Montag , 5. Dezember 2022
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Meret Ossenkopp wirft eines ihrer Pokal-Tore.
Meret Ossenkopp warf drei Tore für den Buxtehuder SV beim 26:28 im Halbfinale gegen den VfL Oldenburg. (Foto: Stefan Michaelis)

Erst 23 Jahre jung und doch schon alt

Die Lüneburger Handballerin Meret Ossenkopp freut sich über eine gute Saison beim Buxtehuder SV, auch wenn das Final4 frustrierend verlief. Im Sommer geht es nach Dortmund zum BVB

Buxtehude/Lüneburg. Die Wohnung ist längst leer, die Umzugskartons schon lange gepackt, sie stehen derzeit in Lüneburg bei den Eltern, ehe es im Sommer weiter ins Ruhrgebiet geht. Erstliga-Handballerin Meret Ossenkopp hat das Kapitel Buxtehuder SV beendet, tankt derzeit ihren Akku wieder auf, um ab Mitte Juli bei ihrem neuen Verein Borussia Dortmund anzufangen.

„Es war eine schöne Zeit bei Buxte. Ich habe hier mein erstes Bundesliga-Spiel gemacht, mein Herz hängt hier“, sagt die 23-Jährige. Zudem hat die Mannschaft eine starke Saison hinter sich, landete auf Rang drei, obwohl das Team wieder mal das jüngste in der ganzen Liga war. „Ich gelte mit 23 ja schon als alt und erfahren“, erzählt Meret Ossenkopp und lacht. „Dabei bin ich auch erst in meinem zweiten Bundesliga-Jahr.“

Mehr Verletzungspech, weniger Spielzeit

Das lief nicht ganz so glänzend wie das starke erste, wo sie mit 103 Toren die besten BSV-Feldtorschützin war, sich in den Kreis der Nationalmannschaft gespielt hatte und ein Shootingstar der Liga war. In dieser Serie warf sie 62 Tore, dazu 14 im Pokal. „Ich bin schon zufrieden mit der Saison, auch wenn ich gern mehr gespielt hätte“, so die Linkshänderin. „Ich hatte mehr Verletzungs­pech, es lief holpriger.“

Auffällig war, dass Ossenkopp und auch Kreisläuferin Lisa Antl, nachdem beide ihren Wechsel zum BVB bekanntgegeben hatten, deutlich weniger Spielzeit bekamen. „Es war ab da schwieriger für mich, aber es ist ja klar, dass Dirk schon ans nächste Jahr gedacht hat.“ Mit Dirk ist Trainer Dirk Leun gemeint, der vermehrt auf Konkurrentin Mailee Winterberg setzte. Die übrigens deutlich weniger traf (33) als die Lüneburgerin. „Wir Außen wurden in dieser Saison deutlich weniger eingebunden. Auch bei den Tempogegenstößen hätten wir auch mal mehr Risiko eingehen können“, fand Meret Ossenkopp.

Doch die Rechtsaußen schwärmt mehr von der Saison als dass sie Kritik übt. „Wir waren ein super homogenes Team. Das hat uns stark gemacht.“ Platz drei und damit ein internationaler Startplatz – damit hatte niemand gerechnet.

Schlechteste Saisonleistung ausgerechnet im Pokal-Halbfinale

Und im Rückblick ist dann auch der enttäuschende vierte Platz beim Pokal-Final4 in Stuttgart nicht mehr ganz so schlimm. Auch wenn der Frust vor Ort groß war, vor allem nach dem 26:28 im Halbfinale gegen Oldenburg. „Ich war erschrocken von uns selbst. Das Halbfinal-Spiel war unsere schlechteste Saisonleistung“, ärgert sich Meret Ossenkopp noch immer. „Die Erwartungshaltung war hoch. Aber bis auf Lea Rühter hatte niemand Final4-Erfahrung. Da war doch vieles neu für uns. Aber man muss einfach sagen, dass wir verdient verloren haben.“

Im Spiel um Platz vier gegen den Thüringer HC (27:30) lief es etwas besser, am Ende fehlten aber die Körner dieser kräfteraubenden Saison. Gerade für Buxtehude, das inklusive Pokal-Wochenende fünf Spiele in elf Tagen bestreiten musste – vor allem bedingt durch Corona. Auch Meret Ossenkopp hatte sich infiziert, aber zum Glück nur leichte Symptome. „Was Corona betrifft, war es eine sehr schwierige Saison. Auch für den Kopf, denn wir wussten nie, was nächste Woche passiert, mussten ständig umdenken.“

Erst mal Urlaub, dann Umzug nach Dortmund

Von daher ist Platz drei in der Bundesliga umso höher einzuschätzen. So wird Buxtehude nächste Saison international spielen. Genau wie Meret Ossenkopp, denn der BVB wurde Zweiter. „Ich freue mich auf die internationalen Gegner. Das wird ganz neu für mich.“ Erst einmal steht jetzt Urlaub mit der Familie in Südtirol auf dem Programm. Damit sie voller Energie das neue Abenteuer in Dortmund angehen kann.

Von Ulrich Pott

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