Dienstag , 6. Dezember 2022
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Karin Greife (rechts) hat ihr "Kiew"-Bild der Artothek in der Ratsbücherei geschenkt. Das "Kunst für alle"-Projekt wird von Claudia Bußjäger betreut. Die mit dem Kiew-Motiv gedruckten Postkarten für die Ukraine-Hilfe gibt es jetzt auch in der Ratsbücherei zu kaufen. (Foto: t&w)
Karin Greife (rechts) hat ihr "Kiew"-Bild der Artothek in der Ratsbücherei geschenkt. Das "Kunst für alle"-Projekt wird von Claudia Bußjäger betreut. Die mit dem Kiew-Motiv gedruckten Postkarten für die Ukraine-Hilfe gibt es jetzt auch in der Ratsbücherei zu kaufen. (Foto: t&w)

Öfter mal was Neues

336 Kunstwerke bietet die Lüneburger Artothek in der Ratsbücherei. Kunst zum Ausleihen bleibt ein Erfolgsmodell, rund ein Drittel der Werke ist laufend unterwegs. Jetzt hat Karin Greife der Artothek ein „Kiew“-Gemälde geschenkt. Damit verbunden ist der Druck von Postkarten. Sie stehen zum Verkauf, das Geld geht an Ukraine-Flüchtlinge.

Lüneburg. Manche Erfolge laufen fast im Verborgenen ab. 1999 bekam Lüneburg eine Artothek: Kunst zum Ausleihen als „Kunst für alle“ war ein Gedanke aus den 70er-Jahren. Kunst sollte nichts Elitäres haben. Mit der Lüneburger Artothek sollte es zugleich darum gehen, Künstler aus der Region zu unterstützen. So sagte es zur Gründung der Ideengeber, der frühere Oberstadtdirektor Hans-Heinrich Stelljes. Untergekommen ist die von der Sparkassenstiftung Lüneburg getragene Artothek in der Ratsbücherei. Das Konzept ist bis heute erfolgreich und bekam jetzt von der Malerin Karin Greife ein Gemälde, mit dem zugleich Hilfe für die Ukraine gesammelt wird.

Das großformatige, zwei Meter breite Bild zeigt die Skyline der ukrainischen Hauptstadt Kiew mit einer Friedenstaube am Himmel – vor den Landesfarben blau und gelb. „Das Bild sollte 29für einen guten Zweck sein, ich wollte es der Stadt Lüneburg schenken, aber die darf keine 29Geschenke annehmen“, sagt Karin Greife. Nun ist es Teil der Artothek, hängt in der Ratsbücherei.

Mit dem Gemälde verbunden ist eine Postkarte mit dem Motiv, Auflage: 5000. Der Erlös aus dem Verkauf geht an geflüchtete Frauen und Kinder. „An die 1000 Euro sind bereits zusammengekommen“, sagt die Künstlerin. Die Postkarten gibt es für nur einen Euro bei der Ratsbücherei und bei Karin Greife in ihrem Atelier in der KulturBäckerei.

Bilder von Karin Greife gehören schon lange zum Bestand der Artothek. Deren Grundstock bildete eine Grafik-Sammlung von Vera Neumann. Durch einen jährlichen, von der Sparkassenstiftung kommenden vierstelligen Betrag wächst das Angebot. Zur Ausleihe kommen Gemälde, Radierungen, Fotografien, Skulpturen und vieles mehr. „Zuletzt haben wir Bilder von Andrej Becker und Ursula Blancke-Dau angekauft“, sagt Claudia Bußjäger von der Ratsbücherei. Jetzt ist das große Kiew-Bild hinzugekommen, nicht als Ankauf, sondern als Schenkung

336 Bilder, überwiegend von Künstlern der Gegenwart, umfasst der online einsehbare Katalog zurzeit. „121 Bilder sind zurzeit ausgeliehen“, sagt Bussjäger. Die Nachfrage sei stabil, rund ein Drittel der – gerahmten – Bilder bekommen jeweils für sechs Monate einen anderen Standort. Öfter mal was Neues: Bis zu drei Bilder können auf Zeit ausgeliehen werden. Bei ausbleibender Nachfrage werden Bilder auch ausgegliedert und gehen ans Kunstarchiv der Sparkassenstiftung.

Von Hans-Martin Koch

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