Montag , 5. Dezember 2022
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Rita Arkenau-Sanden hat sich auf Musik des Barock spezialisiert. (Foto: Dan Hannen)
Rita Arkenau-Sanden hat sich auf Musik des Barock spezialisiert. (Foto: Dan Hannen)

Herz und Mund und Tat und Leben

Die Arbeit bei den Lüneburger Symphonikern führt musikalisch durch alle Epochen. Daneben hat sich die seit 25 Jahren am Theater aktive Trompeterin Rita Arkenau-Sanden einen Namen als Interpretin von Barockmusik erspielt. Mit dem Organisten Rolf Müller nahm sie im Altenburger Dom „Bach & Sohn“ auf. Ein Konzert zur Präsentation in Lüneburg klappte nicht – aber in Winsen.

Lüneburg. Seit 25 Jahren spielt Rita Arkenau-Sanden Solotrompete am Theater Lüneburg. Ein echtes Jubiläum! 1997 hatte sie bei den Lüneburger Symphonikern begonnen, die Dirigenten der Saison hießen Wolfgang Balzer und Sierd Quarré. Neben der Arbeit im Orchestergraben und bei Konzerten über Lüneburg hinaus konzentrierte sich die Musikerin früh auf die Barocktrompete. Ihr Können zeigt sie nun auf einer neuen CD: „Bach & Sohn“.

Carl Philipp Emanuel Bach führt in die Frühklassik

Die Barocktrompete kommt besonders im Konzertieren mit der Orgel zur Geltung. Rita Arkenau-Sanden nahm bereits 2006 ein Album mit dem damaligen St.-Michaelis-Kantor Tobias Gravenhorst auf. Seit vielen Jahren aber ist der Altenburger Domkantor Rolf Müller im Bergischen Land regelmäßiger Konzertpartner und nun nach dem Album „Concerto“ (2016) auch auf „Bach & Sohn“ zu erleben.

Sohn meint Carl Philipp Emanuel (1714-1788), der als Vertreter der Frühklassik die Barockmusik fortentwickelte „Es war ein lang geplantes Projekt, dass durch die Pandemie und das Hochwasser im Rheinland im vergangenen Jahr geprägt war“, sagt die Musikerin. Aufgenommen wurde die CD im Altenberger Dom und dort jetzt auch vorgestellt.

Arkenau-Sanden, die aus Bergisch-Gladbach stammt, beweist bei der Stückauswahl tiefe Kenntnis des Bach-Repertoires. Neben behutsam arrangierten Bach-Hits wie dem „Air“, „Schafe können sicher weiden“ oder „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ aus der Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben“ finden sich wenig bekannte, umgearbeitete Arien. Dazu kommen Konzertstücke wie die dem Sohn C.P.E. zugeschriebene Sonate g-Moll.

Musiziert wird auf hohem Niveau, mit Anteilnahme, Klangsinn und mit Zeit, die Musik atmen zu lassen. Arkenau-Sanden gibt dem Trompetenglanz und -stolz Raum, aber nie in einer auftrumpfenden Art, wie sie die Güttlers und andere Startrompeter demonstrieren. In Rolf Müller hat sie einen Klangpartner, der sich einpasst und dort, wo gefordert, an der großen und an der Truhenorgel Akzente setzt.

CD-Release-Konzert in Winsen/Luhe

Rita Arkenau-Sanden hätte ihre CD gern in Lüneburg präsentiert. Die Kirchen hätten aber wegen der hohen Energiekosten keine Kapazitäten für Sonderkonzerte, teilt die Trompeterin mit. In Winsen ist es möglich, am Sonntag, 13. November, 17 Uhr mit Reinhard Gräler an der Orgel. Einzelne Werke des Albums spielt die Musikerin in Lüneburg, am 4. Dezember um 17 Uhr, beim Weihnachtssingen in St. Michaelis mit Henning Voss. Dann beim Weihnachtskonzert mit Martin Rohlfing an der Orgel bei Alexander Eissele und dem Friends Orchestra am 12. Dezember in St. Michaelis. Drittens am ersten Advent, 27. November, um 15 Uhr mit Organist Peter Elflein bei der Verabschiedung von Pastorin Amélie zu Dohna im Bardowicker Dom, der künftigen Äbtissin des Klosters Lüne.

„Bach & Sohn“ erschien in Rita Arkenau-Sandens eigenem Label Clarin Nidos Records, ist beim LZ-Shop erhältlich und über die Homepage www.rita-arkenau.de. Mit jedem Verkauf einer CD geht eine Spende an den Entwicklungshilfe-Verein Lichtbrücke.

Von Hans-Martin Koch

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