Sonntag , 4. Dezember 2022
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kensho Lüneburg
Auch der Spaß kam nicht zur kurz beim Besuch des Karate-Meisters Yoshitaka Asai-Sensei aus Japan. Er gab sein Wissen in vielen Trainingseinheiten an die Mitglieder von kensho e.V. weiter. (Foto: t&w)

Hoher Besuch aus Fernost beim kensho e.V.

Zehn Tage nahm der japanische Karate-Meister Yoshitaka Asai-Sensei die Lüneburger Vereinsmitglieder mit Argusaugen unter die Lupe. Dabei kam der Spaß nicht zu kurz.

Lüneburg. Yuki Itakura ist seit Jahren leidenschaftliches Mitglied im Lüneburger kensho e.V.. Auf Karate wollte die gebürtige Japanerin auch nicht verzichten, als sie ihre Familie in Kanagawa, 65 Kilometer südlich von Tokio, besuchte. Sie surfte im Internet nach einer Trainingsmöglichkeit in der Nähe und traf auf einen wahren Karate-Experten: Yoshitaka Asai-Sensei.

„Er ist mit vielen großen Meistern in Japan befreundet. Es war eine Ehre, mit ihm trainieren zu dürfen.“ Nun kam der 65-Jährige mit dem 6. Meistergrad zum Gegenbesuch, um sein Wissen an alle kensho-Mitglieder weiterzugeben.

Nach zwei Jahren Corona war die Halle voll

Der Andrang war groß: „Nach zwei Jahren Corona ist die Hütte voll“, freute sich Mitglied Wolfgang Kamenz. Auch Karatekas befreundeter Dojos vom Lüneburger Osaka und aus Winsen wollten die Möglichkeit nicht verpassen und vom hohen Besuch aus Fernost lernen. Der blieb zehn Tage in der Hansestadt, war privat untergebracht und hatte einen langen Atem für viele intensive Karate-Einheiten.

Aufgestellt in zwei langen Reihen, standen sich beim LZ-Termin jeweils zwei Karatekas in der Turnhalle der Johannes-Rabeler-Schule gegenüber, um mit Yoshitaka Asai-Sensei die Grundtechniken der Karate-Stilrichtung Shotokan durchzugehen. Mit Argusaugen beobachtete er die Bewegungen jedes einzelnen, korrigierte, ohne zu zögern Körperhaltung und Stand auch bei den Fortgeschrittenen.

Freudschaftlicher und offener Austausch

„Es war ein sehr freundschaftlicher, offener Austausch und wir waren begeistert, wie schnell er sieht, wo man sich verbessern kann und wie lustig er das auch zum Teil gestaltet hat“, lautete das Fazit von Wolfgang Kamenz.

Auch Verständigungsprobleme gab es nicht: Einige Jahre hat der Karate-Meister aus Japan in Los Angeles Kampfkunst-Erfahrungen gesammelt. „Das ist selten“, berichtet Yuki Itakura. „Es gibt nur wenige Karatelehrer in Fernost, die in englischer Sprache lehren können.“

In Lüneburg trainierte der 65-Jährige deshalb auch mit den jüngsten Vereinsmitgliedern. „Für alle wird diese Begegnung in besonderer Erinnerung bleiben“, ist sich die gebürtige Japanerin sicher.

Am Ende der Übung steht der Aufschrei

Wer das Training der Erwachsenen abends verfolgte, spürte die Energie, mit der die Teilnehmer die Techniken ausführten. Mucksmäuschenstill war es, nur das Rascheln der weißen Kampfanzüge und das zischende Ausatmen waren zu hören. Fast erschreckt fuhr man als Zuschauer zusammen, als am Ende der Übungen der laute Aufschrei jedes Karatekas folgte. Es ist der Moment, in der körperliche und geistige Kraft zusammenwirken - und wird „Kiai“ genannt.

Dass beim Karate alle Muskelketten von der Ferse bis in die Hand zusammenarbeiten, ist das eine. „Karate verbessert aber auch das Körpergefühl“, versichert Wolfgang Kamenz, „und hilft einem, im hektischen Alltag seine Mitte zu finden.“ Und nach den vielen Einheiten mit Yoshitaka Asai-Sensei klappt das in Zukunft sicher noch ein Stückchen besser.

>> Sonntag um 11:10 Uhr geben die Mitglieder von kensho e.V. auf der Stadtfestbühne Am Sande Einblicke in den Karatesport

Von Kathrin Bensemann

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