Sonntag , 4. Dezember 2022
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Krimi-Autorin Kathrin Hanke stellt am 27. Oktober „Totenheide“ vor, den schon neunten Fall ihrer Protagonistin Katharina von Hagemann. (Foto: t&w)
Krimi-Autorin Kathrin Hanke stellt am 27. Oktober „Totenheide“ vor, den schon neunten Fall ihrer Protagonistin Katharina von Hagemann. (Foto: t&w)

Ein paar Morde sind noch zu buchen

Kathrin Hanke stellt beim Lüneburger Krimifestival ihren neunten Fall der Kommissarin Katharina von Hagemann vor. Der Abend mit dem Lüneburg-Krimi ist ausverkauft. Die Nachfrage nach Karten fürs Krimifestival ist auch in diesem Jahr durchweg hoch. Nur für vier Abende – Martin Walker, Dror Mishani, Johannes Groschupf, Romy Hausmann – geht noch etwas, und für die Gondeln, die Trauer tragen.

Lüneburg. Kommt Kathrin Hanke zu einer Lesung nach Lüneburg, kann sie auf ein ausverkauftes Haus bauen. Das ist auch beim kommenden Krimifestival so. Am 27. Oktober stellt Hanke „Totenheide“ vor, den schon neunten Fall ihrer Protagonistin Katharina von Hagemann. So richtig mörderisch wird es in dem Krimi bei der Bardowicker Mühle.

Die 2011 begonnene, bis zum siebten Fall gemeinsam mit Claudia Kröger geschriebene Reihe hat so etwas wie den Lüneburg-Krimi etabliert. Lokalkolorit wird regelmäßig eingestreut. Im neuen Fall geht es vom Behördenzentrum über den griechischen Imbiss gegenüber den Sülzwiesen bis zur Bardowicker Mühle.

Die Protagnisten müssen nicht altern

Die Lüneburg-Bezüge sind aber nicht der Grund dafür, dass Kathrins Katharina es bis zum neunten Fall geschafft hat. Der Erfolg von Serienkrimis ist eng verbunden mit den Protagonisten und deren fortlaufenden, sich wandelnden Beziehungen, vor allem in Sachen Liebe. Der Kriminalfall wird Band um Band abgeschlossen. Die Protagonisten bleiben; mit dem Altern haben sie es auch nicht so. Fall Nummer zehn wird kommen.

In „Totenheide“ werden erst Tiere, dann Menschen getötet, mit Pfeil und Bogen. In einigen Kapiteln gibt der/die Mordende aus der Ich-Perspektive Einblicke ins Seelenleben. Fast noch mehr Raum als der Fall nimmt das von Irritationen bestimmte Leben der Ermittlerin ein. Sie ist nach wie vor hin und her gerissen zwischen Zwillingsbrüdern, ihrem Vorgesetzten Benjamin und ihrem Freund Bene. Dass bei beiden Kerlen andere Frauen auftauchen, sorgt bei Katharina für anhaltende Unruhe.

Kathrin Hanke schreibt anschaulich, mit Sinn für Spannungsbau und mit „Cliffhängern“, also offenen Fragen, die immer tiefer ins Buch ziehen sollen. Hanke-Krimis spielen nicht vor einem politischen oder sozialkritischen Hintergrund. Sie sind in erster Linie unterhaltsam – und kommen gut an. Kathrin Hankes Lesung am 27. Oktober um 20 Uhr wird die erste am ab Mitte Oktober neuen Standort von Lünebuch sein, in der Grapengießerstraße gegenüber von der IHK.

Das Geheimnis des dunklen Hauses

Organisatorin Sylvia Anderle freut sich über einen sehr guten Vorverkauf für das Festival. Bereits ausgebucht sind neben Kathrin Hankes Lesung auch die von Nele Neuhaus (26. Oktober), Jo Bausch (28. Oktober), Tess Gerritsen (3. November), Ursula Poznanski (4. November) und Chris Carter (6. November). Keine Karten gibt es ebenfalls mehr für das TrueCrime/EscapeRoom-Spiel mit Sarah Fischer und Laura Regener (31. Oktober) sowie den Stadtspaziergang für Kinder mit Klaus Niclas.

Hier geht noch was:

  • 29. Oktober, 20 Uhr, Lünebuch: Werkstattgespräch mit zwei Autorinnen. Margarete von Schwarzkopf legt den sechsten Fall ihrer Kunsthistorikerin Anne Bentorp vor („Das Geheimnis des dunklen Hauses“). Die Leuphana-Dozentin und Kunsthistorikerin Catharina Berents hat ihren ersten Krimi („Wo die Wellen brechen“) geschrieben. Moderation: Britta Focht.
  • 30. Oktober, 18.30 Uhr, Castanea Adendorf: Kulinarische Lesung mit Martin Walker und seinem neuesten Bruno-Krimi „Tête-à-Tête“. Als Moderator und Leser für den deutschen Part gestaltet der Schauspieler und Hörbuchprecher Sebastian Dunkelberg den Abend mit.
  • 31. Oktober, 19 Uhr, Scala: Gezeigt wird der 1974 gedrehte Klassiker „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ von Nicolas Roeg mit Julie Christie und Donald Sutherland.
  • 1. November, 20 Uhr, Gesellschaftshaus der Psychiatrischen Klinik: Der israelische Schriftsteller Dror Mishani liest aus „Vertrauen“. Antje Deistler moderiert, Julian Horeyseck liest den deutschen Part.
  • 5. November, 20 Uhr, Audi-Zentrum: Romy Hausmann lässt in einer Art Tagebuch Beteiligte von Mordfällen zu Wort kommen. Titel ihres Buchs: „True Crime. Der Abgrund in dir“.

Von Hans-Martin Koch

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