Samstag , 3. Dezember 2022
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Erji Ghubasaryan
Alles reinhauen vor einer großen Kulisse: So wollen Erji Ghubasaryan (weißes Trikot) und seine Teamkameraden vom LSK St. Pauli II knacken. (Foto: be)

LSK benötigt 100 Prozent für die Rettung

Der Lüneburger SK empfängt den FC St. Pauli II am Sonntag zum vorentscheidenden Spiel in der Fußball-Regionalliga. Es kommt nicht nur auf die Taktik an. Rehdens Ergebnis gegen Drochtersen bringt den LSK erst recht in Siegzwang.

Lüneburg. Jetzt gilt‘s. Der Lüneburger SK kann zwar am Sonntag noch nicht aus der Fußball-Regionalliga absteigen oder sich endgültig retten. Das Heimspiel gegen den FC St. Pauli II (15 Uhr, Neetze) ist aber von vorentscheidender Bedeutung. Verliert der LSK, bräuchte er schon ein Fußball-Wunder. Gewinnt der LSK, wäre St. Pauli in höchsten Nöten. „Wir werden versuchen, auf Sieg zu spielen“, sagt LSK-Chefcoach Qendrim Xhafolli. „Und wir wollen den Klassenerhalt weiter aus eigener Kraft schaffen.“

Da Rehden am Sonnabend gegen Drochtersen gepunktet hat (1:1), benötigt der LSK aufgrund des deutlich schlechteren Torverhältnisses einen Dreier, um nicht auf Schützenhilfe angewiesen zu sein. Das Restprogramm (siehe unten) ist für alle Teams tückisch: Sind die Top vier der Abstiegsrunde noch motiviert, oder lassen sie austrudeln?

Seit acht Jahren erprobt im Abstiegskampf

Der LSK verlässt sich lieber auf seine eigene Stärke und auf die Erfahrung, die der Club seit dem Aufstieg in die Regionalliga vor acht Jahren praktisch in jeder Saison gesammelt hat. Die Schwarz-Weißen wurden schon einige Male für abgestiegen erklärt und retteten sich dann doch noch mit einem spektakulären Schlussspurt.

Xhafolli weist darauf hin, dass seine Mannen von den letzten elf Spielen nur zwei verloren haben – das 0:2 bei Phönix Lübeck und eben das 0:4 im Hinspiel beim St. Paulis U23. „Da sind wir eigentlich sehr gut ins Spiel gekommen“, erinnert er sich. Nach St. Paulis Führung in der 21. Minute verloren die Lüneburger allerdings total den Faden. Vor allem den überragenden Loubongo bekam niemand mehr in den Griff.

Loubongo gibt Xhafolli ein Rätsel auf 

Den 20-jährigen Deutsch-Kongolesen kennt Xhafolli noch aus gemeinsamen Zeiten in der St.-Pauli-Jugend. „Keiner versteht, dass er nicht im Profkader steht“, meint der Trainer. Der Stürmer traf zuletzt auch beim 4:1 gegen den HSC Hannover. Seine Teamkollegen Jessen und Roggow standen tags zuvor im Profikader. Der hatte aber durch das 2:3 auf Schalke seine letzte Aufstiegschance verspielt, sodass Trainer Joachim Philipkowski diesmal sicher niemanden abstellen muss.

Auch die Lüneburger haben rechtzeitig vor den entscheidenden drei Wochenenden ihre größten Personalsorgen überwunden. Hübner ist nach seiner Gelb-Rot-Sperre wieder dabei, Wolk gab nach vierwöchiger Krankheitspause sein Comeback in der Zweiten und kam beim 5:3 in Dahlenburg gleich auf ein Tor und eine Vorlage.

„Er wird im Kader stehen“, verrät Xhafolli, „er ist ein ganz wichtiger Spieler, eine Identifikationsfigur.“ Ob die Gastgeber das Mittelfeld ähnlich verdichten wie zuletzt beim 1:0 in Drochtersen, lässt der Coach offen. Ghubasaryan hatte gemeinsam mit Pauer und Hefele das zentrale Mittelfeld dicht gemacht, spielte auf der Zehn quasi als erster Verteidiger.

Pägelow und Zobel schwören die Fans ein

Wichtig wird aber nicht nur die Taktik, sondern auch das Nervenkostüm aller Beteiligter. Kapitän Pägelow hat ebenso wie Teamchef Zobel ebenso die Fans in einem Video bereits um eine besonders intensive Unterstützung gebeten, Xhafolli ist in der Öffentlichkeit etwas zurückhaltender: „Meine Aufgabe ist, das intern zu machen und die Mannschaft bestmöglich vorzubereiten.“ Und auch er würde es begrüßen, wenn ähnlich wie vor zwei Wochen gegen Altona wieder gut 600 Zuschauer kommen könnten und nicht nur die üblichen 300: „Die Fans sind immer eine Hilfe für uns.“

Tore schießen und verhindern müssen aber die elf Spieler selbst. Dass sie dafür bereit sind, davon ist der Trainer fest überzeugt: „Alle ziehen zu 100 Prozent mit. Auch die Spieler, die uns am Saisonende verlassen oder deren Zukunft noch ungeklärt ist.“ Das hat er vor drei Jahren schon einmal anders erlebt, als sich die Lüneburger erst über den Umweg der Relegation gegen Northeim endgültig eine weitere Regionalliga-Saison erkämpften. Hätte Eintracht Braunschweig damals in der 3. Liga nicht hauchdünn den Klassenerhalt geschafft, wäre auch der LSK direkt abgestiegen.

Nun aber haben es die Lüneburger selbst in der Hand.

Von Andreas Safft

Das Restprogramm der abstiegsgefährdeten Teams

St. Pauli II steht vor zwei direkten Duellen

Zwei retten sich, einer steigt ab – für Rehden, St. Pauli II und den LSK geht es an den kommenden drei Wochenenden um alles oder nichts, während alle anderen Teams in der Abstiegsrunde locker aufspielen können. St. Pauli spielt noch gegen beide Rivalen. Ansonsten trifft das Trio nur noch auf die Teams, die den Klassenerhalt bereits sicher haben.

Rehden (26 Punkte/+ 10 Tore)

22.5. – St. Pauli II (auswärts)

29.5. – Norderstedt (heim)

St. Pauli II (23 Punkte/+ 4)

15.5. – LSK (auswärts)

22.5. – Rehden (heim)

29.5. – Jeddeloh (auswärts)

LSK (22 Punkte/– 4)

15.5. – St. Pauli II (heim)

21.5. – Norderstedt (auswärts)

29.5. – Ph. Lübeck (heim)

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