Sonntag , 4. Dezember 2022
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Achter Platz im 2. Bundesliga-Rennen: (v.l.) Antonia Koch, Lea van Beek, Franka Rust und Heidi Juránková. (Foto: privat)

Lüneburgs Triathletinnen mischen auch bei den Finals mit

In Berlin behauptet das Dr. Loges Triathlon Team den siebten Tabellenplatz in der 1. Bundesliga, obwohl nicht alles optimal läuft.

Lüneburg. Das war schon ein unvergesslicher Moment für das Lüneburger Dr. Loges Triathlon Team, bei den Finals in Reihe mit der deutschen Elite am Wannsee an der Startlinie zu stehen. Innerhalb des Bundesliga-Rennens wurde in Berlin auch die Deutsche Meisterschaft über die Sprintdistanz ausgetragen. „Da wird einem nochmal schlagartig bewusst, was für eine krasse Entwicklung wir bis hierher gemacht haben. Ich war richtig aufgeregt“, versicherte Franka Rust.

Nach zwei Rennen weiter in der vorderen Tabellenhälfte

Die Mannschaft bewies erneut, dass sie als Aufsteiger und jüngstes Team in der 1. Frauen-Bundesliga mithalten kann. Mit Rang 8 im zweiten Rennen der Saison festigen Franka Rust, Antonia Koch, Heidi Juránková und Lea van Beek in der Hauptstadt ihren 7. Tabellenplatz und beißen sich vorerst in der vorderen Tabellenhälfte fest.

"Die Mädels haben einen unglaublichen Teamspirit und die Erwartungen wieder übertroffen. Keine braucht eine Extrawurst, das macht einfach Spaß", freute sich Trainer Jonathan Pargätzi.

Doch längst nicht alles lief optimal: Franka Rust hatte mit einer Top-Ten-Platzierung bei den Finals geliebäugelt, um ihren Bundeskaderstatus wiederzuerlangen, erwischte aber keinen guten Tag. Platz 28 in 1:01:47 Stunden - "das ist nicht das Ergebnis, mit dem ich gerechnet habe. Irgendwie hat mir die letzte Power gefehlt, und ich habe es nach dem Schwimmen leider nicht in die zweite Radgruppe geschafft, um vorne mitmischen zu können. Auch so ist Sport." Immerhin: In 17:25 Minuten lief sie über fünf Kilometer die zwölfschnellste Zeit.

Schwimmdisziplin war bei den Finals vorentscheidend

Für Coach Pargätzi war die Schwimmdisziplin in Berlin vorentscheidend. "Das war schon sehr anspruchsvoll mit dem langen Reinlaufen in den Wannsee und den 81 Treppenstufen nach dem Schwimmen hoch zur Wechselzone."

Neuzugang Heidi Juránková ließ sich davon nicht aufhalten. Die Tschechin, die die Lüneburgerinnen in der Bundesliga verstärkt, kam als 18. aus dem Wasser und ging mit der Verfolgergruppe auf die Radstrecke in Richtung Grunewald. In 1:00:14 über 750 m Schwimmen, 20 km Rad und 5 km Laufen erkämpfte sie sich am Ende einen starken 17. Gesamtplatz.

Einige Schrecksekunden hatte Antonia Koch nach dem Startschuss. "Ich bin beim Loslaufen gleich im Wasser hingefallen, kam aber zum Glück schnell wieder hoch und konnte weiterlaufen. Die Treppen nach dem Schwimmen waren die Hölle." Sie machte gemeinsame Sache mit Lea van Beek, die bei den Finals in die Saison einstieg und für ihre verletzte Zwillingsschwester Frederike eingesprungen war.

Treppe hoch zur Wechselzone war die Hölle

"Wir sind in der dritten Radgruppe richtig hart angefahren, konnten zwei kleinere Felder einsammeln und sogar noch auf Frankas Gruppe auffahren", berichtete Antonia Koch, deren Tacho auf dem schnellsten Abschnitt bergab 56 km/h anzeigte. Kämpfen im Team um jeden Platz. "Am Olympiastadion vorbeizufahren, war cool. Überhaupt war es eine tolle Erfahrung, bei den Finals zu starten." Die Lüneburgerin kam in 1:03:13 als 36. ins Ziel.

In die Bundesliga-Wertung fließen die Platzierungen der besten drei Starterinnen jedes Teams. Lea van beek als Vierte im Bunde wurde 48. und war froh, ihren Einstieg in die Saison geschafft zu haben - und das an so populärer Stelle.

Teamplatz 8 - das ist für Trainer Jonathan Pargätzi Motivation genug, genauso weiterzuarbeiten. Vor allem beim Schwimmen aber sieht er noch Potenzial: "Wenn wir Franka da weiter nach vorne bringen, ist sicher auch ein sechster, vielleicht sogar ein fünfter Platz in einem Bundesliga-Rennen drin."

Rennen am Schliersee könnte den Lüneburgerinnen liegen

Am 17. Juli steht der dritte von insgesamt fünf Wettbewerben am Schliersee in Bayern an. Der könnte den Lüneburgerinnen liegen. "Wir sind sehr stark auf dem Rad, und die Strecke dort unten ist extrem hart", so Pargätzi.

Deutsche Meisterin wurde Laura Lindemann (Potsdam), die sich vor Annika Koch (Buschhütten) den fünften Meistertitel sicherte.

Von Kathrin Bensemann

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