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Rettungsschwimmer Lüneburg
Wollen es ins Nationalteam schaffen (von links): Jonathan Hopp, Lea Kötter und Malte Marquardt. Annika Soetbeer fehlte beim LZ-Termin. Foto: lüb

Mit Video: Lüneburgs Rettungsschwimmer wollen zur WM

Vorerst aber müssen diese Junioren der DLRG Lüneburg am Wochenende den Sprung in das deutsche Nationalteam schaffen.

Lüneburg. Aller Anfang ist schwer. Das musste Malte Marquardt schmerzlich erfahren, als er vor zweieinhalb Jahren im Wettkampfteam der Lüneburger DLRG-Rettungsschwimmer anfing. „Vom Board und Ski bin ich immer nur ins Wasser gefallen.“ Dennoch blieb der 17-Jährige eisern dabei, machte sich vor allem den kajakähnlichen Rettungsski zum Freund und kämpft nun am Wochenende in Warnemünde beim Junioren-Rettungspokal um einen Platz im Junioren-Nationalteam.

Genauso wie Jonathan Hopp, Annika Soetbeer und Lea Kötter. Sie eint ein Ziel: Sie wollen bei der Junioren-Weltmeisterschaft im italienischen Riccione im Oktober dabei sein.

Erst Jugendeinsatzteam, dann Rettungssport

Mitglied bei der Lüneburger DLRG ist Malte Marquardt seit acht Jahren, gehörte zum Jugendeinsatzteam, in dem er die Basics lernte, um im Notfall Menschenleben zu retten. Dann aber packte ihn die Lust auf sportliche Einsätze und er schnupperte im Wettkampf-Team. Erst im Pool, schnell aber wagte er sich auch an die Ocean-Disziplinen.

Heute kippt sein Rettungsski nicht mehr so schnell - und der Konkurrenz war Malte bei den Landesmeisterschaften vor Kurzem zwei, drei Längen voraus.

Auch deshalb gehört er am Wochenende zum zwölfköpfigen Kader des niedersächsischen DLRG-Landesverbandes. Dass allein vier Sportler aus Lüneburg kommen, zeigt, wie erfolgreich hier die Nachwuchsarbeit läuft. „Wer bei uns einsteigen will, sollte natürlich schwimmen können und eine gewisse Fitness mitbringen. Gerade in den älteren Jahrgängen betreiben wir Leistungssport, da muss man das ein oder andere harte Training wegstecken können“, so Lucas Vogler, 2. Vorsitzender.

Im Visier von Bundestrainerin Elena Prelle

Der Rettungspokal ist der bedeutendste Nachwuchswettbewerb im nationalen DLRG-Rettungssport und für Bundestrainerin Elena Prelle die Gelegenheit, Talente zu sichten. Auswahlteams aus ganz Deutschland messen sich in den Pool- und Freigewässerdisziplinen.

Auch für Annika Soetbeer und Jonathan Hopp wird es eine Premiere. Der 17-Jährige mischt erst seit sechs Wochen bei der DLRG mit, kommt aus dem Schwimmsport des VfL Lüneburg. Nun schwimmt er zweigleisig. „Der Rettungssport ist abwechslungsreicher, es gibt mehr Möglichkeiten, und vor allem der Teamaspekt hat mich dazu bewogen, hier anzufangen.“

Das Schwimm-Ass machte die Landestrainer durch gute Resultate im Pool schnell auf sich aufmerksam. Mit den Ocean-Disziplinen dagegen hadert er noch wie anfangs Vereinskamerad Malte. Da ist es gut, dass sich die Rettungsschwimmer in Warnemünde lediglich in drei Disziplinen präsentieren müssen: „Den Rettungsski umgehe ich deshalb ganz bewusst“, erzählt Jonathan lachend, dessen Lieblingsdisziplin 200 m Hindernis im Pool ist.

Lea Kötter hat sich bereits ins Spiel gebracht

Beste Chancen auf einen Platz im Nationalteam hat Lea Kötter. Sie wäre Wiederholungstäterin: 2021 holte sie Gold bei der Junioren-EM. „Jetzt bei der WM starten zu können, wäre ein Traum“, versichert die 18-Jährige. „Vor allem, weil es mein letztes Jahr als Juniorin ist.“

Doch auch in der offenen Wertung kann Lea Kötter bereits mithalten - wie sie jüngst beim French Rescue bewies: Gegen die internationale Konkurrenz erkämpfte sie in Frankreich einige gute Platzierungen. Das dürfte der Bundestrainerin nicht entgangen sein. Leas Tipp für ihre Lieblingsdisziplin Rettungsski: „Wenn du richtig Gas gibst, wackelt er gar nicht erst.“ Bester Vorsatz für das Wochenende.

Von Kathrin Bensemann

Corona erschwerte die Mitglieder-Akquise

Nachwuchs dringend gesucht

92 Rettungssportler zwischen zehn und 28 Jahren hat die Lüneburger DLRG. Die Pandemie hat die Mitglieder-Akquise erheblich erschwert, so der 2. Vorsitzende Lucas Vogler. „Generell beziehen wir den Nachwuchs aus der Schwimmausbildung, die eine der Kernaufgaben der DLRG ist. Wegen Corona kam quasi alles zum Erliegen.“ Eine breite Basis aber sei das A und O, um für den Leistungssport gut aufgestellt zu sein. „Sonst könnten wir nur Breitensport betreiben, und das ist definitiv nicht unser Ziel.“

Wer Lust hat, kann beim Training vorbeischauen - und nimmt vorab per Mail an info@lueneburg.DLRG.de Kontakt auf. Mehr Infos gibt es auch unter: www.lueneburg.dlrg.de/mitmachen/rettungssport

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