Samstag , 3. Dezember 2022
Anzeige
Ben Rejmann
Der schwule Heidekönig Ben Rejmann (l.) und Adjutant Isabelle Ankauf von Gold hatten sichtlich viel Spaß beim Solidaritätslauf. (Foto: t&w)

Inklusiver Solidaritätslauf: Mit Pumps auf der Piste

Kreissportbund Lüneburg und diversu begrüßen rund 200 Aktive zum inklusiven Solidaritätslauf. Auch eine Majestät dreht ihre Runden.

Lüneburg. Als Sorusch Ebrahimi vom Verein diversu am Morgen auf den Sülzwiesen ankam, „hatte ich richtig schlechte Laune, weil ich dachte, dass gar keiner kommt“. Doch seine Laune besserte sich allmählich mit dem Wetter. Mehr als 200 Aktive schauten letztlich beim 2. inklusiven Solidaritätslauf vorbei, zu dem diversu und der Kreissportbund (KSB) Lüneburg geladen hatten.

Knallgelb für die Sicherheit im Straßenverkehr

Besonders stach Isabelle Ankauf von Gold ins Auge, nicht nur wegen des auffälligen Make-ups in Pink, sondern vor allem wegen der knallgelben Pumps. Der Adjutant beziehungsweise laut eigener Aussage die Adjutunte des schwulen Heidekönigs Ben I. Rejmann wählte ganz besonderes Schuhwerk für die 400-Meter-Runde auf den Sülzwiesen. „Das ist noch eines der gemütlichen Paare“, stellte Isabelle fest und deutete auf die dunklen Wolken: „Bei diesem Wetter muss ich doch auch an die Sicherheit im Straßenverkehr achten und eine Signalfarbe wählen.“

Etwas weniger auffällig, im schwarzen Trainingsanzug und mit Königsschärpe, ging Ben I. die Strecke an. Den inklusiven Gedanken lernte er schon früh kennen: „Meine Tante wohnt in der Lebenshilfe, ich kenne Inklusion von Kindheitstagen an.“

Lüneburg hat Fortschritte gemacht

Die zwei haben einen übergroßen Schirm mit Regenbogenfarben mitgebracht - auch ein Statement. Denn die Regenbogenflagge steht für Solidarität mit Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Identität diskriminiert werden. Lüneburg sei da inzwischen schon fortgeschritten, versicherte Isabelle: „Ich bin noch keiner Ablehnung begegnet.“ Kurze Pause. „Vielleicht, weil die Leute so geschockt von meinem Anblick waren?“

Beide hatten sich eigentlich nur eine Runde vorgenommen. „Wenn man sich kleinere Ziele steckt, dann kann man sie umso besser übertreffen“, betonte Ben vor der vierten Runde.

Lebenshilfe mit viel Engagement dabei

Philipp Meyn, als Vorsitzender des KSB Mitausrichter des Laufs, zog sich derweil eine blickdichte Maske über den Kopf, um sich ganz vorsichtig mit einem Blinden-Guide weiterzubewegen. Livemusik und Infostände sorgten für Abwechslung, Büffet und Verlosung kamen auch gut an.

Überall waren dabei die blauen Jacken der Lebenshilfe zu sehen, auf und vor allem neben der Strecke. „Die haben uns wieder tatkräftig mit unterstützt“, freute sich Sorusch Ebrahimi, der sich aber auch sehr beim KSB und beim VfL Lüneburg für die Mithilfe bedankte. Schlechte Laune hatte also am Ende der gut fünfstündigen Veranstaltung gar keiner mehr.

Alle Spenden und Einnahmen kommen der Beratungsarbeit von diversu zugute. Mehr über das Institut und seine Angebote, auch in Zusammenarbeit mit dem KSB, finden Sie online unter www.diversu.org

Von Andreas Safft

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.