Sonntag , 4. Dezember 2022
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Das Abenteuer 1. Bundesliga geht für (von links) Antonia Koch, Nidia Ruiz Porath und Franka Rust los. (Foto: t&w)

Lüneburgs Triathletinnen starten ins Abenteuer 1. Bundesliga

Endlich geht es los: Mit neuem Namen und internationaler Unterstützung reist das Team des RSC Lüneburg zum Auftakt-Rennen nach Kraichgau.

Lüneburg. Es klingt schon etwas skurril: Vier Triathletinnen starten am Sonnabend für das Frauenteam des RSC Lüneburg ins Abenteuer 1. Bundesliga – gesehen aber haben sie sich vorher noch nie. Nach dem Aufstieg aus der 2. Liga hatten sich die Lüneburgerinnen in den letzten Monaten national und international auf die Suche nach Verstärkung gemacht, um konkurrenzfähig zu sein. Beim Auftakt im Kraichgau ist nur Antonia Koch vom „alten“ Team dabei. Mit Emma Langer (17), Heidi Juránková und Robin Dreyling (beide 19) kommen die drei weiteren Starterinnen aus Hannover, Tschechien und den Niederlanden angereist.

Eine international zusammengewürfelte Mannschaft - im Triathlon ein übliches Prozedere. So halfen Antonia Koch und Franka Rust selbst gerade für das Team Valence in der französischen Liga aus (LZ berichtete), Franka ist für weitere Rennen dort eingeplant.

Kontakt zu den Neulingen bisher nur via Instagram

Gewöhnungsbedürftig ist es dennoch: „Wir haben uns bislang nur per Instagram übers Training ausgetauscht, einen engen Kontakt haben wir noch nicht“, meint Antonia Koch, die deshalb doppelt gespannt ist: auf die Bundesliga-Premiere und die neuen Teammitglieder. Die 21-Jährige war bis kurz vor Meldefrist erster Ersatz für die Mannschaft, startet nun für Neuling Lena Miller aus Itzehoe, die im Herbst noch die deutsche Duathlon-Meisterschaft der Juniorinnen gewann.

„Sie hat es nicht geschafft, auf den Punkt fit zu sein, und die Liga ist zu stark, als dass wir uns das erlauben können“, so Trainer Jonathan Pargätzi. Das zeigt der Blick auf die Startliste eindeutig: Unter den Triathletinnen der 14 Bundesligateams sind Profis wie Laura Lindemann (Potsdam) und Anabel Knoll (Witten), beide waren 2020 bei den Olympischen Spielen dabei. Lindemann wurde in Tokio als beste Deutsche Achte.

Lüneburger Kernteam ist weiter an Bord

Zum alten Lüneburger Kernteam aus Antonia Koch, Franka Rust, Nidia Ruiz Porath sowie den Zwillingen Lea und Frederike van Beek aus Bremen stoßen für die erste Saison in der neuen Liga sieben Triathletinnen dazu. Robin Dreyling und Heidi Juránková, die beim Auftakt dabei sind, haben bereits internationale Erfahrungen, starteten bei der Junioren-EM und -WM. Emma Langer gehört zum Niedersachsen-Kader und wurde gerade 14. beim DTU-Cup der Juniorinnen.

Die Mannschaft von Jonathan Pargätzi, die sich aufgrund ihres Hauptsponsors nun Dr. Loges Triathlon Team Lüneburg nennt, ist die jüngste der Liga. Wer im Kader für die fünf Bundesliga-Rennen steht, stellt den engagierten Coach vor Herausforderungen: „Jede Athletin hat andere Saisonverläufe und Rennen, die zusätzlich zur Bundesliga anstehen“, erläutert Pargätzi. Deshalb ist auch Franka Rust, deren Wettkampf-Kalender 2022 prall gefüllt ist, dieses Wochenende nicht dabei.

Kriterien für den Kader sind bei jedem Rennen anders

Dazu gilt es abzuwägen, was mit Blick auf den individuellen Formaufbau für wen sinnvoll ist und welche Athletin zu welchem Rennen passt. „Wenn beispielsweise wie am Schliersee die Radstrecke extrem anspruchsvoll ist, brauche ich niemanden aufzustellen, der am Berg nicht stark ist“, erklärt Pargätzi.

Bei aller Konkurrenzfähigkeit aber, die sich der Coach durch den neuen Mix erhofft, sei für ihn eine gewisse Ausgewogenheit das A und O: „Wir sind bis in die erste Bundesliga gekommen, weil wir es geschafft haben, seit 2016 in Lüneburg Trainingsstrukturen aufzubauen und unsere Athletinnen dauerhaft zu halten. Dieser Geist, dieser Teamspirit darf uns nicht verloren gehen, deshalb wird auch jede ihren Einsatz bekommen.“

750 m Schwimmen, 20 km Radfahren und 5 km Laufen stehen im Kraichgau an. Geschwommen wird im Hardtsee in Ub­­­stadt-Weiher, bevor es auf die flache Radstrecke geht. Die hat dennoch ihre Tücken: „Es sind mehrere kurze Runden zu fahren, die es mit 180-Grad-Wendepunkten in sich haben“, versichert Antonia Koch. Die gibt es auch auf der Laufstrecke, für die die Triathletinnen viermal 1,25 km absolvieren müssen.

Nidia Ruiz Porath kommt zum Anfeuern mit

Neben Jonathan Pargätzi wird Nidia Ruiz Porath das Quartett anfeuern. Sie reist als zweite Ersatzathletin mit, hofft aber, nach gerade überstandener Corona-Infektion nicht einspringen zu müssen.

Ihre Vorfreude ist dennoch groß: „Das ist was ganz Neues. Es wird spannend, mit welcher Stimmung die Neulinge im Team in den Wettkampf gehen, wie sie trainieren oder was sie sich von uns für die Zusammenarbeit erhoffen.“ Auch auf Vereinskollege Matz Materne können die Triathletinnen wieder zählen: Er ist als Fahrer mit von der Partie.

Auf Kraichgau folgen die Rennen in Berlin (25./26. Juni im Rahmen der FINALS), am Schliersee (17. Juli) und in Nürnberg (7. August). Das Saison-Finale steigt am 3. September in Hannover.

Von Kathrin Bensemann

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