Mittwoch , 28. Oktober 2020
Mann probiert eine Weste an

Stilguide für Männer – wie trägt man eine Weste?

Die Weste zählt zur Oberbekleidung und wird meist über einem Hemd getragen. Bei ärmellosen taillenlangen Herrenwesten gibt es flexible Einsatzmöglichkeiten. Im Unterschied zu anderen Kleidungsstücken sind Westen langlebiger und können immer wieder neu kombiniert werden.

Beliebtes Kleidungsstück mit vielseitigem Potenzial

Am modischen Aspekt gemessen gehören Westen zu den traditionellen Kleidungsteilen. Die ersten Herrenwesten, die als Wams bezeichnet wurden, waren bereits im 13. Jahrhundert im Einsatz. In den vergangenen Jahren hat die Weste, die früher zum klassischen Anzug unbedingt dazugehörte, an Popularität gewonnen. Während Westen ursprünglich aus dem demselben Stoff gefertigt wurden wie Jackett und Hose, sind heutzutage verschiedene Material-Kombinationen möglich.

Da eine Weste grundsätzlich mit jeder modischen Stilrichtung harmoniert, besitzt dieses Kleidungsstück ein hohes Potenzial. Häufig werden diese Modelle in Verbindung mit Trachtenmode getragen. Traditionelle Kleidung, die ihren Ursprung in den Alpenländern hat, trägt man bei vor allem bei ländlich-festlichen Anlässen, aber auch bei privaten und beruflichen Feiern und beim Ausgehen.

Die Funktion einer Weste besteht darin, dem Outfit mehr Form und Tiefe zu verleihen. Deshalb wird das Kleidungsstück unter dem Jackett eines Anzugs getragen. Bei Trachtenwesten wird zwischen verschiedene Varianten unterschieden.

Während an kühlen Tagen gestrickte Langarmwesten warmhalten, sind ärmellose bequeme Modell zum Kombinieren mit kurzärmeligen Hemden geeignet. Eine Weste sollte nie zu einem T-Shirt, sondern immer zu einem Hemd getragen werden. In Kombination mit einer Jeans sind Trachtenwesten eher selten zu sehen.

Auf Passform und Qualität achten

Der praktische Nutzen einer Weste besteht darin, dass dieses Kleidungsstück den Träger schlanker wirken lässt. Damit dieser Nebeneffekt zur Geltung kommt, darf eine Weste weder zu locker noch zu eng sitzen. Eine zu eng sitzende Herrenweste betont die Körperform und bringt daher ungünstige Rundungen zum Vorschein.

Wenn die Weste zu locker sitzt, sieht auch eine schlanke Figur schnell kastenförmig aus. Herrenwesten gelten als informelles Pendant zum Sakko und werden deshalb auch im Büro und bei geschäftlichen Anlässen getragen. Mit einer Weste lässt sich ein lässiger Look stylen, der nicht overdressed aussieht.

Dabei ist es wichtig, auf die Farbwahl zu achten, um sicherzugehen, dass die Farbtöne zueinander passen. Abhängig davon, ob ein Trachtenanzug oder eine Lederhose mit einer schlichten oder imposanten Trachtenweste kombiniert wird, entsteht ein harmonischer Kontrast oder ein individueller Stil. Herrenwesten findet man in verschiedenen Materialien wie Leder, Denim, Wolle, Seide, Leinen oder Samt.

Während manche Stoffe viel Pflege benötigen, sind andere einfach zu reinigen. Westen aus Samt sollten beispielsweise nie in der Waschmaschine gewaschen werden, da die Fasern sonst Schaden nehmen würden. Samtwesten dürfen deshalb nur mit der Hand gewaschen werden. Vor dem Auswringen sollten eine Textilie in ein Handtuch gewickelt werden.

Zum Trocknen kann das Bekleidungsstück auf den Wäscheständer gelegt oder mit Wäscheklammern vorsichtig an der Wäscheleine befestigt werden. Damit sich die Stäbe des Wäscheständers nicht in den Stoff drücken, sollte zunächst ein Tuch darübergelegt werden.

Textilien aus Samt gehören grundsätzlich nicht in den Trockner, da das Material die hohe Temperatur nicht aushält und beschädigt werden kann. Gebrauchte Kleidung, die nicht mehr getragen wird und im Kleiderschrank viel Platz wegnimmt, kann anderen Zwecken zugeführt werden.

Titelbild: ©iStock – Serhii Sobolevskyi