Donnerstag , 18. August 2022
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Die Sportvereine tun unter anderem mit Onlina-Angegoten, hier Magdalena Reikovsky (l.) vom TuS Reppenstedt und Janina Breitschuh vom MTV Treubund, alles, um auch in der Corona-Krise neue Mitglieder zu gewinnen. Doch das hat 2020 längst nicht so geklappt wie erhofft. Foto t&;w
Die Sportvereine tun unter anderem mit Online-Angeboten, hier Magdalena Reikowski (r.) vom TuS Reppenstedt und Janina Breitschuh vom MTV Treubund, alles, um auch in der Corona-Krise neue Mitglieder zu gewinnen. Doch das hat 2020 längst nicht so geklappt wie erhofft. Foto t&;w

Vereine im KSB Lüneburg verlieren 2020 mehr als fünf Prozent ihrer Mitglieder

Lüneburg. Die Sportvereine stecken im Dilemma: Weil der Trainings- und Spielbetrieb wegen Corona immer wieder ruhen muss, hatten und haben sie kaum Chancen, neue Mitglieder zu akquirieren und Kündigungen entgegenzuwirken. Das spiegelt sich nun in den Zahlen der aktuellen Bestandserhebung des Kreissportbundes Lüneburg (KSB) wider: Danach verlieren die Sport- und Schützenvereine innerhalb des KSB im Durchschnitt mehr als fünf Prozent ihrer Mitglieder.

In Zahlen: 42 383 Mädchen und Jungen, Frauen und Männer sind zum Stichtag 1. Januar 2021 in 158 der 159 Vereinen im KSB Lüneburg organisiert. Das sind 2401 weniger als ein Jahr zuvor. Zum Vergleich: Bei der letzten Erhebung hatten die Vereine 550 Mitglieder verloren.

Lüneburgs Großvereine bekommen den Schwund am deutlichsten zu spüren, sie liegen mit etwa zehn Prozent klar über dem Durchschnittswert. "Das bedeutet aber keine Austrittswelle, eine natürliche Fluktuation hatten wir immer“, betont etwa Thorsten Schulte, Geschäftsführer des VfL Lüneburg.

Sein Verein verzeichnet ein Minus von 10,1 Prozent. Allerdings fehle eben der Ausgleich durch neue Mitglieder. Schulte: „Selbst in den Wochen, in denen wir 75 Prozent unserer Angebote wieder hochfahren konnten, haben sich die Leute nicht entschieden, sofort in den Verein einzutreten. Die Angst war größer als der Mut, sich an einen Verein zu binden.“

KSB-Geschäftsführerin Susanne Pöss zieht aber auch eine positive Botschaft aus den Zahlen: „Der Großteil ist unseren Vereinen treu geblieben.“ Auch wenn sie weiß, dass sich der zweite Lockdown noch gar nicht in der Statistik widerspiegelt. „Dieser noch immer anhaltende Lockdown bringt den lokalen Sport langsam an seine Grenzen“, so Pöss. „Wir alle können nur hoffen, dass unseren Mitgliedern und den vielen ehrenamtlich Tätigen in 2021 nicht der Geduldsfaden reißt.“ So müsse man in einem gemeinsamen Kraftakt noch einmal an die Solidarität und die Vereinstreue appellieren sowie auf die zahlreichen Online-Angebote verweisen.

Ausführliche Hintergründe und Reaktionen lesen Sie am Dienstag auf LZ+ und in der Print-Ausgabe der Landeszeitung. kab