Samstag , 3. Dezember 2022
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Niklas Leppek erzielte das einzige, aber entscheidende Tor für den TSV Adendorf beim Sieg gegen die SV Eintracht Lüneburg. (Foto: t&w)

Ekstase in Ehlbeck: Heidetal siegt nach 0:2-Rückstand

Alle drei Topteams der Fußball-Kreisliga siegen, auch Gellersen sammelt wichtige Punkte im Abstiegskampf.

Lüneburg. Heiße Endphase in Ehlbeck: Heidetal dreht einen 2:0-Rückstand noch kurz vor Schluss und besiegt SV Lemgow-Dang., Adendorf entscheidet das umkämpfte Topspiel gegen Eintracht.Und auch Gellersen II kann wichtige Punkte im Abstiegskampf gegen Lüchow sammeln. Die LSV gibt zweimal eine Führung aus der Hand, muss sich am Ende die Punkte teilen. Ochtmissen holte einen Pflichtsieg in Bienenbüttel, muss aber den Verlust von Torwart und Trainer Gianluca Sciume verkraften, der sich verletzte.

SC Lüchow -
TSV Gellersen II 1:4 (1:2)
Gellersen sammelte drei wichtige Punkte im Abstiegskampf und machte einen Platz nach oben gut. Beim Schlusslicht Lüchow hatte der TSV keine großen Probleme und gewann am Ende auch in der Höhe verdient. „Wir waren das klar bessere Team und haben vor allem defensiv nichts zugelassen“, lobte Gellersen-Trainer Jan Thielert seine Mannschaft. Dabei ging Gellersen bereits früh mit 2:0 in Führung, nachdem Schmidt erst nach einem Pass durch die Gasse locker einschob (9.). Kurz darauf spekulierte Schmidt bei einem Befreiungsschlag des Lüchower Torhüters genau richtig und blockte den Ball ab, sodass dieser kurios direkt ins Netz fiel (16.). Der dritte Treffer für den TSV fiel in der zweiten Hälfte nach einer Ecke durch ein Eigentor von Lüdke (53.). Kurz vor Ende markierte Jendrick Schmidt den 1:4-Endstand mit seinem dritten Treffer (85.). Thielmann: „Die Jungs haben den Ernst der Lage verstanden und wir haben unser Glück heute auch ein bisschen erzwungen.“

FC Heidetal–
SV Lemgow-Dang. 3:2 (0:0)
Ekstase in Ehlbeck: Heidetal drehte kurz vor Schluss einen 0:2-Rückstand und feierte einen emotionalen Sieg. Der FC zeigte von Beginn an eine solide Leistung und hatte einige Chancen, um in Führung zu gehen. Doch die Kugel wollte einfach nicht ins Netz. Und dann kam es in der 76. Minute, wie es kommen musste: Die Gäste aus Lemgow nutzen ihre Chance und gingen in Führung. Nur wenige Minuten später dann erneut der Schlag für Heidetal: Lemgow verwandelte einen Foulelfmeter zum 0:2 (81). Neun Minuten vor Ende sah alles nach einer Heimniederlage für Heidetal aus. Die Reaktion der Heidetaler aber war überragend, und in den letzten Minuten drehte das Team von Oliver Klose den Spieß phänomenal um.
In der 83. Minute schoss J. Horn den Anschlusstreffer und in der 86. Minute traf Konik zum Ausgleich per Nachschuss nach einem Foulelfmeter. D. Horn war zuvor an Lemgows Keeper gescheitert.
„Nach dem 2:2 hätten wir auch damit leben können, aber was dann passierte, war unfassbar“, freute sich Klose. In der Nachspielzeit überkam J. Horn ein absoluter Geistesblitz. Er versenkte den Ball überragend im Winkel und sorgte für völlige Ekstase bei den Heidetaler. „Das war ein Spektakel. Was hier nach dem Siegtreffer los war, kann man sich ja vorstellen“, beschrieb Klose die Schlussmomente.

