Samstag , 3. Dezember 2022
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TuS Barendorf
Die ersten Herren des TuS Barendorf ließ sich typisieren. Das Foto aus dem Vereinsheim entstand schon unter 2G-Bedingungen. (Foto: privat)

Fußballer des TuS Barendorf vorbildliche Typen

Gesundheit ist ein wichtiges Gut. Daher machen die Fußballer des TuS Barendorf mit bei der Typisierungsaktion des NFV und lassen sich registrieren.

Barendorf. Mark Körperich, stellvertretender Fußball-Obmann des TuS Barendorf, weiß gar nicht mehr genau, ob er eine E-Mail zu dem Thema gelesen hatte oder einen Hinweis in den sozialen Medien entdeckte. Auf jeden Fall sprach ihn die Idee der „niedersächsischen Typisierungsmeisterschaft“ an und er dachte sich: „Da können wir als TuS Barendorf doch auch mitmachen. Ich hatte es nie geschafft, mich zu registrieren, fand aber immer, dass es eine gute Sache ist.“

In den Farben getrennt, in der guten Sache vereint

Gemeinsam mit dem Norddeutschen Knochenmark- und Stammzellspender-Register (NKR) aus Hannover startete der Niedersächsiche Fußball-Verband (NFV) mit der Typisierungsmeisterschaft ein weiteres Projekt unter dem Fußball-Motto „In den Farben getrennt, in der guten Sache vereint“. Schon 2019 machte 12.000 Fußballer und Fußballerinnen mit, nun geht es in die zweite Runde. Körperich fragte bei den Trainern der Fußball-Teams nach, wer Interesse hätte. Im Frauenteam und in der Altliga haben sich schon viele Aktive registrieren lassen, deshalb waren es vor allem „Jungs um die 20“, die sich meldeten. Letztlich sind 27 Menschen zusammengekommen.

Einen Preis werden sie damit nicht gewinnen, „aber das war auch nie unser Anspruch“, sagt Fußball-Obmann David Keese, der sich über das Engagement von Körperich freute und ihn unterstützte. Die Testkits besorgte Körperich, verteilte sie in den Mannschaft. Nach dem Abstrich an den Wangeninnenseiten mit Wattestäbchen schickte jeder den Test eigenständig zurück zum NKR.

Viel Lob und Anerkennung auch von anderen Vereinen

„Gesundheit ist gerade in der jetzigen Zeit ein wichtiges Gut“, findet Körperich. Keese stimmt ihm zu: „So können auch wir als kleiner Verein unseren Beitrag leisten. Jeder, der die Möglichkeit hat, ein Leben zu retten, sollte das tun.“ Die Barendorfer, die ihre Aktion in den sozialen Medien teilten, bekamen viel Lob und Anerkennung. „Einige wollen da jetzt auch mitmachen. Das ist doch top“, findet Keese. Genau so ist es.

Wer als Verein mitmachen will, kann diese über die NFV-Aktion machen. Infos auf der Homepage des NFV.

Von Ulrich Pott

Alles rund um Stammzellenspender

Warum ist eine Registrierung so wichtig?

Etwa alle 15 Minuten erhält ein Mensch in Deutschland die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs. Leukämien und andere Erkrankungen des blutbildenden und lymphatischen Systems sind sogar die häufigsten Krebsarten unter Kindern und Jugendlichen. Helfen keine anderen Therapien, ist eine Stammzellspende die einzige und letzte Chance auf ein Überleben.

Durch die Corona-Pandemie konnten öffentliche Typisierungsaktionen für eine lange Zeit überhaupt nicht stattfinden. Die dramatische Folge: Im Vergleich zu 2019 haben sich in den vergangenen beiden Jahren 40 Prozent weniger Menschen registriert. Zusätzlich scheiden jährlich etliche Spender und Spenderinnen aus den Registern aus, weil sie das Höchstalter von 61 Jahren erreichen oder aus Krankheitsgründen nicht mehr spenden können. Für jeden zehnten Patienten in Deutschland wird kein passender Spender gefunden.

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