Montag , 5. Dezember 2022
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Jennifer Barz
Jennifer Barz (beim Wurf) machte ein gutes Spiel für die SG Adendorf/Scharnebeck, die sich dennoch der HG Winsen geschlagen geben musste. (Foto: t&w)

SG Adendorf/Scharnebeck verspielt in vier Minuten alles

Die Landesliga-Handballerinnen verlieren ihr Heimspiel gegen die HG Winsen mit 23:31, geben aber nie auf

Scharnebeck. Dass es eine schwere Saison bezüglich des Klassenerhalts in der Frauen-Landesliga für Aufsteiger SG Adendorf/Scharnebeck werden würde, war allen Beteiligten von vornherein klar. Das 23:31 (10:15) im Heimspiel gegen die HG Winsen machte dies deutlich. Die Gastgeberinnen hielten lange gut mit, verspielten aber jeweils zum Ende der Halbzeiten die Möglichkeit, auch Punkte zu sammeln.

"Uns fehlte am Ende der Halbzeiten die Ruhe. Das lag wohl an fehlender Kraft und Konzentration", sagte Adscha-Coach Katie Schrötke. Zudem bemängelte sie die fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, vor allem bei der Aufholjagd nach der Halbzeit. "Da hätten wir vor allem die Freien nutzen müssen", so Katie Schrötke, die ihre Mannschaft aber auch lobte. "Sie haben sich nie aufgegeben."

Bis zum 10:10 ist alles in Ordnung

Bis zur 26. Minute war es eine Partie auf Augenhöhe. Bei den Adscha-Frauen zeigten vor allem die Außen ihre Treffsicherheit. Linksaußen Jennifer Barz markierte vier Treffer bei sechs Versuchen, auf der Gegenseite traf Friederike Jürs drei Mal bei ebenfalls sechs Versuchen.

Wenig Durchschlagskraft hatte bis dahin der Rückraum, auch, weil der Gast aus Winsen, übrigens trainiert von Sascha Sondermann, in der Abwehr sehr kompakt und gut stand, kaum Durchbrüche zuließ.

Vorentscheidung durch Winsener 5:0-Lauf

Unverständlich dann allerdings der Einbruch der Gastgeberinnen in den vier Minuten vor der Pause. Winsen schaffte einen 5:0-Lauf, dabei hielt die gute Adscha-Keeperin Beeke Richter sogar noch zwei Würfe. "Da waren wir plötzlich zu hibbelig im Angriff und die Abwehr wurde löchrig", wusste auch Katie Schrötke.

Zusätzliches Manko bei den Gastgeberinnen: Bei abgewehrten Würfen bekam der Gast fast immer die Abpraller – sie schienen wacher zu sein.

Gastgeberinnen kämpfen sich nach der Pause heran

Nach dem Wechsel versuchten die Adscha-Frauen, sich heranzukämpfen. Der Rückraum über die nach der Pause aufdrehende Nadine Schulze funktionierte viel besser. Doch die letzte "Geilheit", ein Tor unbedingt erzielen zu wollen, fehlte. Genau wie eine Spielerin, die alle mitzieht, die für Stimmung auf der Platte sorgt. So wie es Katie Schrötke früher selbst als Aktive vorlebte. "Die Mannschaft hat schon mal gefragt, ob ich nicht für ein paar Minuten mitmischen will", berichtet die Trainerin, gibt aber schnell zu bedenken: "Ich bin 42."

Laura Jungjohann macht den Unterschied

Gut gebrauchen hätten die Gastgeberinnen auch die Winsener Torjägerin Laura Jungjohann, die nicht nur wegen ihrer zehn Treffer beste Spielerin auf dem Parkett war. Sie riss in den entscheidenden Phasen das Spiel an sich, spielte starke Pässe oder ging unwiderstehlich ins Eins-gegen-Eins. So eine Akteurin gab es in Adscha-Reihen an diesem Tag nicht.

Dennoch lässt Katie Schrötke den Kopf nicht hängen: "Zu den ersten Spielen sieht man bei uns eine stetige Verbesserung."

Adscha: Richter - Schulze (6), Jürs (6), Barz (5), Lagmöller (2), Kohrs (2), Kuhlmann (1), Bardowicks (1), Basedau, Reinhard, Riemann, Ehlbeck, Wiese, Ostermann.

Von Ulrich Pott

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