Samstag , 3. Dezember 2022
Anzeige
SVG Bernd Schlesinger
Bernd Schlesinger (r.), der sportliche Leiter der SVG Lüneburg, und Chefcoach Stefan Hübner, gehen mit viel Vorfreude in die neue Saison. (Foto: be)

Schlesinger glaubt an Pokalsieg durch die SVG

Die Lüneburger gehen mit viel Mut in die in einer Woche beginnende neue Volleyball-Bundesligasaison

Lüneburg. Drei Mal im Pokalfinale, vier Mal im Halbfinale der deutschen Meisterschaft – die Volleyballer der SVG Lüneburg sind längst ein gestandener Bundesligist, der aus der höchsten deutschen Spielklasse nicht mehr wegzudenken ist. Dazu spielen die Lüneburger in diesem Jahr das zweite Mal hintereinander im CEV-Pokal, wollen dort diesmal mehr als nur in der 1. Runde dabei sein. Doch was ist mit dem neuen Kader drin? Es gab nach der vergangenen Saison einen großen Schnitt, langjährige Spieler hörten auf, wie immer kamen viele neue dazu. Was ist drin für die SVG, die mit einem Heimspiel am Sonntag, 9. Oktober, um 17.30 Uhr gegen VCO Berlin in die Spielzeit startet? Die LZ gibt einen Überblick.

Den 6. März 2022 vergessen machen

„Ich möchte in meiner aktiven Zeit bei der SVG mal einen Pokal in der Hand halten“, sagt der sportliche Leiter Bernd Schlesinger. Da die deutsche Meisterschaft nur über die Serienmeister Berlin oder Friedrichshafen geht, meint er damit natürlich den DVV-Pokal. In diesem Wettbewerb standen die LüneHünen nun zum dritten Mal hintereinander im Finale, verloren allerdings auch jedes Mal gegen Friedrichshafen. Wie etwa am 6. März 2022. Und doch waren die Lüneburger beim 1:3 so nah dran wie nie. Gewannen den zweiten Satz, ließen sich im vierten dann nach einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung vom Weg abbringen und standen am Ende wieder mit leeren Händen da.

„An den Reaktionen der Spieler hat man gesehen, dass sie sich mehr ausgerechnet hatten. Die waren todtraurig“, erinnert sich Schlesinger. Und fügt hinzu: „Ich habe einen Vorteil. Ich habe den Pokal ja schon mal als Trainer gewonnen.“ Das war am 9. Mai 1992 als Coach vom 1. VC Hamburg. Lang ist es her, und doch „macht das vieles im Nachgang leichter. Nichtsdestotrotz bleiben diese drei Niederlagen, besonders die letzte, schon in den Klamotten hängen.“

Neue Unberechenbarkeit im neuen Kader als Vorteil

Und doch bleibt der Traum erhalten. In dieser Serie wird zum nächsten Angriff geblasen. Schlesinger lehnt sich sogar weit aus dem Fenster und sagt: „Die SVG wird Pokalsieger.“ Was lässt ihn so zuversichtlich sein? „Wir haben in dieser Saison eine gewisse Unberechenbarkeit.“ Das liegt vor allem am Königstransfer der SVG, Diagonalangreifer Lukas Maase, der ähnlich stark auftrumpfen kann und soll wie Jordan Ewert, auf dem zuletzt meist die Last der SVG-Angriffe lag. „Wir können die Angriffslast nun besser verteilen, sodass es für den gegnerischen Block schwerer wird“, analysiert der 63-Jährige.

Auch die Annahme ist für Schlesinger stabiler geworden. Libero Gage Worsley, Bruder von Zuspieler Joe, ist ein weiterer der sieben Neuzugänge. Der US-Amerikaner tritt in die großen Fußstapfen von Tyler Koslowsky. „Gage ist als Annahmespieler ein bisschen ruhiger als TK. Deshalb ist unser Annahme-Riegel insgesamt ein bisschen stabiler.“ Dazu kommt Colton Cowell als Annahme-Außen. „Unser Flummi. Er hat tierische Sprungkraft.“

Grundsätzlich hat die SVG laut Schlesinger „eine interessante Mischung von Spielern“. Da sich auch taktisch einiges ändern wird, müssen sich die Gegner neu auf die SVG einstellen – ein Vorteil.

Und noch etwas wird neu sein. „Es ist kein Spieler mehr dabei, der die erste Bundesliga-Saison noch mitgemacht hat“, weiß der sportliche Leiter. Gemeint sind Michel Schlien und Jannik Pörner, die ihre Karrieren beendet haben. „Sie fehlen ein bisschen, weil sie viele Aufgaben auch neben dem Feld übernommen hatten.“

Kontinuität zeichnet die Lüneburger aus

Da muss sich eine neue Hierarchie entwickeln, muss das Team erst ein wirkliches Team werden. Kein Akteur im Kader hat vor 2020 in Lüneburg aufgeschlagen. Auch deshalb wird das Trainerteam von Chefcoach Stefan Hübner seiner Mannschaft Zeit geben. Denn Kontinuität ist eine der großen Stärken bei der SVG. Das sieht auch Schlesinger so: „Wir hatten mal eine Saison, wo wir acht Spiele in Folge verloren hatten. Bei jedem anderen Verein wäre eine Diskussion über den Trainer aufgekommen. Bei uns nicht. Das zeigt, wie der Verein tickt.“

Und dies schätzen die vielen Spieler, das ist auch in der gesamten Volleyball-Szene längst bekannt. „Wir sind ein sehr familiärer Verein. Familiär heißt aber nicht, dass es nicht um Leistung geht“, betont der sportliche Leiter. „Wir haben es als kleiner Verein geschafft, uns in den Big Four zu etablieren.“ Und das soll auch in dieser neuen Spielzeit so bleiben.

Von Ulrich Pott

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.