Sonntag , 4. Dezember 2022
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Patrick Posipal
Patrick Posipal (vorn rechts) stand zuletzt beim Sieg gegen Celle auf dem Platz - bis heute die einzigen Punkte, die der LSK zu Hause holte. Hinten: Stürmer Adam Mami. (Foto: be)

LSK auf der Suche nach einem guten Gefühl

Der Lüneburger SK steht mit seinem neuen Coach Gregor Trowitzsch vor einem Neuanfang, aber nicht vor einem radikalen Schnitt. Am Sonntag kommt Neuling Ahlerstedt/Ottendorf mit einem torgefährlichen Trio.

Neetze. Fußballspielen können sie ja. Und normalerweise macht ihnen dieser Sport auch Spaß. Wie aber können die Oberliga-Fußballer des Lüneburger SK die jüngsten Misserfolge vergessen, wie können sie wieder positiv denken? Das ist wohl die schwierigste Aufgabe für ihren neuen Chefcoach Gregor Trowitzsch, der am Sonntag (15 Uhr) daheim gegen die SV Ahlerstedt/Ottendorf erstmals die Verantwortung trägt.

Selbstvertrauen muss neu aufgebaut werden

„Meine Position ist erst einmal völlig nebensächlich“, betont Trowitzsch. „Es geht um das Gefühl bei den Spielern.“ Deren Selbstvertrauen liegt spätestens seit dem 0:5 im NFV-Pokal in Trümmern. Nicht zum ersten Mal fiel das Team nach einem Gegentor völlig auseinander. Aber es war die eine Niederlage zuviel für den bisherigen Trainer Qendrim Xhafolli, der bald nach dem Pokal-K.o. sein Amt zur Verfügung stellte.

Es wird mit Trowitzsch keinen radikalen Schnitt geben. Er bildete schließlich bisher eine Fahrgemeinschaft mit Xhafolli zwischen Uelzen und Lüneburg, die beiden tauschten sich stets rege aus und hinterfragten ständig ihre Arbeit. „Alles umwerfen werde ich nicht. Aber es gibt Ideen, was wir anders machen können, auch aus der Mannschaft“, verrät Trowitzsch.

Zuletzt fünf Tore in acht Spielen

Grundsätzlich ist er von der Qualität des Kaders fest überzeugt. Ebenso wie Präsident Sebastian Becker, der meint: „Es gibt in der Oberliga wohl keine Mannschaft, die derart unter ihren Möglichkeiten spielt wie der LSK.“ Fünf Tore in den jüngsten acht Pflichtspielen, gar keins mehr in den letzten drei – das zeigt die grassierende Offensivschwäche an.

Doch auch die Defensive macht große Sorgen. Schon beim 0:2 in Oldenburg leistete sich die LSK-Abwehr einige unerklärliche Aussetzer, gegen Spelle-Venhaus stand sie völlig neben sich.

"Die Spieler dürfen Fehler machen"

Ein Kopfproblem, meint Trowitzsch, der sich mit der Aufarbeitung vergangener Pleiten gar nicht mehr lang befassen will, sondern lieber nach vorn schaut. „Die Spieler dürfen Fehler machen. Wir stehen als Team zusammen“, lautet seine Parole. Er will nun gemeinsam mit der Mannschaft „den richtigen Weg finden“.

Neben dem Platz hält das Team zusammen, auf dem Platz waren selbst während der Pleite gegen Spelle-Venhaus keine bösen Worte untereinander zu hören. Menschlich funktioniert das Team offenbar, aber fußballerisch zurzeit nicht.

Keine Suche nach einem neuen Trainer

Becker und seine Kollegen aus dem Präsidium wollen mit Trowitzsch und dessen Co-Trainer Moritz Niebuhr die Saison bestreiten, sehen das Duo nicht nur als Übergangslösung an. „Wir sind nicht auf Suche nach einem neuen Trainer“, bestätigt Becker, der zugleich weiß: „Wenn wir aus dieser Situation rauswollen, dann ist der Cheftrainer der entscheidende Posten.“

Tore schießen und verhindern können allerdings nur die elf Leute auf dem Platz. Rotsünder Nico Hübner muss ein viertes und letztes Mal zuschauen, Ersatztorwart Kevin Zlotkowski studiert den Oktober über im Ausland. Der Rest ist einsatzbereit. Patrick Posipal macht auch Fortschritte, für 90 Minuten wird es beim Routinier aber noch nicht reichen.

Der Gegner hat seine Stärken in der Offensive

Neuling Ahlerstedt/Ottendorf ist nach schwachem Start in der Liga mittlerweile angekommen, holte aus den letzten vier Spielen insgesamt sieben Punkte. 3:2, 5:3, 1:4, 2:2 – die Ergebnisse zeigen schon, dass A/O am liebsten die Flucht nach vorn antritt und deshalb die schwächste Defensive der Liga stellt.

Darvin Stüve (5), Marcel Brunsch (4) und Marc Holler (3) erzielten bisher fast alle Tore für das Team, das nach dem Aufstieg nur punktuell verstärkt wurde. Allein der Ex-Verdener Verteidiger Leon Arizanov hat sich bisher einen Stammplatz erkämpft.

Von Andreas Safft

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