Montag , 5. Dezember 2022
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Hüsa Sönmez
Ist derzeit alles andere als happy: Hüsa Sönmez. (Foto: t&w)

Warum die LSV so schwer genervt ist

Sowohl Training als auch Spiele der Lüneburger finden derzeit nur auf fremden Plätzen statt. Das ist nicht gut für den Teamgeist und das Punktekonto. Der Gast hat am Sonntag eine kürzere Anfahrt als der Gastgeber.

Lüneburg. Die Lüneburger SV spielt in der Fußball-Kreisliga bis jetzt eine durchwachsene Saison. Das hat aber auch seine Gründe: Zum einen fehlen dem Team durchgehend wichtige Spieler und zum anderen hat die LSV noch kein einziges wirkliches Heimspiel in dieser Saison ausgetragen. Gegen Bienenbüttel sollen am Sonntag (14 Uhr) trotzdem drei Punkte her. Diesmal wird in Vastorf gespielt.

„Das Team hat das Potenzial, um oben mitzuspielen.“ Davon ist LSV-Coach Hüsa Sönmez fest überzeugt. In der letzten Zeit fehlte seinem Team aber vor allem eines – die richtige Einstellung. Die Ergebnisse waren in den vergangenen Wochen keineswegs zufriedenstellend für die ambitionierten LSV, die sich selbst eigentlich deutlich weiter oben sehen würde.

"Heimspiele" erst in Ochtmissen, jetzt in Vastorf

Das hat vermutlich aber auch andere Gründe als eine mangelhafte Einstellung: Die LSV hat in dieser Saison noch kein einziges Mal auf dem eigenen Platz gespielt. Wegen des Baus einer Leichtathletik-Tartanbahn um den Platz in Kaltenmoor haben die Lüneburger nur Auswärtsspiele. Die vergangenen zwei Spiele gegen Südkreis (0:2) und Bevensen (3:3) bestritt die LSV zwar formell als Heimspiele, jedoch beide in Ochtmissen.

Da der neu angepflanzte Rasen noch bis mindestens Frühjahr 2023 anwachsen muss, bleibt dieses Problem ein Dauerthema. Außerdem trainiert die Mannschaft teilweise in Vastorf oder Winsen. Für Sönmez ist das ein entscheidender Faktor für die sportliche Misere: „Wir kommen als Mannschaft gar nicht richtig zusammen. Nach dem Training will jeder einfach schnell nach Hause, und es entsteht gar keine Gemeinschaft. Das geht allen langsam richtig auf die Nerven.“

Personallage ist mehr als angespannt

Für Sönmez gilt bis zur Winterpause: „Wir müssen uns jetzt mal schütteln und uns zusammenreißen.“ Das bedeutet konkret, dass gegen Bienenbüttel ein Sieg her soll. „Sonntag wollen wir voll unser Spiel durchziehen und auch gewinnen.“ Sorgen bereitet ihm dabei der Kader: „Wir müssen jedes Spiel mit einer anderen Start­elf spielen. Die Jungs können sich gar nicht einspielen und da entsteht auch ein Druck.“

Beispielhaft ist die jüngste Verletzung von Merlin Witthöft, der sich im Training den Finger gebrochen hat und noch einige Wochen ausfällt. „Seit dem zweiten Spieltag verfolgt uns dieser Fluch, dass ständig Spieler verletzt sind. Das setzt sich auch in den Köpfen fest“, meint Sönmez.

Topstürmer plagt eine Zerrung

Auch der Einsatz von Top-Torjäger Dilkas Sönmez (18 Tore) ist fraglich. Der Stümer kämpft zurzeit mit einer hartnäckigen Zerrung im Oberschenkel. „Dilkas geht zwei bis drei Mal die Woche zum Physio und versucht, das wieder in den Griff zu kriegen. Er ist für uns natürlich einer der wichtigsten Spieler“, sagt der LSV-Coach.

Trotz aller Widrigkeiten will Sömnez aber nichts abschenken. „Für uns ist noch alles drin. Wenn wir unser Spiel endlich richtig durchziehen können, dann können wir auch nach oben gucken. Für mich ist wichtig, dass wir bis zur Winterpause alles geben und möglichst viele Punkte holen.“

Von Dominik Schwerma

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