Samstag , 3. Dezember 2022
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Borwin Pahl steht an der Mauer, die sein Grundstück von der Ostumgehung trennt. Die Strecke soll ab 2025 zur Autobahn 39 ausgebaut werden. (Foto: phs)
Borwin Pahl steht an der Mauer, die sein Grundstück von der Ostumgehung trennt. Die Strecke soll ab 2025 zur Autobahn 39 ausgebaut werden. (Foto: phs)

Kompromiss für A39-Lärmschutz gefunden

Lange haben die Anwohner für einen längeren Lärmschutzdeckel beim geplanten Bau der Autobahn 39 zwischen Lüne und Moorfeld gekämpft. Ihr Ziel haben sie zwar nicht erreicht – sind aber dennoch zufrieden.

Lüneburg. Den geplanten Bau der Autobahn 39 vor seiner Haustür wird Borwin Pahl wohl nie gutheißen. Und doch sehen sich er und seine Mitstreiter letztlich auf der Zielgeraden. „Gemeinsam mit der Autobahn GmbH haben wir einen guten Kompromiss gefunden.“

Seit vielen Jahren schon setzt sich Pahl für die Belange der Anwohner beim geplanten Bau der A39 im Bereich Lüne-Moorfeld ein. Nach wie vor hielten die Betroffenen die vorgesehene Trassenführung im Osten Lüneburgs für einen Fehler, sagt Pahl, „doch als Demokraten akzeptieren wir diese durch einen Mehrheitsbeschluss zustande gekommene Entscheidung“. Im Gegenzug würden sie jedoch erwarten, „dass das Projekt keine Nachteile für unsere Lebensqualität sowie den Wert unserer Häuser und Grundstücke bringt“.

Anwohner reden mit bei der Gestaltung

Wesentlich dazu beitragen soll der zwischen Lüne und Moorfeld geplante Autobahndeckel. Die Gestaltung geht am Sonnabend, 8. Oktober, in die finale Gestaltungsrunde. Eingeladen sind auch die Anwohner. Ursprünglich hatten die Anwohner gefordert, den vorgesehenen 381 Meter langen Deckel auf mehr als 400 Meter in Richtung Süden zu verlängern. Auf Grundlage eines lärmschutztechnischen Gutachtens hatte die Autobahn GmbH um die Leiterin der Außenstelle Lüneburg, Gesa Schütte, diesem Ansinnen bereits im Frühjahr eine Absage erteilt: „Eine Verlängerung des Deckels hätte nur zu hohen Mehrkosten geführt, ohne den Lärmschutz zu verbessern.“

Gleichzeitig hatte die Autobahn GmbH jedoch zugesagt, vor und hinter dem Deckel sogenannte einkragende Lärmschutzwände zu errichten, bei denen der obere Rand sich Richtung Fahrbahnmitte neigt. Mit dieser Lösung sind auch Pahl und seine Mitstreiter einverstanden. „Bei maximaler Auskragung wird lärmschutztechnisch fast die gleiche Wirkung erzielt wie bei einem Deckel“, sagt Pahl zufrieden, der bei der Visualisierung der Deckelgestaltung die Zusagen der Autobahn GmbH eingehalten sieht.

Abschlussveranstaltung am nächsten Sonnabend

Bei einer Abstimmung hatten sich die fast 700 Teilnehmer einen Generationenpark mit verschiedenen Angeboten für Jung und Alt auf dem Schutzdeckel gewünscht. Bereits vor einem Jahr hatten Anwohner und Interessierte Ideen für das Konzept in einem Workshop beigesteuert. Nun geht es am Sonnabend darum, bei einer Abschlussveranstaltung die Beteiligten noch einmal aktiv in den Gestaltungsprozess einzubinden. „Die Ergebnisse fließen dann in die Ausführungsplanung ein“, hatte Schütte im Vorfeld bereits zugesagt.

Die Anschlussveranstaltung findet am Sonnabend, 8. Oktober, von 14 Uhr an in der Kleingartenkolonie des Vereins Gartenfreunde Moorfeld, Brandheider Weg 51, in Lüneburg statt. Anmeldung per E-Mail an gestaltungsdialog-lueneburg@autobahn.de

Von Malte Lühr

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