Anzeige
Anzeige

Das Auto ist nicht mehr, was es war

Es sieht nach einer Zeitenwende aus: Das Auto rutscht von seiner Top-Position als beliebtestes Statussymbol der Bundesbürger ab ins Mittelfeld. Besonders die junge Generation wendet sich anderen Werten zu. Ihr ist ein vernünftiger Lebensstil wichtiger als PS-starkes Imponiergehabe. Mit Blick auf die Klima-Problematik haben sich viele junge Leute eine pragmatische Einstellung zur Mobilität zugelegt: Wer auf zwei Rädern unterwegs ist, tut seiner Gesundheit und der Umwelt etwas Gutes.

Der gute Ruf hat Kratzer bekommen

Abgesehen von den immer lauter werdenden Stimmen, die vor den Folgen des Klimawandels warnen, hat auch das Verhalten der Autoindustrie zu diesem Stimmungswandel beigetragen. Manipulationen an Fahrzeugen, die nur vortäuschen, sie würden Abgas-Grenzwerte einhalten, obwohl sie die Luft fröhlich weiter verpesten, verursachten schwere Vertrauensverluste.
Und nicht nur das: In den USA musste VW für diesen Schwindel Strafzahlungen in Milliardenhöhe leisten. In Deutschland führte eine Musterfeststellungsklage gegen den VW-Konzern zu einem Vergleich, der allen Käufern von betroffenen VW- und Audi-Modellen den Anspruch auf eine Entschädigung zusprach. Wer sich an dieser Klage beteiligt hatte, erhielt 15 Prozent seines Kaufpreises zurück.

Verbraucher wehren sich

Damit ist der entstandene Schaden aber noch längst nicht behoben. Denn wer versäumt hatte, sich der Musterfeststellungsklage anzuschließen, ging zunächst leer aus. Dabei droht zahlreichen Fahrzeugen noch immer ein Fahrverbot, wenn nicht gar die Stilllegung oder zumindest ein beachtlicher Wertverlust. Da sich die Gerichte bislang vor allem mit den Abgasmanipulationen bei Audi-Modellen befasst haben, fragen sich ihre Besitzer natürlich, ob auch sie davon betroffen sein könnten. Hier kann eine Rückfrage in einer Anwaltskanzlei weiterhelfen, die sich auf die juristische Vertretung von Betroffenen im Audi Abgasskandal spezialisiert hat. Diese Anwälte haben in Tausenden von Fällen Erfahrungen mit dieser Thematik gesammelt und können Audi-Besitzern individuelle Empfehlungen geben, ob auch sie Anspruch auf Entschädigungen haben und wie sie gegen den Hersteller vorgehen können.

Der Argwohn wächst

Während in den USA gerade Tendenzen erkennbar sind, das Verfahren gegen den VW-Konzern erneut aufzurollen, brauen sich auch über dem Mercedes-Stern dunkle Wolken zusammen. Verbraucherschützer haben Initiativen zu einer Musterfeststellungsklage gegen Daimler ergriffen. Auch hier das gleiche Lied: Abschalteinrichtungen verhindern in den Fahrzeugen, dass die Überschreitung von Abgas-Grenzwerten gemessen werden kann.
Dieses Verfahren wird sicher nicht das Letzte in dieser Reihe sein. Denn auch der restliche Wettbewerb wird sich früher oder später der Frage stellen müssen, mit welchen technischen Mitteln er verhindert hat, dass er bei der Einhaltung von Abgasvorschriften nicht ins Hintertreffen gerät. Mit der Aufarbeitung dieses Skandals werden die Gerichte in aller Welt wohl noch einige Jahre lang beschäftigt sein.

Neue Werte gesucht

Unterdessen laufen die Diskussionen heiß, wie es möglich sein wird, die drohende Klimaerwärmung aufzuhalten. Sie haben viele Menschen veranlasst, den Sinn ihres Lebens zu hinterfragen und sich ein neues Wertesystem zu schaffen. Umfragen bestätigen diesen Sinneswandel der Deutschen. Danach rangiert das ehemals so heiß geliebte Auto nur noch unter „ferner liefen“.
Unterdessen könnte es sein, dass ein Verkehrsmittel, mit dem niemand mehr gerechnet hat, aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Wer weiß, vielleicht schaffen es die Verantwortlichen der Deutschen Bahn doch noch, zu bemerken, welches Ass sie da im Ärmel haben.

Bild von Jay George auf Pixabay