Dienstag , 6. Dezember 2022
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Ruth und Jean (Birgit Becker, Raimund Becker-Wurzwallner) sind sich nach vielen Jahren unvermutet wieder begegnet. (Foto: t&w)
Ruth und Jean (Birgit Becker, Raimund Becker-Wurzwallner) sind sich nach vielen Jahren unvermutet wieder begegnet. (Foto: t&w)

Premiere in der Kulturbäckerei: „Das weiße Dorf“

Am 1. Dezember feiert das Stück „Das weiße Dorf“ Premiere in der Kulturbäckerei. Das Theater zur weiten Welt kündigt ein Theaterstück über Affären und Herzrasen, Anfänge und Wendepunkte an.

Lüneburg. Damit war nun wirklich nicht zu rechnen. „Du hier?“ Ruth und Jean waren einmal ein Liebespaar, dann verloren sie sich aus den Augen. Jetzt, nach Jahren, treffen sie sich wieder – mitten im brasilianischen Regenwald, an Bord eines Kreuzfahrtschiffs auf dem Amazonas. „Wie geht es Dir?“ Gut natürlich, beide sind erfolgreich im Beruf wie in der Liebe, oder? Darum dreht sich die melancholische Komödie „Das weiße Dorf“ von Teresa Dopler, das Stück für zwei Personen feiert Premiere am Donnerstag, 1. Dezember, in der Kulturbäckerei.

Es spielt das Theater zur weiten Welt, das sind Birgit Becker (Ruth) und Raimund Becker-Wurzwallner (Jean) in der Regie von Laura Remmler. Ruth und Jean sind Alpha-Tiere, haben es in die Vorstandsetagen geschafft und sich privat angemessene Partner gesichert, man kann das Leben gestalten, der Wille zählt, Unwichtiges ist als Ballast über Bord zu werfen. Damals trennten sie sich der Karriere wegen, und ja, natürlich war es eine richtige Entscheidung.

Fast wie Kate Winslet und Leonardo DiCaprio

Es ist eine Lockdown-Situation: Vom Kreuzfahrtschiff kommen Ruth und Jean nicht so schnell herunter, also treffen sie sich immer wieder, an Deck, in den Salons, die Theaterbühne deutet den Schiffsbug an. Das erinnert natürlich an Kate Winslet und Leonardo DiCaprio in „Titanic“, nur eben, dass hier beide aus der gleichen sozialen Schicht kommen. Und überhaupt, eigentlich wollen sie sich nur gegenseitig klarmachen, wie gut sie ihr Dasein durchökonomisiert haben.

Und doch – fehlt nicht etwas? Was wäre gewesen, wenn Ruth und Jean zusammengeblieben wären? „Das weiße Dorf“, das ist zunächst der Luxusliner, eine in sich geschlossene Welt – und ein Sehnsuchtsort in Andalusien. Angekündigt ist „ein Theaterstück über Affären und Herzrasen, Delfine und Affen, enge Kabinen und Lachen, Anfänge und Wendepunkte – ein berührendes Porträt zweier Menschen, das unter dem Mantel großer Leichtigkeit falsche Lebensentscheidungen in Frage stellt“.

Die Premiere beginnt um 19.30 Uhr, geplant sind bis 4. Februar insgesamt acht Vorstellungen. Tickets und Infos unter theaterzurweitenwelt.de.

Von Frank Füllgrabe

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