Samstag , 3. Dezember 2022
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SVG, Volleyball, Bundesliga, Berlin
ordan Ewert (l.) war wieder der beste Scorer der SVG Lüneburg. Aber die Berliner wussten sich durch ihre Blocks zu verteidigen. Hier mit Marek Sotola und dem überragenden Ex-Lüneburger Anton Brehme. Foto: be

Furiose SVG gegen Berlin mit einer Pause zu viel

Lüneburger Volleyballer verlangen dem deutschen Meister aus Berlin beim 1:3 vor 1300 Zuschauern alles ab. Strittig war der Matchball.

Lüneburg. Was für ein famoser Volleyball-Fight: Die SVG Lüneburg hatte den deutschen Meister Berlin Volleys schon fast im fünften Satz, doch am Ende stand sie mit leeren Händen da. 1:3 (25:27, 27:25, 19:25 und 29:31) verlor das Team von Trainer Stefan Hübner gegen das Überteam von der Spree, zeigte dabei aber vor der SVG-Rekordkulisse von 1326 Zuschauern eine ganz starke Vorstellung.

Beide Teams drückten gleich voll aufs Gaspedal, zeigten großartigen Volleyball. Die SVG zog auf 9:6 davon. Jordan Ewert und Lukas Maase machten richtig Druck. Auch die Mittelblocker Xander Ketrzynski und Jordan Schnitzer fügten sich gut ein, Zuspieler Joe Worsley brachte seine Angreifer immer wieder super in Position.

Jordan Ewert und Lukas Maase punkten von Beginn an

Doch Berlin wäre eben nicht Berlin, könnten sie nicht entsprechend dagegenhalten und Lösungen finden. Hierbei überzeugte vor allem der Ex-Lüneburger Anton Brehme mit einer Reihe von erfolgreichen Blocks und Angriffsschlägen. Auch Ruben Schott punktete stark.

Schließlich kamen die Berliner heran, waren in der Crunchtime nervenstärker und machten mit ihrem dritten Satzball den Satzgewinn zum 27:25 perfekt – der sonst starke Maase hatte verschlagen.

Satz zwei schien einen ähnlichen Verlauf zu nehmen. Erneut lag die SVG lange vorn, am Ende hatte Berlin zwei Satzbälle. Auffällig war in diesem Durchgang die hohe Quote an Fehlaufschlägen bei beiden Teams. Diesmal aber behielt die SVG die Nerven, nutzte den ersten Satzball zum 27:25. Die Halle tobte.

Rekordkulisse von 1326 Zuschauern in der LKH-Arena

Berlin aber riss sich wieder zusammen. Vor allem der Mittelblock um den überragenden Brehme und Nehmiah Mote stand jetzt besser, auch der sich stetig steigernde frühere SVG-Publikumsliebling Cody Kessel punktete, was das Zeug hielt.

An Dramatik nicht zu überbieten war der vierte Satz. Die SVG führte 17:15, lag plötzlich 17:19 hinten und hatte dann beim 24:21 drei Satzbälle. Ohrenbetäubender Lärm in der Halle. Doch auf der anderen Seite stand ein cooler Finne – der Ex-Lüneburger Antti Ronkainen. Seine Aufschlagserie führte zum 25:24 für die Berliner.

Ronkainen mit Nerven wie Drahtseile

Am Ende nutzten die ihren sechsten Matchball. Der Schiedsrichter hatte schon auf Punkt für die SVG entschieden, ehe ihn der Assistent darauf aufmerksam machte, dass Ewert das Netz berührt haben soll – 29:31.

„Das ist sehr schade für die Jungs. Aber wir haben uns auch auch selbst um den Lohn gebracht. Einige Führungen haben wir nicht vernünftig und konzentriert zu Ende gespielt. In einigen Phasen waren wir zu hektisch“, sagte SVG-Trainer Stefan Hübner. Der sportliche Leiter Bernd Schlesinger kommentierte trocken: „Gegen eine Mannschaft wie Berlin darfst du dir keine Pausen leisten.“

Samstag muss die SVG zu Haching München

Am Samstag geht es für die SVG Lüneburg in der Bundesliga weiter. Das Team tritt dann um 16 Uhr auswärts beim TSV Haching München an, ist dort klarer Favorit.

SVG: J. Worsley, Cowell, Ketrzynski, Maase, Ewert, Schnitzer – G. Worsley. Eingewechselt: Böhme, Gerken, van de Kamp.

Von Matthias Sobottka

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