Dienstag , 6. Dezember 2022
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Nele Neuhaus stellte im Filmpalast ihren neuen Krimi vor. (Foto: t&w)
Nele Neuhaus stellte im Filmpalast ihren neuen Krimi vor. (Foto: t&w)

Nele Neuhaus liest auf 13. Lüneburger Krimifestival

Mit ihren Taunus-Krimis erlangte Nele Neuhaus Berühmtheit. Im Rahmen des 13. Lüneburger Krimifestivals stellt die erfolgreiche Autorin den mittlerweile 10. Band vor, Titel: "In ewiger Freundschaft". Ob sie ihr Ermittler-Duo Pia Sander und Oliver von Bodenstein mit den Jahren verändert, verriet sie bei ihrer Lesung im Filmpalast.

Lüneburg. Wer Fan der Kriminalautorin Nele Neuhaus ist, der muss den Taunus für einen Hort des Verbrechens halten. Dort, in dem beschaulichen hessischen Mittelgebirge rund um den Feldberg, spielen fast alle Bücher der Autorin. Zum zehnten Mal lässt sie jetzt in ihrem neuen Buch mit dem Titel „In ewiger Freundschaft“ das Ermittler-Duo Pia Sander und Oliver von Bodenstein antreten. Als erster Gast des 13. Lüneburger Krimifestivals der Buchhandlung Lünebuch, plauderte die erfolgreiche Schriftstellerin aus Münster über ihre Romanfiguren und anderes.

Diesmal geht es um einen Mord im Verlagsmilieu. Eine soeben geschasste Lektorin und Programmleiterin eines renommierten Verlagshauses fällt einem Kapitalverbrechen zum Opfer. Ein Mann gerät sofort unter Verdacht: Der Autor Severin Velten hat zuletzt alles andere als positive Erfahrungen mit seiner Lektorin gemacht. Ein großer Verrat spielt eine Rolle, ein Geheimnis wurde gelüftet, das seinen Ruf als Schriftsteller zerstörte. Den Autor hat das an den Rand einer existenziellen Krise gebracht, doch Severin Velten als Mörder?

Ein zweiter Mord und Wut auf den Ex

Diese Lösung des Rätsels wäre bei Weitem zu einfach, das ahnt jeder, der schon mehr als einen Krimi gelesen hat. Stattdessen geschieht ein zweiter Mord, der es in sich hat. Auch privat sieht es bei den beiden Ermittlern Pia Sander und Oliver von Bodenstein gerade nicht rosig aus. Von Bodenstein hat Eheprobleme, eine boshafte Stieftochter und eine uneinsichtige Ehefrau machen ihm das Leben schwer. Und Pia Sander schlägt sich mit der Eifersucht ihres Ehemannes herum, der meint, auf ihren Ex-Ehemann, der neuerdings auch Krimis schreibt, wütend sein zu müssen. Die Idee zu dieser Geschichte, sagt Nele Neuhaus, trägt sie schon seit Jahren mit sich herum. Immer wieder habe sie begonnen zu schreiben, jetzt endlich ist ein vollständiger Kriminalroman daraus entstanden.

Dass ihre Figuren in einem sozialen Umfeld leben, das sich im Laufe der Zeit verändert, ist Nele Neuhaus wichtig. „Die Figuren altern und gehen neue Wege, genau wie im richtigen Leben“, sagt sie. Personal, bei dem die tatsächliche Umgebung und die familiären Strukturen auf ewig die gleichen Eigenschaften und Verhaltensweisen zeigen, hält sie für unrealistisch. „Ich habe mal bei einer Veranstaltung versucht, mit Donna Leon darüber zu diskutieren. Da bin ich gescheitert“, lacht sie.

Suche nach klangvollen Namen via Facebook-Aufruf

Für sie selbst spielt es durchaus eine Rolle, dass die Charaktere ihrer Geschichten in reale Szenarien eingebettet sind. Auch die Tatorte und sonstigen Details ihrer Krimis müssen gut recherchiert sein. Wobei sie gelernt hat, kleine Korrekturen anzubringen. Schließlich soll der Gruselfaktor an einer bestimmten Brücke im Taunus, die tatsächlich existiert, nicht überhandnehmen. Und auch die Bewohner bestimmter Straßen und Häuser, die in einem ihrer inzwischen zehn Taunus-Krimis eine Rolle spielen, sollen von Nachfragen und neugierigen Blicken geschützt bleiben.

Ansonsten jedoch ist das Ermitteln von Details einer Story gerade bei Kriminalgeschichten von großer Bedeutung. Das gilt zum Beispiel in Hinsicht auf kriminaltechnische Details, fängt aber schon bei den Namen der Figuren an. „Irgendwann habe ich meine Facebook-Community gebeten, sich zu melden, sofern jemand bereit ist, mir seinen Namen für ein Buchprojekt zur Verfügung zu stellen. Da kamen mehr als 4000 Meldungen zusammen“, erzählt Neuhaus. Namen zu erfinden, sei nämlich gar nicht so einfach. Nach einer Reihe von erfolgreichen Geschichten tendiert man offenbar dazu, bestimmte klangvolle Vor- und Nachnamen immer wieder zu verwenden.

Geschichten wie diese gibt es im Leben von Nele Neuhaus viele. Der Abend im ausverkauften Filmpalast reicht nicht aus, um sie alle zu erzählen. Insofern bleibt ihren Lesern auch diesmal nichts anderes übrig, als dem Verbrechen in „In ewiger Freundschaft“ selbst auf die Spur zu kommen.

Von Elke Schneefuß

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