TSV Adendorf–
SV Eintracht Lüneburg 1:0 (0:0)
Adendorf setzte sich mit einer kämpferischen Leistung im Topspiel durch. „Das war eine intensive Partie, und wir haben sehr gut dagegengehalten“, freute sich Uwe Laskowski vom TSV Adendorf. Beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe und legten alles in dieses Topspiel. In der ersten Hälfte waren die Gastgeber die etwas bessere Mannschaft, hatten aber keine zwingenden Gelegenheiten zur Führung. Zehn Minuten nach Wiederbeginn war es Leppek, der nach einer Kopfballverlängerung von Iwan die Führung für Adendorf erzielte (56.).
Danach warf die SVE alles nach vorne, drängte auf den Ausgleich. „Wir hatten drei Großchancen, in denen wir allein auf den Torwart zugelaufen sind. Wenn du solche Dinger nicht machst, kannst du so ein Spiel auch nicht gewinnen“, fasste Philipp Zimmermann die Niederlage zusammen. „Es ist ärgerlich, weil wir sieben Spiele ungeschlagen waren. Wir wollen bis zur Winterpause alles geben, damit der Abstand auf Adendorf nicht größer wird.“
Beim TSV Adendorf und Uwe Laskowski dagegen war die Stimmung nach dem Abpfiff gut. Laskowski: „Man merkt, dass die Euphorie noch ein bisschen gestiegen ist und alle wirklich Bock haben. Wir haben zurzeit eine Super-Stimmung.“

TSV Bienenbüttel–
Ochtmisser SV 0:2 (0:0)
„Wir haben Geduld bewiesen und hatten den längeren Atem.“ Gianluca Sciume zeigte sich glücklich nach dem späten Sieg in Bienenbüttel. Bis in die Schlussphase stand es noch 0:0, wobei der OSV das Spiel ständig im Griff hatte und die dominante Mannschaft war. Bienenbüttel war nur mit elf Mann angetreten und konzentrierte sich vorwiegend auf das Verteidigen. Der OSV war spielbestimmend, konnte sich aber für den Aufwand nicht belohnen. In der 85. Minute dann die Erlösung für Ochtmissen: Hasan Alkhalil fiel der Ball in einer unübersichtlichen Situation vor die Füße, er staubte zur Führung ab. Direkt im Anschluss legte der OSV durch Saucke nach (86.) und entschied die Partie somit für sich. Sciume: „Die Tore sind am Ende durch puren Willen gefallen, und wir sind jetzt erleichtert über den Sieg.“ Für Bienenbüttel-Trainer Frank Kathmann war die Niederlage aufgrund der Ausgangslage zu verkraften: „Die Jungs, die da waren, haben alles gegeben. Die kämpferische Leistung war gut, so kann man sich nichts vorwerfen. Allerdings haben uns am Ende einfach die Kräfte gefehlt“. Einen Wermutstropfen aber hatte der Sieg für den OSV: Torwart und Trainer Gianluca Sciume verletzte sich in der 36. Minute bei einem regulären Zweikampf am Knöchel und musste ausgewechselt werden.

Lüneburger SV–
BSV Union Bevensen 3:3 (1:0)
Die LSV war in der Schlussphase der Partie gegen Union Bevensen auf einer Achterbahn der Gefühle. Zunächst erzielte Sönmez in der 83. Minute den vermeintlich späten Siegtreffer für die Gastgeber, doch am Ende hatten die Bevenser das letzte Wort und erzielten doch noch den 3:3 Ausgleich in der 88. Minute. Zuvor ging die LSV mit 2:0 durch Hijazi und Pepic in Führung (21. und 48.), bekam dann aber die Comeback-Qualitäten von Union zu spüren. Die konnten den Rückstand in der 50. und 64. Minute aufholen und machten der LSV das Leben schwer.

Von Dominik Schwerma

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