Samstag , 3. Dezember 2022
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Marcel Cibis
Marcel Cibis (beim Kopfball) muss mit dem MTV Treubund mehr Torgefahr entwickeln. (Foto: be)

Lüneburger Jugend versus Neetzer Erfahrung

Im Landesliga-Derby zwischen dem MTV Treubund und dem TuS Neetze geht der Gast als Favorit ins Spiel. Doch auch der hat zuletzt nicht überzeugt.

Lüneburg. Von der Statistik her, ist die Sache eindeutig: Der TuS Neetze steht mit 16 Punkten auf Rang sechs, der MTV Treubund mit nur neun Zählern auf Platz elf. Damit ist die Favoritenrolle im Landesliga-Derby zwischen den Lüneburgern und den Neetzern scheinbar klar verteilt. Doch ist die Elf von Coach Michael Lindner wirklich so viel besser? Oder wartet am Sonntag ab 15 Uhr an der Uelzener Straße eine ausgeglichene Partie auf die Zuschauer?

Trainer sind von ihren Teams überzeugt

„Wir haben die Qualität, das Derby zu gewinnen“, sagt Lindner. Fast wortgleich betont auch sein Lüneburger Kollege Michael Zerr: „Wir wissen um unsere Qualität.“ Beide Trainer freuen sich auf das Nachbarschaftsduell, beide loben natürlich auch den Gegner.

„Der MTV hat eine junge, gut strukturierte Mannschaft mit einem starken Umschaltspiel. Es ist erfrischend und mutig, wie Michael Zerr spielen lässt“, sagt Lindner. Der MTV-Kollege betont, dass „Michael Lindner eine extrem erfahrene Truppe hat. Da sind viele Anführer auf dem Platz, eine halbe Regionalliga-Elf.“

Beide Teams haben viel Qualität im Kader

Und da sind wir auch schon bei den entscheidenden Unterschieden beider Teams. Die Neetzer setzen auf viel Erfahrung, die etwa Kicker wie Pägelow, Büchler, Grahle, Gierke oder Borges in der 4. Liga beim LSK oder in Drochtersen gesammelt haben. Dazu kommen noch die Top-Stürmer wie Mehl oder Kathmann, die auch schon vor dem Aufstieg in der Landesliga bzw. Oberliga Schleswig-Holstein auf Torejagd gegangen waren.

Auf der anderen Seite sind da die Jugendkicker des MTV, von denen ein Duzend in der Saison davon noch in der A-Jugend-Niedersachsenliga kickte. Dennoch bilden sie meist das Gros der ersten Elf. „Ich bin mir sicher, dass wir die Investitionen in die Jugend bald zurückbekommen“, sagt Zerr.

Den Turnern fehlen neun Punkte

Derzeit zahlt seine junge Mannschaft noch zu oft Lehrgeld, zumal die erfahrenen Stützen, die die Jungen führen sollten, immer wieder verletzt ausfallen. So müssen derzeit Hattendorf mit einem Fußbruch und Goldberg mit einer lädierten Schulter genauso passen wie die Youngster Krivoscheev (Meniskusriss) und Jahncke (Schambeinentzündung). „Ich habe in der gesamten Saison noch nicht einmal mit der gleichen Mannschaft gespielt“, so der Coach der Turner, der sich aber schützend vor seine Mannschaft stellt. „Wir haben die Qualität im Kader. Unser Ziel haben wir aber bislang um neun Punkte verfehlt. Wir merken den Gegenwind, dadurch dass die Ergebnisse ausbleiben“.

Keine einfache Situation für Zerr und seinen Co-Trainer Dennis Krasnikov. „Wir merken, dass der Abstand zwischen Schulterklopfer und Arschtritt nur 50 Zentimeter beträgt.“ Die Ergebnisse spiegeln derzeit nicht den Aufwand auf dem Platz wider.

Neetze muss eine Reaktion zeigen

Doch auch Neetze hat etwas gutzumachen, gab es doch zuletzt ein enttäuschendes 1:3 gegen Hedendorf/Neukloster. „Der Fokus am Spieltag war nicht da. Das haben wir aufgearbeitet. Ich hoffe nun auf eine Reaktion“, so Lindner. Er setzt darauf, dass seine erfahrenen Spieler kühlen Kopf bewahren. „Wir müssen klug spielen.“

Verzichten muss Lindner neben Lühr, der sich im Training am Außenband verletzte, auf Grahle, der immer noch Fußprobleme (Spann) hat, aber wohl nicht operiert werden muss. „Ich muss ihn bremsen, brauche ihn aber nicht nur im Derby, sondern muss auf die gesamte Saison gucken. Damit wir unser Ziel nicht in Gefahr bringen.“ Und dies lautet, die Nummer 2 in Lüneburg zu sein. Und zwar nach 34 Spieltagen.

Von Ulrich Pott

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