Sonntag , 4. Dezember 2022
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Allein unter Jungs beim Basketball in Hohnstorf: (v.l.) Nele Geithner, Carla Rebner und Maila Sellke. (Foto: lüb)

Mit Video: Allein unter Jungs beim TuS Hohnstorf

Nele, Carla und Maila sind die einzigen Mädchen in der Basketball-Jugend des Vereins. Warum das aber besonders bei Punktspielen von Vorteil sein kann, hat das Trio der LZ verraten.

Hohnstorf. Eine verlorene Wette gegen Bruder Eric brachte Carla Rebner vor vier Monaten zum Basketball beim TuS Hohnstorf: „Die Wettschuld war, dass ich einmal mit ihm zum Training gehe.“ Anders als gedacht, war sie sofort Feuer und Flamme, ist inzwischen wie Eric und auch Bruder Conrad Mitglied im Verein an der Elbe: „Am besten finde ich, dass es ein Teamsport ist.“ Deshalb stört es sie auch nicht, dass sie neben Nele Geithner und Maila Sellke zu den einzigen Mädchen der Jugendsparte gehört. „Das ist hier total normal und überhaupt kein Thema.“

Wechsel in ein Mädchenteam kommt nicht in Frage

Nele (13) kann das noch besser beurteilen. Sie geht bereits seit sieben Jahren in Hohnstorf auf Korbjagd und weiß, wie sie ihre männlichen Mannschaftskameraden und Gegner zu nehmen hat. Meistens jedenfalls: „Manchmal wirst du auch einfach weggerammt“, verrät sie.

Einen Wechsel aber in ein Mädchenteam hat die Spielerin der U 14 noch nie in Erwägung gezogen, zu wohl fühlt sie sich hier. Ebenso Maila (11), die seit zwei Jahren dabei ist: „Das Team ist toll, und wenn man die Jungs länger kennt, ist es in Ordnung.“

Als Mädchen allein auf weiter Flur – das bringt auch Vorteile fürs ganze Team, wie Carla längst ausgemacht hat: „Wenn wir Spiele haben, dann verteidigen die Jungs uns oft nicht, weil sie denken, wir sind vielleicht schlecht, und dann stehen wir frei herum und machen den Korb.“

Auch Jugendwart und Trainer Nick Möller erlebt den Nachwuchs als eingeschweißtes Team. „Die Mädchen sind voll akzeptiert. Wir halten zusammen, egal ob Mädchen oder Jungs.“

Zwei gemischte Jugend-Mannschaften hat der TuS, eine U 12 und eine U 14. Beide spielen in der Regionsliga. Das jüngere Team ist nach der Hinrunde Tabellenführer, das ältere spielt außer Konkurrenz in der Liga mit.

Jeder hat die Chance, am Spielbetrieb teilzunehmen

Ein Kompromiss, den das Team gern für seinen Spieler Eric Rebner eingeht: Mit 15 Jahren ist er zu alt ist für die U 14. „Unser Ziel ist aber ganz klar, dass jeder im Verein die Chance haben soll, am Spielbetrieb teilzunehmen. Und da wir keine U 16 haben, haben wir das so gelöst“, erklärt Abteilungsleiter Tobias Schlender.

Der nächste Schritt für Eric steht aber kurz bevor, der durch seine Größe und Präsenz im Jugendtraining heraussticht. „Ich durfte schon zweimal bei den Herren mittrainieren. Das wäre natürlich toll, bald den Sprung dorthin zu schaffen.“

Ehrenamtliche Helfer dringend gesucht

Nach der Corona-Zwangspause boomt die Jugendsparte des TuS. Ergebnis vieler Aktionen abseits des Trainings- und Spielbetriebs. „Gerade konnten Kinder und Jugendliche bei uns das Basketballabzeichen machen, und auch an der Grundschule haben wir für uns geworben“, berichtet Nick Möller. „Einige Neue sind heute gleich beim Training.“

Doch mehr Mitglieder bringen auch neue Herausforderungen mit sich. Stichwort Ehrenamt. „Es wird immer schwerer, Leute zu finden, die sich verlässlich im Verein engagieren“, bedauert Tobias Schlender. Die Arbeit verteile sich stets auf dieselben Schultern. „Aber ohne Fahrer, Kampfrichter und Trainer geht es nicht“, ist Schlenders Appell an Spieler, aber auch Eltern der Sparte. Damit Mädchen und Jungen weiterhin gemeinsam auf Korbjagd gehen können.

>> Wer Lust auf Basketball beim TuS Hohnstorf hat, findet auf der Homepage www.hohnstorf-basketball.de alle weiteren Infos.

Von Kathrin Bensemann

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