Dierks formuliert ein klares Ziel: „Ehrlich gesagt wollen wir uns nicht lange in der 1. Kreisklasse aufhalten. Wir wollen baldmöglichst wieder in der Kreisliga spielen. Spätestens in zwei bis drei Jahren.“

Soll heißen: Ein Jahr zum Eingewöhnen in der 1. Kreisklasse, dann wollen die Bleckeder auch dort richtig angreifen. Wenn sie die aktuelle Euphorie weiter bewahren können, darf man gespannt sein auf die Blau-Gelben von der Elbe.

Von Matthias Sobottka

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