Dienstag , 6. Dezember 2022
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SVG, Berlin Volleyball
Der Block der SVG Lüneburg stand in Berlin hervorragend. Foto: Andreas Gora

SVG verliert unglaubliches Matchball-Drama in Berlin

Sie waren so dicht dran, hatten sogar einen Matchball. Aber die Volleyballer der SVG Lüneburg verloren ein denkwürdiges Pokalspiel beim deutschen Meister Berlin Volleys im fünften Satz. Ein Tiebreak, an den man sich noch lange erinnern wird.

Berlin. Weltklasse-Volleyball und ein unfassbares Drama: Die SVG Lüneburg hat in einem ebenso denkwürdigen wie begeisternden Spiel das Halbfinale um den DVV-Pokal denkbar knapp verpasst. Das Team von Trainer Stefan Hübner verlor beim deutschen Meister vor fast 4200 restlos begeisterten Zuschauern mit 2:3 (22:25, 25:22, 25:22, 23:25 und 25:27).

Hübner stolz auf sein Team

Beide Teams lieferten sich ein unglaubliches Match und dann im fünften Satz ein Matchall-Drama, das seinesgleichen sucht. Berlin nutzte seinen zwölften Matchball, zwischenzeitlich hatte einmal die SVG (25:24) die Chance, das Spiel für sich zu entscheiden.

„Ich bin stolz auf die Mannschaft. Klar, sind wir enttäuscht, aber ich habe viele gute Sachen gesehen“, sagte SVG-Coach Stefan Hübner und fügte augenzwinkernd hinzu: „Wir kommen näher.“

SVG in der Annahme sehr stabil

Es entwickelten sich gleich von Beginn an lange Rallyes, bei denen nicht selten die Lüneburger das bessere Ende für sich hatten. Die Berliner machten zunächst einen etwas unsortierten Eindruck, waren vor allem in der Annahme nicht stabil.

Ganz im Gegensatz dazu die SVG: Einmal mehr überragend in der Annahme und der Teamorganisation agierte Libero Gage Worsley. Die SVG führte 18:17, doch dann zeigte Berlin seine Qualitäten, wenn es in die Crunch Time geht: Vier Punkte in Serie brachten den Meister entscheidend nach vorn, ein Fehlaufschlag von Lukas Maase beendete den Satz zugunsten der Hauptstädter, die auf ihren an Corona erkrankten Trainer Cedric Énard verzichten mussten. Er wurde von „Co“ Lucio Oro vertreten.

SVG kommt Berlin immer näher

Die SVG aber ließ sich durch den Satzverlust nicht schocken, sie war im Spiel. Und sie wirkte jetzt frischer und entschlossener als die Berliner. Die 7:2-Anfangsführung musste sie zwar schnell wieder hergeben (9:9), aber sie blieb konzentriert. Die Berliner ließen in der Blockarbeit die Präzision vermissen, was die Gäste ausnutzten. Vor allem Colton Cowell ragte in diesem Satz mit sieben Punkten heraus.

Der Meister schien müde

Der deutsche Meister schien ausgelaugt und müde, während die Lüneburger „on fire“ waren und sich im dritten Satz in einen Rausch spielten. Das 6:2 zu Beginn des Satzes ließen sie sich nicht mehr nehmen. Die SVG spielte überragend in der Feldabwehr und im Block, während die Berliner keine Hand an den Ball bekamen.

Cody Kessel sorgt für die Wende

Doch Berlin ist eben Berlin – eine Weltklasse-Truppe, die nie aufgibt. Der Ex-Lüneburger Cody Kessel, Ruben Schott und Diagonalangreifer Marek Sotola trafen jetzt, die Volleys kämpften sich zuürck. Am Ende wurde es zwar noch mal knapp, aber Berlin gewann 25:23 zum Satzausgleich.

Berlin nutzt zwölften Matchball

Was dann im fünften Satz passierte, war Drama pur: Die Teams lieferten sich einen unglaublichen Schlagabtausch – mit einem Cody Kesel in Topform. Die 4200 Zuschauer standen die ganze Zeit und rasteten aus. Beim zwölften Matchball für Berlin ging ein Ball der SVG ins Aus – nach fast drei Stunden Volleyball der Weltklasse.

SVG: Maase, Schnitzer, Cowell, Ewert, Eshenko, J. Worsley. Libero: G. Worsley. Eingewechselt: Gerken, Böhme.

Von Matthias Sobottka

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