Montag , 5. Dezember 2022
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MSG Brietlingen/Erbstorf
Fabienne Wiechel, Sara Kutics, Viyan Khalaf und Mia Scheunemann (v.l.) von den B-Juniorinnen der MSG Brietlingen/Erbstorf. (Foto: phs)

Ehrfurcht kennt Brietlingen/Erbstorf nicht

B-Juniorinnen der MSG Brietlingen/Erbstorf haben auch in der Niedersachsenliga Freude am Fußball, müssen am Samstag gegen Göttingen aber punkten. Team hat einen entscheidenden Vorteil im Vergleich mit den Großen.

Brietlingen. Nicht jeder traute den B-Juniorinnen der MSG Brietlingen/Erbstorf zu, dass sie als Aufsteiger den großen Namen in der Niedersachsenliga die Stirn bieten können: „Es gab Wetten vor dem Spiel gegen Hannover 96, dass wir zweistellig verlieren“, erinnert sich Trainer Siegfried Ernst an den Saisonstart. Doch es gab lediglich eine 2:4-Niederlage.

Die MSG bereitete dem klaren Favoriten große Probleme, schnupperte sogar kurz an einer Sensation. „Wir halten uns besser als erwartet in der Liga, zumal wir die ersten fünf Partien fast nur gegen Gegner aus der oberen Tabellenhälfte spielen mussten“, so Ernst.

Es hapert noch an der Chancenverwertung

Platz sechs und vier Punkte bei einem 3:10-Torverhältnis lautet die Zwischenbilanz. Da ist Luft nach oben, weiß nicht nur Kapitänin und Innenverteidigerin Sara Kutics: „Wir hätten mehr Punkte holen können, lassen definitiv zu viele Chancen liegen. Die Pässe kommen oft nicht gut an.“ Das will die Mannschaft am Samstag besser machen, wenn mit der U17 der MF Göttingen ein Tabellennachbar nach Brietlingen kommt. Anpfiff ist um 14:30 Uhr auf dem A-Platz.

Der Aufstieg in die Niedersachsenliga – höher lässt sich in der Altersklasse nur noch in der Bundesliga spielen – ist eine Herausforderung: „Wir müssen viel schneller denken und laufen“, meint Stürmerin Mia Scheunemann. Dazu kommen lange Auswärtsfahrten, etwa nach Aurich oder Göttingen. „Man ist kaputter vor dem Spiel als früher, als wir in 15 Autominuten beim Gegner waren. Auch auf Kunstrasen mussten wir schon spielen, das ist ungewohnt“, ergänzt Sara. Einen Sieg feierte die MSG nur gegen Schlusslicht Burg Gretesch.

Aus zwei Mannschaften wurde eine

Die B-Juniorinnen sind aus zwei Teams der Jahrgänge 2007/2008 zusammengewürfelt: den früheren B-Mädchen von Siegfried Ernst, die den Aufstieg aus der Bezirksliga endlich feiern durften, nachdem er ihnen zuvor wegen der Pandemie verwehrt blieb – und den 2007er C-Mädchen der letzten Saison.

Sie hatten im Sommer mit Trainer Roman Kalex den Niedersachsenmeistertitel geholt. Er gehört zum Trainerteam von Ernst, ebenso wie dessen Sohn Jandro und Victoria Böller. 25 Spielerinnen sind dabei, drei Neuzugänge kamen von der SV Eintracht.

Niemand muss eine Aussortierung fürchten

Hört sich nach einem prallen Kader an. „An zwei, drei Schrauben müssen wir aber noch drehen und könnten Unterstützung von außerhalb gebrauchen“, erklärt Roman Kalex. „Die Spiele sind härter, einige Spielerinnen sind angeschlagen, zwei haben zudem ohne Vorerfahrung bei uns angefangen.“ Dennoch sieht er einen klaren Vorteil gegenüber den Gegnern aus Hannover oder Aurich, dessen U16 aus dem jüngeren Jahrgang des dortigen Bundesligateams besteht: „Die haben ganz anderen Druck. Wir probieren es mit Mädchen von hier und müssen niemanden aussortieren.“

Das macht sich an der Stimmung bemerkbar, die am Dienstagabend auch vor dem Testspiel gegen das Frauen-Bezirksligateam SV Eintracht III ausgelassen ist: „Fast alle aus unserer Mannschaft kannten sich schon vorher, die Bindung ist gut“, meint Sara Kutics.

Die kommenden drei Spiele werden entscheidend

Mit dem Begriff „Ehrfurcht“ kann sie nichts anfangen. Der Spaß steht auch in der Niedersachsenliga an erster Stelle. „Man muss sich das so vorstellen“, holt die Kapitänin aus, „wir sind wie kleine Kinder, die Bock auf Fußball haben. Wir haben keine Angst, und Vereine mit großem Namen spielen auch nur Fußball.“ So verlor die Elf im Niedersachsen-Pokal erst im Elfmeterschießen gegen Aurich.

Die Liga zu halten, ist das große Ziel. Die Weichen könnten die B-Juniorinnen in den kommenden drei Partien stellen. „Alles Gegner aus unserer Tabellenregion, da müssen wir Punkte mitnehmen“, so Siegfried Ernst. Am Samstag soll gegen Göttingen der Anfang gemacht werden, und das Team hat einen großen Wunsch: „Wir hoffen, dass ganz viele zum Anfeuern nach Brietlingen kommen.“

Von Kathrin Bensemann

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