Sonntag , 4. Dezember 2022
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Sven-Ole Sell
Wendisch Evern, hier mit Sven-Ole Sell beim Freistoß, ließ auch beim 1:1 in Barskamp zu viele Chancen liegen. (Foto: be)

Wendisch Evern fehlt der eiskalte Torjäger

Fußball-Bezirksligist muss seine Chancen gegen Bodenteich besser nutzen. Und der TuS Barendorf ist auf der Suche nach seiner Leidenschaft.

Lüneburg. Nicht das erste Mal verschenkte der SV Wendisch Evern in der Fußball-Bezirksliga nach eigener Einschätzung Punkte. Nach dem Spiel in Barskamp bestätigte sogar der Gegner, dass Wendisch das Spiel hätte gewinnen müssen. „Das ist bei uns tatsächlich eine wiederkehrende Problematik“, weiß SV-Obmann Schelle Assenheimer. Gibt es eine Wiederholung des Phänomens auch im Heimspiel am Sonntag gegen Bodenteich?

Manchmal haben die Spieler einfach zu viel Zeit

Nach Assenheimers Einschätzung hätte seine Elf fünf oder sechs Treffer erzielen können. „Wir sind zwei, drei Mal allein auf den Torwart zugelaufen. Wenn das Spiel dann 1:1 ausgeht, fehlen mir schon etwas die Worte.“ Mal entscheiden sich seine Spieler, den Ball quer zu spielen, anstatt selbst abzuschließen, dann ist der Weg im Eins-gegen-Eins bis zum Torwart zu lang, und der Spieler hat zu viel Zeit, um zu überlegen. „Hätten wir einen eiskalten Torjäger in der Truppe, hätten wir vermutlich neun Punkte mehr auf dem Konto“, so Assenheimer.

Trotzdem bleibt er positiv und hofft auf den Moment, den Bock umzustoßen. Bodenteich ist ein Gegner auf Augenhöhe. „Ich hoffe, dass der Druck bei uns nicht zu hoch ist. Unsere Einstellung muss passen und wir müssen die Dinger machen“, kündigt Assenheimer an.

Schleiss vermisst die Barendorfer Leidenschaft

Konstanz fehlt auch dem TuS Barendorf: „Wir gewinnen ein Spiel oder punkten und danach geben die Jungs gefühlte 20 Prozent weniger Gas“, ärgert sich TuS-Trainer Bruno Schleiss. Die „Barendorfer Leidenschaft“ vermisst der Trainer derzeit zu oft.

Eine Mischung aus Leidenschaft und taktischen Feinheiten ist der Anspruch des Trainers an seine Elf: „Wir treffen derzeit leider viele falsche Entscheidungen. Ich erwarte, dass wir den Ball nicht herschenken und hinterherlaufen, sondern fußballerische Lösungen finden.“ Im Duell mit Küsten erwartet Schleiss eine Reaktion seiner Elf. „Die Jungs sollen einfach Gas geben und eine Antwort auf den Auftritt in Emmendorf abliefern.“ Anpfiff in Barendorf ist bereits um 14 Uhr.

Auf dem 19-jährigen Erik Soetebeer, der sich auf Anhieb zum Stammspieler entwickelte, muss der TuS nahezu den Rest der Saison verzichten, da er eine Ausbildung auf einem Schiff absolviert. Dafür kehrt Alexander Fürst in den Kader zurück und „wird weiterhelfen“, wie Schleiss ergänzt.

Bardowick will an Auftritt in Küsten anknüpfen

Komplett anders sieht die Welt derzeit in Bardowick aus. Der TSV, Gastgeber des SV Ilmenau, zieht nach neun Siegen aus neun Spielen an der Tabellenspitze einsam seine Kreise, stellt die beste Abwehr und gemeinsam mit Reppenstedt die zweitbeste Offensive der Liga. Trotzdem äußerte sich Bardowicks Trainer Roman Razza nach dem Sieg in Küsten erstmals so richtig zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: „Die sportliche Herausforderung war höher und wir waren ein bisschen mehr gefordert, da der Druck auf unsere Abwehrreihe höher war.“

Generell sind Razza und sein Co-Trainer Niclas Böhnsch sehr detailverliebt. Die beiden haben einen Plan entwickelt, nach dem sich die Spieler einen Startelfeinsatz verdienen können. „Daran messen wir die Leistung. Wenn das dann nicht zusammenpasst, dann bin ich schnell unzufrieden“, erklärt Razza.

Der Erfolg kommt für die Bardowicker nicht überraschend. Die Mannschaft ist über die Jahre gewachsen, hat eine hohe Konstanz und wurde in dieser Saison durch fünf Neue ergänzt. Auch der Rahmen im Training hebt sich von der Masse ab: „Wir haben eine hohe Beteiligung, eine hohe Qualität und einen hohen Mehrwert auch für die Spieler, die nicht so oft zum Einsatz kommen“, weiß Razza.

Von Florian Langanke

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