Sonntag , 4. Dezember 2022
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Handball, Embsen, Gellersen
Torhüter Henning Reinecke (l.) vom MTV Embsen steht künftig auch für die neue MSG Embsen/Gellersen zwischen den Pfosten. Foto: be

Licht am Horizont für Embsen und Gellersen

Der MTV Embsen und der TSV Gellersen bilden zur neuen Handball-Saison eine Mannschafts-Spielgemeinschaft. Eine Win-Win-Situation für beide.

Embsen/Kirchgellersen. Es sah düster aus für die Handball-Abteilung des MTV Embsen. Als der Verein zu Beginn der Rückrunde die erste Herrenmannschaft aus der Landesliga zurückzog, sah es so aus, als würde der MTV, der zu besten Zeiten mal 21 Teams im Spielbetrieb hatte, komplett von der Handball-Bühne verschwinden.

Doch jetzt erscheint Licht am Horizont. Der MTV Embsen und der TSV Gellersen bilden für die kommende Saison eine Mannschafts-Spielgemeinschaft, die MSG Embsen/Gellersen. Sie geht mit zwei Teams an den Start: einer Frauen-Mannschaft und einer Männer-Mannschaft. Beide spielen in der Regionsoberliga. Zuletzt hatten die Frauen des TSV Gellersen den Aufstieg in diese Spielklasse geschafft.

Gellersen hat mit Spielerabgängen zu kämpfen

„Wir wollen damit ein Zeichen setzen“, sagt Matthias Pengel, Handball-Abteilungsleiter des TSV Gellersen und Mitinitiator der Aktion, „viele Vereine, viele Mannschaften haben Probleme. Wir beim TSV Gellersen haben auch mit Spielerabgängen zu kämpfen. Nicht nur zu anderen Vereinen, sondern auch ganz einfach weg vom Handball generell. Eine Zusammenarbeit ist da eine sehr gute Möglichkeit, diesen Problemen entgegenzuwirken.“

Ziel ist längerfristige Zusammenarbeit

Die MSG Embsen/Gellersen ist zunächst einmal eine Lösung für ein Jahr, also für die kommende Handball-Saison. Eine richtige Handball-Spielgemeinschaft hätte bis April gegründet und gemeldet sein müssen. Das aber war in der Kürze der Zeit nicht möglich.

„Wir haben jetzt schon mal eine gute Basis“, sagt Pengel, der selber noch beim HV Lüneburg in der Landesliga spielt, „aber unser Ziel ist es, etwas Langfristiges und Nachhaltiges zu entwickeln.“ Wie das ausgestaltet werden kann, darüber machen sich beide Seiten in einer Arbeitsgruppe, bestehend aus Pengel, David Wyrwas (Gellersen) sowie Kay Kröger und Jan Dau vom MTV Embsen, Gedanken.

Neuer Handballverein ist möglich

Gewünscht ist zum Beispiel eine Ausweitung der Kooperation auf den Jugendbereich, mit intensivierter Nachwuchsarbeit. Möglich ist auch die Gründung eines eigenen Handballvereins nach Vorbild des HV Lüneburg oder zumindest einer offiziellen Spielgemeinschaft mit den Stammvereinen MTV Embsen und TSV Gellersen.

Bessere Chancen mit einer breiten Basis

Zwar wissen Matthias Pengel und seine Mitstreiter um die großen Schwierigkeiten, neue Spieler und Spielerinnen zu gewinnen, „aber“, so Pengel, „aber mit einer breiten Basis und einer entsprechenden Handlungsfähigkeit haben wir bessere Chancen.“

Die Probleme des MTV Embsen gingen dem 39-Jährigen nahe. „Das ist wie der TSV Gellersen auch ein Traditionsverein“, sagt Pengel, „mir hat das Herz geblutet, als Embsen mit der ersten Herren auch die letzte Mannschaft zurückgezogen hat.“ Nach dem Brand im Embsener Schulzentrum im Sommer 2020 fehlt dem MTV nach wie vor eine Halle. Die schwierige Corona-Zeit gab der Handball-Abteilung dann den Rest.

Halle bleibt ein Problemthema

Doch hinsichtlich der Hallenthematik hat die neue MSG weiterhin viel Arbeit. Denn die Reppenstedter Gellersenhalle wird bis mindestens Oktober renoviert, fällt also zum Saisonstart als Spielort aus. Die MSG Embsen/Gellersen wird ihre ersten Heimspiele in der BBS I in Lüneburg am Schwalbenberg austragen. Das aber ist angesichts dessen, was drohte, das geringste Problem.

Wer sich für das Projekt interessiert, kann sich per E-Mail mit Matthias Pengel in Verbindung setzen: matthias.pengel@tsv-gellersen.de

Von Matthias Sobottka

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