Sonntag , 4. Dezember 2022
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Marcel Wulf
Marcel Wulf (oben links) war der gefeierte Mann beim letzten Derby der Gellerser gegen den MTV. Auch Robert Meyer (unten links) freut sich auf das Wiedersehen mit seinem Ex-Club. (Foto: be)

Mit Video: Gellersen lädt zum Zittergipfel auf den Heidberg

Der TSV Gellersen braucht in der Fußball-Landesliga ebenso dringend ein Erfolgserlebnis wie der MTV Treubund. Wer verliert, steht auf einem Abstiegsplatz. Was spricht für die Gastgeber, was für die Gäste?

Südergellersen. TSV Gellersen gegen MTV Treubund – da ist Spektakel garantiert. 3:3 endete das letzte Derby in der Fußball-Landesliga auf dem Heidberg, Traumtore und Last-Minute-Wendungen inklusive (siehe Video unten). Jetzt am Sonntag (14 Uhr) geht es für beide Teams knallhart um das sportliche Überleben in der Liga und darum, schwarze Serien zu beenden. Wer verliert, steht zum Ende der Hinserie definitiv auf einem Abstiegsplatz. Der Ausgang ist völlig offen – aber was für ein Spiel können die Fans erwarten?

Wie ist die Ausgangslage?

Der MTV Treubund hat aus den letzten drei Spielen nur einen Punkt geholt und fiel erstmals seit dem 6. Spieltag wieder auf einen Abstiegsplatz zurück. Gellersen steht direkt vor den Lüneburgern, mit einem Punkt mehr, aber dem deutlich schlechteren Torverhältnis. Zuletzt setzte es drei Niederlagen in Folge, in den letzten sieben Partien punktete der TSV nur gegen Schlusslicht Elstorf (4:1). Der MTV weist gemeinsam mit Elstorf die schwächste Offensive der Liga auf, Gellersen hinter Westercelle die zweitschwächste Defensive.

Wie steht es ums Personal?

„Wir haben in den 16 Spielen bisher nur zweimal mit der gleichen Abwehr begonnen“, streicht Gellersens Trainer Sven Kathmann heraus. Er muss wieder umstellen – besser, diesmal darf er umstellen, da Karstens wieder gesund ist. Hövermann allerdings wird wegen einer Rotsperre noch fehlen – der TSV hofft, dass das Strafmaß (drei Spiele) verkürzt wird und er wenigstens gegen Neetze wieder dabei sein kann.

Deutlich größere Probleme hat der MTV, der deshalb kurzzeitig sogar um eine Spielverlegung gebeten hatte. Keiner der drei Torhüter war in dieser Woche im Training, nachdem sich Röpnack gegen Harsefeld am Fuß verletzt hatte. MTV-Coach Michael Zerr hofft, dass Röpnack oder der kranke Sommer bis Sonntag wieder fit werden, schaut sich nach Ersatz aber schon vereinsintern um. Hauke hat sich nicht so schwer wie befürchtet verletzt. Sein Einsatz ist aber ebenso fraglich wie der von Perera, Grams, Winter und Goldberg - vier Leistungsträger.

Was spricht für Gellersen?

„Abstiegskampf war für uns fünf Jahre nicht existent. Für mich als Trainer nicht und auch für die allermeisten Spieler nicht“, weiß Zerr. Sein Gellerser Kollege Kathmann geht mit dem TSV seit dem Aufstieg 2018 im Prinzip in jede Saison als heißer Abstiegskandidat – und das Team hat bisher immer die Kurve gekriegt. „Wir hatten zwischendurch eine Phase, in der wir gezeigt haben, dass wir in diese Klasse gehören“, sagt Kathmann.

Für diverse Gellerser ist das Duell mit ihrem Ex-Club ein besonderer Anreiz: zum Beispiel für Marcel Wulf, der mit einem grandiosen Freistoßtreffer vor einem Jahr das 3:3 gegen den MTV schoss und dafür gefühlt monatelang gefeiert wurde.

Was spricht für den MTV Treubund?

Offensive gewinnt Spiele, Defensive gewinnt Meisterschaften – der Spruch ist bekannt. Eine schlechte Defensive sorgt aber auch für einen Abstieg. „Die Zahl unserer Gegentore ist viel zu hoch“, bemängelt Kathmann. „Wir als Mannschaft müssen es hinbekommen, besser zu verteidigen.“ Davon ist Gellersen zurzeit aber weit entfernt. Das Team kassiert nicht mehr alle paar Wochen Packungen wie zu Saisonbeginn, zwei, drei Gegentreffer sind zurzeit aber Standard.

Und beim MTV hat man sich allmählich vom Gedanken „wir sind viel zu gut für den Abstieg“ verabschiedet. „Wir sind im Umbruch und können uns mit Top-Mannschaften wie Harsefeld nicht messen“, weiß Zerr. Aber er hat die Hoffnung, dass die Mannschaft den Abstiegskampf zu 100 Prozent annimmt. Erfahrene Spieler erinnern gerade in diesen Tagen an die Saison 2015/16, als der MTV sich durch eine kaum noch für möglich gehaltene Siegesserie rettete und nebenbei noch den Bezirkspokal gewann. Gutes Omen: Auch in dieser Serie steht der MTV im Cup schon im Halbfinale.

Wie viele Teams steigen eigentlich ab?

Fünf in jedem Fall. Sollten mehrere Oberligisten in die Landesliga Lüneburg absteigen, erhöht sich die Zahl. Mehr oder weniger gefährdet sind Celle, Rotenburg und der LSK. Worst case: Alle drei steigen ab, dann würde es sieben Landesligisten erwischen.

Von Andreas Safft

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