Sonntag , 4. Dezember 2022
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Tim Kathmann
Da war Neetzes Welt noch in Ordnung. Tim Kathmann (3.v.l.) markiert das 1:0, beobachtet von David Mehl. (Foto: be)

Neetze schenkt Uphusen drei Punkte – MTV Treubund 0:1

Der Fußball-Landesligist TuS Neetze beginnt gegen den TB Uphusen stark, um noch stärker nachzulassen. Trainer Michael Lindner muss seine Worte vom Vorwochenende wiederholen. Der Doppeltorschütze hat nur Kraft für 45 Minuten.

Neetze. Raphael Thinius verpasste einer Werbebande einen heftigen Tritt und versank dann mit leerem Gesicht auf der Bank. Einige seiner Teamkameraden vom TuS Neetze schüttelten nur noch den Kopf. Der Fußball-Landesligist verlor gegen den TB Uphusen ein Spiel, das er eigentich gar nicht verlieren kann. "Wir schlagen uns erneut selbst, weil wir Geschenke verteilen", fasste Trainer Michael Lindner das 2:3 (2:0) zusammen – fast wortgleich lautete seine Bilanz vor einer Woche nach dem 2:4 in Hambergen.

Kathmann legt einen Doppelpack für Neetze vor

Tim Kathmann hatte die Neetzer mit einem Doppelpack in der 8. und 23. Minute vermeintlich sicher in Führung gebracht. Beide Male setzte sich der gesundheitlich angeschlagene Stürmer halbrechts durch und traf mit Flachschüssen. Da fragten sich viele Zuschauer höchstens noch, wie hoch Neetze gegen den bis dahin kreuzschwach auftretenden Oberliga-Absteiger gewinnen würde.

"Dann haben wir uns aber dem Niveau des Gegners immer mehr angepasst", kritisierte Lindner. "Eigentlich hatten wir doch das Spiel im Griff", wunderte sich Kathmann. Der hatte nur Kraft für eine Halbzeit, für ihn kam Rudloff, der aber erneut komplett wirkungslos blieb. Seinen Nebenleuten Borges und Mehl gelang nach der Pause exakt eine gelungene Kombination, die mit einem Schuss von Borges Richtung Parkplatz endete.

Uphusen nutzt Fehler gnadenlos aus

Fand die Neetzer Offensive nach dem Seitenwechsel praktisch nicht mehr statt, verwandelte sich die Defensive in eine einzige Katastrophe. Uphusens Torjäger Magouhi spielte Schell in der 55. Minute auf dem berühmten Bierdeckel aus und schloss aus 20 Metern unhaltbar für Torwart Dänemark ab. Nur vier Minuten später rannten sich Neetzes Abwehrchef Pägelow und der Keeper nach einer Flanke von Younis fast gegenseitig über den Haufen. Yücel bedankte sich und schob den Ball unbedrängt zum 2:2 ein.

Mehr als eine halbe Stunde hätte Neetze noch Zeit gehabt, sich zu sammeln, das Spiel zu beruhigen und wieder anzugreifen. Doch von einem Konzept war jetzt rein gar nichts mehr zu sehen. Riesige Lücken taten sich zwischen Offensive und Defensive auf. Die Außen Thinius und Mancini wurden praktisch nie angespielt. Die Laufbereitschaft ließ immer mehr nach, der TuS kam kaum noch in die Zweikämpfe. Und eine Kommunikation auf dem Platz war nicht zu hören, höchstens zu sehen – wenn der x-te Fehlpass vom Nebenmann mit Kopfschütteln quittiert wurde.

Dänemark in der Nachspielzeit machtlos

Dänemark verhinderte mit zwei starken Paraden gegen Chicho (80.) und Bondar (90.) den Rückstand. In der vierten Minute der Nachspielzeit war aber auch er machtlos. Magouhi hatte rechts ganz viel Platz, in der Mitte standen sogar zwei Uphusener frei. Chicho ließ die Gäste jubeln. Und die Neetzer hatten wieder einmal einen Abstiegskandidaten aufgebaut.

"Wir müssen das schnell vergessen und wieder in die Spur kommen", verabschiedete Lindner sein Team im Kreis. Einfacher gesagt als getan – wirklich gut kann der TuS offenbar nur gegen die Spitzenmannschaften der Landesliga spielen.

TuS: Dänemark - Wyremba, Pägelow, Schell (83. Lübbers) - Thinius, Gruhn, Alak, Mancini - Kathmann (46. Rudloff), Borges, Mehl (88. Lich).

Von Andreas Safft

MTV Treubund vergibt zu viele Chancen gegen Lindwedel-Hope

Hoher Aufwand, kein Ertrag

Wieder einmal war es eine Mischung aus Pech und Unvermögen, die den MTV Treubund zur Verzweiflung brachte. Der Fußball-Landesligist verlor trotz klarer Überlegenheit mit 0:1 (0:0) gegen den Neuling SV Lindwedel-Hope. "Das war absolut unverdient", fand MTV-Trainer Michael Zerr.

Hauke traf den Innen-, Koch den Außenpfosten – die Höhepunkte der ersten Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel verpassten Cibis und Braun einen Torerfolg nur knapp. Oft genug aber folgte statt des Abschlusses noch ein Querpass bei den Lüneburgern. "Die Verantwortung wurde immer wieder abgegeben. Wir müssen manchmal einfach egoistischer spielen", meinte Zerr. Die Personalsorgen werden wohl eher größer, da Hauke und Winter angeschlagen aus der Partie gingen.

Und so kam es, wie es kommen musste. Die Gäste fingen einen Abwurf von Röpnack ab, Schwieger hielt aus 25 Metern einfach drauf – und traf (62.).

MTV: Röpnack - Kerstens, Pinnow-Karus, Winter - Cibis, Hauke (74. Winkelmann), Perera, Braun - Grams - Koch, Demir (46. Schütt).

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